Handball

Lehrstunde für Dänemark

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Nantes
Zuletzt aktualisiert um:
Anne-Mette Hansen und Co. mussten um jedes Tor kämpfen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Dänemarks Handballerinnen waren bei der 23:29-Klatsche gegen Weltmeister Frankreich chancenlos.

Die Chancen auf eine dänische Medaille bei der Handball-Europameisterschaft sind auf ein Minimum gesunken. Die dänische Auswahl hat zum Auftakt der Hauptrunde bereits die zweite klare Niederlage einstecken müssen und kann nach der 23:29-Klatsche gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich nur noch auf ein Wunder hoffen.

Die dänische Handball-Nationalmannschaft muss nicht nur die beiden noch ausstehenden Hauptrunden-Spiele am Montag gegen Russland und am Mittwoch gegen Montenegro gewinnen, sondern auch auf den richtigen Ausgang von mehreren Begegnungen an den letzten beiden Spieltagen hoffen. Doch nach der Lehrstunde gegen Frankreich bleibt die Frage, ob diese dänische Auswahl überhaupt etwas im Halbfinale der Europameisterschaft zu suchen hat.

Der Weltmeister machte mehr als deutlich, dass Dänemark noch weit von der Weltspitze entfernt ist.

Die Däninnen waren gegen einen körperlich überlegenen, ja fast übermächtigen Gegner chancenlos. Auch die Rückkehr der angeschlagenen Spielführerin Stine Jørgensen konnte dies nicht ändern.

Die DHF-Auswahl erwischte zwar einen guten Start, lag mit 2:0 und 4:3 vorne, doch die Französinnen rückten schnell die Machtverhältnisse zurecht. Der Weltmeister setzte sich über ein 7:4 bis zur Halbzeitpause auf 17:11 ab und hatte beim Stande von 24:15 Mitte der zweiten Halbzeit eine Vorentscheidung erzwungen. Die Französinnen nahmen in der Schlussphase den Gang raus und ließen den Gegner noch Ergebniskosmetik betreiben.

Althea Reinhardt und Sandra Toft verloren das Torwartduell gegen Frankreich klar. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

„Wir stehen mit einem schlechten Gefühl da. Wir sind aus der Halle geschossen worden“, sagte Torhüterin Sandra Toft zu TV2 und zeigte sich durchaus selbstkritisch, was die eigene Quote und auch die Quote von Torwartkollegin Althea Reinhardt anging: „Wir haben getan, was wir konnten, aber es ist klar, dass es ungenügend war.“

Die dänischen Schlussleute hatten schwere Arbeitsbedingungen, denn die Vorderleute waren gegen die körperlich überlegenen Französinnen überfordert. Am anderen Ende wurden viele Chancen vergeben.

„Wir haben im Angriff eigentlich gut gespielt und uns klare Torchancen erzwungen, aber diese dann auch vergeben. Die Französinnen hatten viele Torwartparaden, und die haben bei uns gefehlt. Die Französinnen haben sehr viel Druck entfacht“, so Nationaltrainer Klavs Bruun Jørgensen, der sich gereizt zeigte, als TV2 wissen wollte, welche Lehren man aus dem Frankreich-Spiel ziehen kann: „Wir haben hier gegen den Weltmeister gespielt. In Frankreich. Wir müssen anerkennen, dass die ein gutes Spiel gemacht haben. Wir haben versucht, den Rhythmus des Gegners zu stören, aber das ist uns nicht gelungen.“

Mehr lesen

Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Schöne Zahlen“