Finanzierung

Der Sydbank gelingt ein Coup in Höhe von drei Milliarden Kronen

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Stig Westergaard (links) von der Sydbank und Ioannis Tsakiris von der Europäischen Investitionsbank haben in Apenrade den Milliarden-Vertrag unterzeichnet

Die Bank mit Sitz in Apenrade hat ein Abkommen mit der Europäischen Investitionsbank gemacht. Die EU-Milliarden sollen für Entwicklung und Nachhaltigkeit sorgen.

Der Apenrader Sydbank ist ein Coup gelungen: Die Bank hat von der Europäischen Investitionsbank (EIB) drei Milliarden Kronen zur Verfügung gestellt bekommen, die in mittelgroßen dänischen Unternehmen für Innovation und Entwicklung sorgen sollen.

Sydbank ist die erste Bank Dänemarks, die ein solches Abkommen mit der EIB unterzeichnet hat, und auch in Europa gehört die Bank zu den Vorreiterinnen.

Wie einzigartig die Absprache ist, zeigt sich auch daran, dass der Vizedirektor der EIB, Ioannis Tsakiris, am Donnerstagnachmittag den Weg ganz von Luxembourg nach Apenrade gemacht hat, um den Vertrag zu unterzeichnen.

Sydbank hat den Kontakt zum Mittelstand

„Es ist ein ganz neues Produkt der EIB“, erklärt Tsakiris. Die Investitionsbank der EU brauche Partner wie die Sydbank, um an die mittelgroßen Unternehmen heranzutreten. Mit größeren dänischen Konzernen wie zum Beispiel William Demant oder GN Store Nord gebe es bereits direkten Kontakt, aber der EIB fehle es an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um sich direkt an den Mittelstand zu wenden.

Dieser Teil der Wirtschaft sei nicht nur für Dänemark, sondern für ganz Europa von entscheidender Bedeutung. „Der Mittelstand ist das Rückgrat der europäischen Ökonomie“, so Tsakiris.

Eine landesweite Wirtschaftsbank

Die Rolle als Vermittler von EIB-Kapital soll die Sydbank nun stellvertretend in Dänemark übernehmen. Insgesamt drei Milliarden Kronen stehen dafür zur Verfügung.

„Auch Unternehmen in Nordschleswig kommen dafür infrage, aber davon gibt es nur wenige. Wir sind heute eine landesweite Wirtschaftsbank, und deswegen wenden wir uns an Unternehmen im ganzen Land“, so Stig Westergaard, Bankdirektor bei der Sydbank.

Neue Strategie der Sydbank

Er erhofft sich davon, dass das Apenrader Bankunternehmen Wettbewerbsvorteile erreichen und dadurch weiter wachsen kann. Es passt zumindest zur aktuell verabschiedeten Strategie unter dem neuen Direktor Marc Luscombe, der die Sydbank als „Dänemarks Wirtschaftsbank“ vermarktet.

Konkret wendet sich das EIB-Kapital an Unternehmen mit 250 bis 2.999 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Geld wird als Darlehen gegeben und soll für neue Projekte, primär in den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit und Energie eingesetzt werden.

„Für uns entsteht dadurch eine Möglichkeit, mit neuen Unternehmen in Kontakt zu kommen“, sagt Stig Westergaard. Das EIB-Kapital sei nicht da, um Löcher zu stopfen, sondern um neuen Wind in die Wirtschaft zu bringen.