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Stürmersuche steht vor dem Abschluss

Stürmersuche steht vor dem Abschluss

Stürmersuche steht vor dem Abschluss

Hadersleben/Haderslev
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Jonas Lygaard erwartet eine baldige Verstärkung seiner Superliga-Mannschaft. Foto: JV

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Nach nur einem Tor aus den ersten vier Superliga-Spielen arbeitet SønderjyskE weiter daran, die Offensive zu verstärken. Ein Ungar gehört zu den Kandidaten.

Haji Wright, Bård Finne und Peter Buch Christiansen haben Fußball-Superligist SønderjyskE in der Sommerpause verlassen und in der Offensive eine Lücke hinterlassen, die ein alleingelassener Anders K. Jacobsen bislang nicht hat schließen können.

Mittelfeldspieler Victor Mpindi ist nach vier Spieltagen der einzige Torschütze von SønderjyskE in der laufenden Saison, und die fehlenden Tore haben für eine Stürmersuche auf dem Transfermarkt gesorgt. Eine Stürmersuche, die vor dem Abschluss steht.

„Es ist sehr konkret und sieht positiv aus. Ich hoffe, dass es im Laufe der nächsten vier Tage geklärt ist“, sagt Jonas Lygaard, Fußball-Direktor von SønderjyskE, zum „Nordschleswiger“: „Wir sind auf der Suche nach einem Offensivspieler. Nach vier Spielen und nur einem Tor ist es einleuchtend, dass wir uns in der Offensive verstärken wollen. AK hat seine Sache gut gemacht, aber wir wollen weitere Alternativen haben, die unseren Sturm ergänzen können.“

Victor Mpindi ist der einzige SønderjyskE-Torschütze in der laufenden Saison. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Anders K. Jacobsen hat seit Anfang April kein Tor mehr erzielt. Der Pokalheld von 2020 traf zuletzt bei der 2:3-Niederlage gegen AaB in Aalborg und ist seitdem in zwölf Superliga-Spielen und drei Pokal-Begegnungen ohne Treffer geblieben. Seine zehn Tore in der vergangenen Saison wurden hauptsächlich aus der Position des Außenstürmers heraus erzielt.

Ein Thema als neuer Mittelstürmer von SønderjyskE ist der Ungar Janos Hahn. Der 26-Jährige hat nach Informationen des „Nordschleswigers“ mit den Hellblauen sehr konkret über einen Wechsel verhandelt. Der Ausgang der Verhandlungen ist noch offen.

Janos Hahn hat in seiner Profi-Karriere ausschließlich für Paksi FC gespielt, der in der vergangenen Saison Platz fünf in der ungarischen Liga holte. Der 26-jährige Mittelstürmer erzielte in der vergangenen Saison 22 Tore in 28 Liga-Spielen, absolvierte im Juni seine ersten beiden Länderspiele für Ungarn und gehörte dem ungarischen EM-Kader an, ohne aber zum Einsatz zu kommen.

Janos Hahn, der im Juni seine ersten beiden Länderspiele für Ungarn absolvierte, hat mit SønderjyskE über einen Wechsel verhandelt. Foto: Tamas Kovacs/EPA/Ritzau Scanpix

Der Fußball-Direktor von SønderjyskE will Namen nicht kommentieren, hofft aber, dass in Sachen Stürmersuche bald eine Lösung gefunden werden kann.

Die Spielersuche sieht bei SønderjyskE mittlerweile anders aus als noch in der vergangenen Saison. Der damalige Sportchef Hans Jørgen Haysen zog anfangs noch gemeinsam mit dem damaligen Trainer Glen Riddersholm die Fäden, doch der US-amerikanische Analytiker Andrew Ramsey spielte mit seinem datenbasierten Zugang im Laufe der Saison eine immer größere Rolle. Dies tut er nun nicht mehr.

„Andrew Ramsey ist leider krank geworden und hat sich zurückgezogen. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber derzeit ist er bei uns nicht involviert“, sagt Jonas Lygaard.

Im kleinen Fußball-Imperium der Platek-Familie, zu dem auch der italienische Erstligist Spezia Calcio und der portugiesische Zweitligist Casa Pia gehört, gibt es mittlerweile ein „Recruitment Team“, das zentral den Markt beobachtet.

„In unserem Recruitment Team sitzen Vertreter von allen Klubs, bei uns sind das Joe Manns und Søren Frederiksen, aber auch Leute, die nicht aus den jeweiligen Klubs kommen. Es wird nicht nur für einen Klub Ausschau nach neuen Spielern gehalten, sondern für mehrere. Ein Spieler passt vielleicht eher zu dem einen Klub und nicht zu dem anderen. Da sehe ich viele Vorteile“, so Lygaard: „Unser Cheftrainer äußert seine Wünsche, was beispielsweise Spielertyp, Körpergröße, Schnelligkeit und Spielweise betrifft, und es ist dann die Aufgabe des Recruitment Teams, Spieler zur Auswahl zu finden. Anfangs sind es vielleicht 100, die werden filtriert, und dann stehen am Ende vielleicht drei zur Auswahl, wo wir herausfinden müssen, ob wir uns auf den finanziellen Rahmen einigen können.“

Stefan Gartenmann hofft weiterhin auf ein Auslands-Abenteuer. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Neben der Suche nach einem Mittelstürmer sind auch ein Back-up für Marc Dal Hende auf der Linksverteidiger-Position sowie ein weiterer Offensivspieler im Gespräch.

„Das sind unmittelbar die Positionen, wo wir handeln wollen. Vieles hängt aber auch davon ab, ob auch Spieler zur Tür rausgehen“, sagt der Fußball-Direktor.

Emil Holm und Stefan Gartenmann sind beim „Schwester-Klub“ in Spezia ein Thema gewesen. Ein Verkauf und eine anschließende Ausleihe an SønderjyskE ist eine der Möglichkeiten, die im Gespräch gewesen sind, und dies ist auch trotz der gegen Spezia Calcio verhängten Transfer-Sperre weiterhin möglich. Die Transfer-Sperre greift erst ab dem Winter.

„Es ist wichtig zu sagen, dass die Angelegenheit unter dem früheren Eigentümer passiert ist. Das hat nichts mit uns zu tun. Ich bin nicht besorgt und glaube nicht, dass es für uns von Bedeutung sein wird“, meint Jonas Lygaard.

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