Deutsche Minderheit

Siegfried Matlok: Mit 80 noch mitten im Medien-Getümmel

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Siegfried Matlok vor dem Haus der Medien, das er mit Hans Michael Jebsen initiierte

Geschichtenerzähler: Während andere 80-Jährige es in ihrer Rente ruhig angehen lassen, ist Matloks Kalender weiterhin voll. Und er hat noch einiges vor.

Funk, Fernsehen, Live-Moderationen, Vorträge, Leitartikel, Buchaufträge, Sonderaufgaben. Der Kalender von Siegfried Matlok ist selten leer. Das war er schon immer, aber am 5. Juni erreicht der frühere Chefredakteur des „Nordschleswigers“ die 80 – und es geht (noch) immer weiter.

„Natürlich kostet es heute mehr Kräfte als früher“, so Siegfried Matlok. Aber es macht ihm auch Spaß – das Geschichtenerzählen und vor allem das Kennenlernen von Menschen.

Schon als kleiner Junge im Flensburger Vorort Weiche hört er zusammen mit seinem Opa die deutschen Nachrichten der „BBC“ an und spielt im großelterlichen Hof Reporter, erzählt sich und der Welt Geschichten. Das ist seine Welt.

Wahrscheinlich kann er sich sogar an die Geschichten aus der Kindheit erinnern, denn die Matloksche Harddisc scheint unerschöpflich, und so läuft auch das Interview: eingefädelte Nebensätze mit immer wieder neuen Details und Ergänzungen führen auf minutenlange Umwege, denn „dazu habe ich noch eine Geschichte“. Um dann wieder bei der Frage anzukommen und die Antwort auf den Punkt zu bringen. Eine Mischung aus gründlichem Hintergrundwissen und Onelinern.

In der Kürze liegt …

Stärke und Schwäche zugleich: Siegfried Matlok spürt immer wieder Details auf – und kann sie einfach nicht weglassen.

Kurz ist nicht sein Ding, damit hat er nicht nur die Leitartikel-Skala beim „Nordschleswiger“ gesprengt. Ein „Schlüter-Leiter“ hieß es lange Jahre im Medienhaus, nachdem Matlok ein überlanges Meinungsstück über den früheren dänischen Regierungschef Poul Schlüter geschrieben und dort sein geballtes Wissen angebracht hatte.

Lang war auch seine Karriere beim „Nordschleswiger“. Seit über 50 Jahren ist das Kürzel „dm“ in der Zeitung zu finden – und wäre es heute auch noch, wenn wir nicht Artikel mit vollen Namen veröffentlichen würden. So tauchen beim „Nordschleswiger“ immer noch Matlok-Artikel auf: zu aktuellen deutsch-dänischen Themen oder geschichtliche Serien zur Rolle des Königshauses im Zweiten Weltkrieg oder Dänemarks Weg in die EU. Sowas geht gar nicht kurz.

Höhepunkte der Karriere

Was sind seine Höhepunkte in der langen Karriere? Matlok muss ausholen, denn die Zeit als Chefredakteur seit 1979 ist mit der Stelle als erster Sekretariatsleiter der deutschen Minderheit in Kopenhagen seit 1983 verwoben.

Eine „glückliche Kombination“, nennt Matlok seine damalige Doppelfunktion. Mal öffnet sich die Tür für den Sekretariatsleiter, andere Male für den Chefredakteur. Es macht keinen Unterschied, denn beide machen Politik.

Und Matlok weiß, dass er in Nordschleswig die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen hat. Sie haben die Zeitung im Griff, auch wenn der Chef in Kopenhagen ist. Gemeinsam mit den Vorsitzenden im Deutschen Presseverein – von Matthias Hansen bis Hans Christian Bock – und der Leitung des BDN gelingt der Balanceakt.

In der dänischen Gesellschaft angekommen

Ein unvergessener Moment für Siegfried Matlok – später gab es noch weitere historische Treffen mit Königin Margrethe.

„Für mich war die Schaffung des Sekretariats ein Zeichen dafür, dass die deutsche Minderheit in der dänischen Gesellschaft angekommen war, und ich konnte dadurch auch die Minderheit von Rechtsaußen in die gesellschaftspolitische Mitte führen“, sagt Matlok, der von 1983 bis 2006 Sekretariatsleiter in Kopenhagen war – und eben auch noch Chefredakteur.

„Das waren schon harte und intensive Jahre“, so Matlok. Aber es waren auch Jahre, in denen er sich genau in dem Modus befand, der ihn ausmacht: Zwischen Politik und Journalismus – und auch mit einer gewissen Portion Einfluss.

Ein kleiner Abstecher: In Kopenhagen trifft Siegfried Matlok seine heutige Frau Miriam, mit der er die Kinder Benedicte und Robert hat. Dreifacher Opa ist Matlok inzwischen auch.

Durchbruch dank Königin

Zu den größten Erfolgen seiner Karriere gehört der Besuch der damaligen dänischen Regentin Königin Margrethe II. 1986 bei der deutschen Minderheit. Nach dem dänischen EWG-Beitritt 1972 ein weiterer Meilenstein und Zeichen der Annäherung zwischen Deutsch und Dänisch.

Den königlichen Durchbruch hatte Matlok eingefädelt. Mit seinem engen Freund und Sparringspartner Peter Iver Johannsen, dem verstorbenen Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, plant und führt er den Besuch von Königin Margrethe und Prinz Henrik bis ins Detail durch. Noch heute erinnern sich viele der älteren Generation in der Minderheit an den Monarchen-Besuch und die große Festveranstaltung in Tingleff.

„Wenn die Königin schon die deutsche Minderheit besucht, dann können wir den Deutschen doch auch vertrauen, so das dadurch entstandene und seitdem stetig gewachsene Bewusstsein der Mehrheitsbevölkerung“, erinnert sich Matlok. Das deutsch-dänische Verhältnis im Grenzland veränderte sich ständig – aber manchmal waren die Sprünge eben etwas größer.

Deutsch-Dänisch mit Matlok

Überhaupt begleitet das deutsch-dänische Verhältnis im Grenzland und auf nationaler Ebene Matloks Karriere. Schon von klein an. Eigentlich ist er in einer deutschsprachigen Familie nahe Flensburg aufgewachsen, die sich nach 1945 in Deutsch und Dänisch spaltete.

Seine Mutter wählt für ihn die dortige dänische Schule. Aber es sind die deutschen Einflüsse, die ihn prägen – in der Familie führen die heftigen nationalen Gegensätze oft zu Auseinandersetzungen, eine bittere Periode, die er selbst als „den Kalten Krieg im Grenzland“ bezeichnet hat.

„Ich wurde manchmal sogar als Landesverräter beschimpft“, erinnert sich Matlok, nachdem er für sich den deutschen Weg wählte. In den Jahren nach dem Krieg ist das Leben im deutsch-dänischen Grenzland nicht immer einfach. Wunden entstehen und heilen oft erst nach Jahrzehnten.

Das deutsch-dänische Verhältnis begleitet Siegfried Matlok durch sein gesamtes Leben. Auch heute noch ist es ein wichtiges Thema, wenn er im „Nordschleswiger“ Leitartikel oder Geschichts-Serien schreibt, in Deutschland und Dänemark Vorträge hält oder er Menschen für den TV-Sender „DK4“ interviewt. Seit mehr als einem Jahrzehnt moderiert er „Dansk-tysk med Matlok“ – das ist eigentlich schon so etwas wie eine Überschrift über sein Leben.

Brückenbauer als Autor

Siegfried Matlok wohnt nach Jahrzehnten in Loit jetzt auf den Hügeln vor Apenrade.

Matlok wird aber nicht nur offiziell als Brückenbauer geehrt („Brücken müssen nicht nur materiell gepflegt werden“), sondern er wirkt auch oft hinter den Kulissen mit – zum Beispiel bei der Fehmern-Belt-Verbindung, beim Museum „Flugt“ in Varde oder beim kürzlich erschienenen Buch „Huset Jebsen“ über die nordschleswigsche Familie Jebsen.

Selbst schrieb er 1989 das Buch „Dänemark in Hitlers Hand“ („Danmarks i Hitlers Hånd“) über den früheren deutschen Reichsbevollmächtigten in Dänemark, Dr. Werner Best, der enge Verbindungen zu Nordschleswig pflegte.

„Es war mein größter journalistischer Coup“, so Matlok. Es führte zu einer Neu-Bewertung der dänischen Judenrettung.

„Der größte Erfolg war dabei ein Bild mit einer Widmung an Werner Best durch den früheren Staatsminister Erik Scavenius. Ein Dokument, in dem der höchste Vertreter des Opferlandes dem höchsten Vertreter des Täterlandes 1951 – Jahre nach der Besatzungszeit – für seinen Einsatz in Dänemark gedankt hat. Wohl einmalig in Europa“, sagt Siegfried Matlok.

Neue Rollen-Verteilung

Heute teilen sich Dänemark und Deutschland laut Matlok gemeinsame Werte und stehen im europäischen Krisenmanagement Schulter an Schulter. Mit Freude stellt er fest, dass Dänemark und Deutschland sich noch nie so nah gestanden haben – auch wenn es vor einem tragischen Hintergrund ist: dem Krieg in der Ukraine.

Nur sieht er die Rollen der beiden Länder heute getauscht: Hatte die Wirtschaftslokomotive Deutschland unter Bundeskanzlerin Angela Merkel viele Jahre eine Vorbildfunktion für Dänemark, sorgen jetzt „Hygge“, Reform-Bereitschaft, Digitalisierung, Bildung und Wirtschaftserfolge in Dänemark für Aufmerksamkeit in Deutschland, die man den vor dem Abgrund stehenden Dänen in den 70er-Jahren niemals zugetraut hatte.

Die Welle der „Neu-Deutschen“ in Nordschleswig ist ein Beweis dafür, wenn auch für die Minderheit nicht ganz unproblematisch.

Nun müsse Deutschland nachziehen und unter Merz wieder liefern, kommentiert Matlok die innerdeutsche (mentale) Krise. Die Ausmaße bereiten Europa und Dänemark Sorgen.

„Wir kommen von einem kriegerischen Gegeneinander über ein unharmonisches Nebeneinander zu einem langsam wachsenden Miteinander. Wir sind jetzt in einer Phase des Füreinanders, aber ich frage mich auch, ob dies vielleicht zu einem Durcheinander führt“, sagt Matlok über das deutsch-dänische Verhältnis im Grenzland.

Die eigene Identität nicht verlieren

Wenn nämlich aus Deutsch und Dänisch ein „pærevælling“ entsteht – ein Einheitsbrei –, regt sich Matlok auf. Zusammenarbeit ja, auch zwischen den Medien im Grenzland, die unter Matlok und seinen Kollegen in den Chefredaktionen der damaligen vier Zeitungen eine einzigartige Absprache machten – bis hin zum deutsch-dänischen Haus der Medien in Apenrade, das Matlok mit Hans Michael Jebsen initiierte.

Aber neben der Zusammenarbeit, den Kooperationen und den gemeinsamen Projekten im deutsch-dänischen Grenzland – gern noch mehr, um das gesamte Potenzial auszuschöpfen – geht es für Matlok vor allem um Alleinstellungsmerkmale und Identität, die nicht verloren gehen dürfen. Also keine gemeinsame deutsch-dänische Zeitung – kein uniformes Nachrichtenmedium –, sondern eigene Leuchttürme. Und auch gern wieder mehr kultureller Wettbewerb zwischen beiden Minderheiten und zwischen den Medien – der Nachrichten-Hund hat immer noch eine Spürnase für News.

Als Vorsitzender der Jes-Schmidt-Stiftung initiiert er gemeinsam mit den Familien Jebsen & Jessen, dass junge Menschen aus der Minderheit ein Praktikum in Singapur oder Hongkong machen können. Matlok bleibt sein ganzes Leben lang im Grenzland und in der Hauptstadt – der neuen Generation eröffnet er eine internationale Bühne.

Kritik am Kritiker

Als Chefredakteur konnte man sich manchmal auch ganz schön allein fühlen, so Matlok.

Matlok kommentiert seit Jahrzehnten in dänischen Medien deutsche Politik, zuletzt mehrfach in der Rundfunksendung von „Clement“ auf „P1“, und tritt in deutschen Medien als Dänemark-Experte auf. Er ist für viele Medien die erste Anlaufstation im Grenzland, und in den Augen vieler Däninnen und Dänen ist er neben dem ehemaligen Nationaltrainer Sepp Piontek und TV-Back-Star Markus Grigo der wohl bekannteste Deutsche in Dänemark und verkörpert dadurch quasi die Minderheit.

Dabei erfährt er gerade in der eigenen Minderheit auch Kritik, weil er sich mit seinen Meinungen nicht zurückhält. Matlok eckt an, und er weiß es, aber das gehört eben zum ehrlichen Journalismus dazu. Mal ist er zu deutsch, mal ist er zu dänisch, und es kommt nicht nur Kritik, sondern es erreichen ihn auch anonyme Drohbriefe. Das ist dann auch einem hart gesottenen Chefredakteur zu viel.

„Wir sollten als Zeitung die Skandale der Mehrheit aufdecken, aber sobald etwas in den eigenen Reihen los war, sollte die Zeitung stillhalten. Wir haben in der deutschen Minderheit in den vergangenen Jahrzehnten vieles mitgenommen, aber Streitkultur gehört nicht dazu“, meint Matlok.

Das stört ihn heute zwar noch, aber als Chefredakteur weiß er, dass, wer austeilt, auch einstecken muss. Das gilt ebenfalls auf dem Fußballfeld, wo der Bayern-München-Fan viele Jahre im dänischen Verein LIF in seinem langjährigen Heimatort Løjt ein gefürchteter Abwehrspieler war. Aber er grätschte eben nicht nur ein, sondern brachte auch hier Deutsch und Dänisch zusammen, wenn er zum Beispiel im rot-weißen Nationaltrikot seines Folketing-Teams gegen den FC Landtag auflief.

Die ultimative Anerkennung

Es überwiegen die Höhepunkte in seiner Karriere. Für seinen Journalismus und seine Rolle im Grenzland und Vermittler zwischen Deutsch und Dänisch hat Siegfried Matlok den Ebbe-Munck-Preis erhalten. Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits hohe deutsche und dänische Orden und große Anerkennung bekommen.

Doch der Preis im Namen des früheren Widerstandskämpfers Munck, überreicht 2016 auf Christiansborg von Königin Margrethe, ist für ihn dann doch die ultimative Anerkennung, dass er in seiner Zeit im Grenzland dazu beigetragen hat, Deutsch und Dänisch zusammenzuführen. Kürzlich waren alle Preisträger von Königin Margrethe auf Schloss Fredensborg eingeladen, und da fasste der Historiker Bo Lidegaard die Verdienste aller Preisträger mit zwei Worten zusammen: „Haltung und Handlung“.

„Darauf bin ich sehr stolz“, sagt Siegfried Matlok.

Kommunalreform und europäische Sicherheit

Siegfried Matlok vertieft sich in geschichtliche Details.

Dasselbe gilt für die Regelung bei der Kommunalreform, die in den vier nordschleswigschen Kommunen Rücksicht auf die Minderheit nahm und heute noch der Minderheit eine verstärkte Präsenz in den Gemeinderäten sichert – und letztendlich auch einen Bürgermeister der Schleswigschen Partei in Tondern (Tønder), was die Minderheit schrittweise von der Gleichberechtigung über die Gleichstellung zur Gleichwertigkeit geführt hat. Mission erfüllt?

Wir machen im Interview noch weitere Ausflüge zur viel zu lange unbearbeiteten „Vergangenheitsbewältigung“ in der Minderheit, zu Versuchen der damaligen Stasi, über die DDR-Botschaft in Kopenhagen Einfluss auf Matlok und die deutsche Minderheit zu nehmen, zu seiner Teilnahme als offizieller Vertreter des Königreichs Dänemark in Genf, Moskau, Warschau, Budapest und Estland an international hochkarätig besetzten Konferenzen der KSZE (heute OSZE, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), dem aus seiner Sicht leider misslungenen Versuch, den „Nordschleswiger“ zu einer Wochenzeitung nach dem Vorbild von „Weekendavisen“ zu machen, und zu historischen deutsch-dänischen Medienstreitereien mit dem Eingeständnis: „Wir haben uns damals gegenseitig „aufgegeilt“ und haben rückblickend nicht immer zum Entspannungsprozess im Grenzland beigetragen.“

Viele Details auf Lager

Bei Matlok steckt die Liebe im Detail, und davon hat er viele auf Lager. Wahrscheinlich noch für ein ganzes weiteres Leben.

Immer weiter – das ist sein Motto. Aber es geht nicht immer weiter. Nicht einmal für den Dauerbrenner Siegfried Matlok. Und das, obwohl er weiterhin gern Geschichten erzählen möchte, denn sein Kopf und sein umfassendes Archiv sind voll davon.

„Es kann nicht immer weiter gehen“, stellt Matlok nüchtern fest, und er will deshalb Dinge zu Ende bringen. Etwas weniger Vorträge, mit denen er jedes Jahr Tausende von Menschen erreicht, noch einige dansk-tyske TV-Sendungen bei „DK4“. Vor allem will er aber am Buch über die ersten Jahrzehnte des „Nordschleswigers“ – die Zeit vor Matlok – weiterschreiben. Das Buch über die Zeit während und nach Matlok müssten andere dann schreiben.

Er habe sich unterwegs in zu viele Details verliebt, zu viele interessante Geschichten habe er in den Archiven ausgraben können. Doch jetzt sitzt er am wichtigsten Teil: an der Entstehung der Zeitung „Der Nordschleswiger“ nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der „Nordschleswigschen Zeitung“ durch einen Brandanschlag im August 1945. Dadurch blieb die deutsche Minderheit in der dramatischen Nachkriegszeit bis zum 2. Februar 1946 zeitungs- und kopflos.

„Das ist ein entscheidendes Kapitel der Zeitungs-Geschichte und Minderheit-Geschichte. Das muss ich jetzt endlich fertigschreiben“, sagt Matlok – dann können weitere Geschichten folgen. Er hat sie alle auf Lager, gesammelt über ein langes Leben.

Siegfried Matlok

Geboren am 5. Juni 1945 in Flensburg. Besuch der Christian-Paulsen-Schule in Flensburg und danach journalistische Ausbildung bei der deutschsprachigen, aber dänischen „Südschleswigschen Heimatzeitung“ sowie als Volontär/Sportjournalist bei „Der Nordschleswiger“, der Zeitung der deutschen Minderheit in Nordschleswig.

Als der damalige Chefredakteur Jes Schmidt 1973 ins Folketing gewählt worden war, wurde Matlok verantwortlicher Redakteur. Als Jes Schmidt 1979 verstarb, übernahm Matlok die Stelle als Chefredakteur der Zeitung (1979 bis 2013).

1983 bis 2007 leitete Siegfried Matlok parallel dazu das Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen.

Privat ist Matlok in zweiter Ehe mit Miriam verheiratet. Das Paar hat die erwachsenen Kinder Benedicte und Robert, die beide mit ihren Familien in Kopenhagen leben. Matlok wohnt seit einigen Jahren in Apenrade (Aabenraa).

Für sein Engagement für die deutsche Minderheit und als Brückenbauer im deutsch-dänischen Grenzland sowie zwischen Deutsch und Dänisch hat Siegfried Matlok über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen, Ehrungen und Orden erhalten:

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1995), Dänisch-Deutscher Preis (1995), Sprachpreis der deutschen Auslandspresse (1996), Dannebrogsorden (2003), Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2007), Ritterkreuz 1. Klasse des Dannebrogordens (2007), Dänischer Publizistenpreis/Lille Publicistpris (2008), Goldenes Verdienstzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2012), Ebbe-Munck-Preis (2015).