Deutsch-dänisch

Regatta-Teilnehmer trotzen Grenzen, Wind und Wellen

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Der Achter aus Preetz konnte das Rennen für sich entscheiden. Anna Lea Zippora Leth Schmidt überreichte den Ruderern die Siegermedaillen.

Mehr als 320 Boote und noch mehr Ruderinnen und Ruder zählt die Domstadt an diesem Wochenende. Aus ganz Dänemark und Norddeutschland sind Wassersportlerinnen und -sportler angereist, um bei der Jubiläumsausgabe der Hadersleben-Regatta ihre Kräfte zu messen. „Der Nordschleswiger“ hat sich das bunte Treiben vor Ort angeschaut.

Der Wind war – wie so oft zur Hadersleben-Regatta – nicht ganz auf der Seite der Ruderinnen und Ruderer. „Wir haben hier in Hadersleben eigentlich immer Probleme mit dem Wind, weil er sehr häufig aus Westen kommt“, sagt Mathias Wulf, der nicht nur im Regattaausschuss von „Sønderjysk Regattaforening“ sitzt, sondern an diesem Wochenende auch die Leitung des Regattabüros übernimmt.

„Es ist sehr windig, aber noch möglich, die Rennen durchzuführen“, erklärt auch der Vorsitzende des Regattavereins vom Deutschen Ruderverein Hadersleben, Anton Hirschauer, der sich freut, dass die Jubiläumsausgabe der vor einigen Jahren wiederbelebten Hadersleben-Regatta nun endlich stattfinden kann.

100 plus 1

Zur Jubiläumsregatta, die nach einer coronabedingten Pause in diesem Jahr nachgeholt werden musste, waren wieder viele Ruderbegeisterte nach Hadersleben gekommen.
Sie hatten im Wettkampfbüro alle Hände voll zu tun: Joachim Hauschildt vom Segeberger Ruderclub, Ehrenpräsident Udo Ehmke vom Schleswig-Holsteinischen Regatta-Verein, Regattabüroleiter Matthias Wulf, Ehmkes Enkelin Hannah, Maren Hauschildt vom Segeberger Ruderclub und Karsten Rohde vom Schleswig-Holsteinischen Regatta-Verein (v. l.)

Im vergangenen Jahr hätte die Regatta ihren 100. Geburtstag feiern können. Doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben, wie schon im Vorjahr, einen Strich durch die Rechnung. Zur Jubiläumsregatta im 101. Jahr nach ihrer Gründung sind jedoch wieder viele Ruderinnen und Ruderer aus Deutschland und Dänemark angereist.

Während die Verantwortlichen im Regattabüro am Sonnabend daher alle Hände voll zu tun haben – mal treibt ein Anlegesteg ab, mal muss ein Rennen verschoben werden –, fahren die Athletinnen und Athletin auf dem Damm bei strahlendem Sonnenschein einen Sieg nach dem nächsten ein.

So sehen Sieger aus

Etwa 70 Freiwillige sorgen dafür, dass bei der Jubiläumsregatta alles problemlos vonstattengeht. Zeit für ein Erinnerungs-Selfie muss jedoch auch sein.
Als sich der Landesteg aufgrund des starken Windes kurzzeitig verabschiedete, leistete einer der Rettungssanitäter Hilfe.

So auch der Herren-Achter aus Preetz. Die jungen Männer vom Preetzer Ruderclub sind in ihrem Rennen als Erste über die Ziellinie gekommen und durften sich im Ziel nicht nur über Medaillen, sondern auch einen Gutschein für das italienische Restaurant „Firenze“ im Wert von 2.500 Kronen freuen.

Der werde abends sogleich eingelöst, erzählen die Jungs gut gelaunt: „Wir hatten dort für heute Abend ohnehin einen Tisch bestellt.“ Mit 51 Leuten sind die Preetzer bei der Hadersleben-Regatta vertreten, und viele von ihnen sind nicht das erste Mal dabei, wie Josse Röschmann und Niklas Ahlf erklären.

Der Rudersport kennt keine Grenzen

Achter-Steuermann Niklas Ahlf freut sich über den Sieg und die Prämie: einen Restaurantgutschein im Wert von 2.500 Kronen.
Die Jungs vom Preetzer Ruderclub konnten mit ihrem Achter den Sieg einfahren. Das wurde gebührend gefeiert.

Die beiden kommen mit ihrem Verein seit 2017 zu der Regatta in die nordschleswigsche Domstadt. Zum einen, weil sie sich keine Regatta im näheren Umkreis entgehen lassen wollen, zum anderen, weil sie mit ihrer Mannschaft am Landesentscheid teilnehmen wollen. Denn bei der deutsch-dänischen Regatta in Hadersleben werden auch die Deutschen Landesmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen ausgetragen.

„Man sagt nicht umsonst, die Rudergemeinschaft ist wie eine große Familie“, meint Udo Ehmke, Ehrenpräsident und früherer Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Regatta-Vereins, der zusammen mit seiner Enkelin Hannah im Wettkampfbüro mithilft. „Wir geben alles für den Sport. Regionen und Grenzen spielen dabei keine Rolle.“