Tonderner-Marsch-Initiative

Ende des Millionenprojekts – doch Weiterentwicklung der Marsch geht weiter

Millionenprojekt am Ende – doch es geht weiter

Millionenprojekt am Ende – doch es geht weiter

Hoyer/Højer
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Nina Kovsted Helk und Jørgen Popp Petersen pflanzen einen Lindenbaum am Rand des Marktplatzes zur Erinnerung an die offizielle Beendigung des Vorhabens. Foto: Volker Heesch

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Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) dankte der Einwohnerschaft für ihre jahrelange Geduld und lobte das Ergebnis der Ortserneuerung und des Klimaschutzes. Drei Stiftungen unterstützten das rund 300 Millionen Kronen teure Projekt. Schon der verstorbene Bürgermeister Laurids Rudebeck zog an den Fäden.

Einige Hundert Menschen hatten sich am Sonnabend auf dem Marktplatz in Hoyer versammelt, um bei der offiziellen Feier zum erfolgreichen Abschluss der Initiative Tonderner Marsch dabei zu sein.

Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) erinnerte an den Auftakt zu dem Vorhaben. Mit Mitteln in Höhe von rund 300 Millionen Kronen wurde der historische Ortskern von Hoyer saniert. Zugleich wurde durch wasserbauliche Maßnahmen die Niederung der Tonderner Marsch und Teile der Stadt Tondern (Tønder) auf den Klimawandel mit höheren Niederschlagsmengen und steigendem Meeresspiegel angepasst.

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen dankte für die Geduld der Bevölkerung in Hoyer. Foto: Volker Heesch

„Es sind hier viele Tausende Quadratmeter neu gepflastert worden“, so Popp Petersen in Anspielung an die zeitraubenden Kanalisationsarbeiten in Hoyer. „Ein Straßenpflasterer hat mir bei einem Besuch erzählt, dass er an einem Tag zehn Quadratmeter schafft“, so Popp Petersen. Er fügte hinzu, dass daran deutlich wird, wie viel Geduld die Bürgerinnen und Bürger aufbringen mussten, bis alles fertig war.

Besonders die Geschäftswelt habe einiges ertragen müssen. Der Bürgermeister ging auch auf viele weitere Maßnahmen und Neuerungen im Laufe des Projektes ein. So lobte er die ausgezeichnete, über 50 Kilometer lange neue Wanderroute durch die Marsch. „Einige schaffen sie an einem Tag, aber die anderen versuchen es erst in einem Jahr wieder“, so der Bürgermeister.

Die Einweihung heute ist kein Schlusspunkt, es geht weiter mit der Weiterentwicklung unserer Marschenregion.

Jørgen Popp Petersen

Popp Petersen, auch Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Tonderner-Marsch-Initiative, erwähnte, dass viel mehr Gäste nach Hoyer kommen. „Das Brottortenbarometer im Café an der Mühle hat Rekordhöhen erreicht“, so der Politiker, der allen beteiligten Unternehmen, aber auch dem Deichverband, dem Museum Sønderjylland und den vielen Grundeigentümern dankte.

Besonders gewürdigt wurden die Stiftungen, die ebenso wie die Europäische Union und die Kommune Tondern Millionenbeträge zur Initiative beigesteuert haben. „Die Einweihung heute ist kein Schlusspunkt, es geht weiter mit der Weiterentwicklung unserer Marschenregion“, so der Bürgermeister.

Nach ihm ergriffen auch Vertreterinnen der Stiftungen Realdania und Nordea Fonden das Wort. Nina Kovsted Helk, Philantrophiedirektorin von Realdania, ging auf das weitere Vorhaben zur Klimaanpassung und des Naturschutzes im nördlichen Margrethenkoog ein. Sie erinnerte daran, dass der verstorbene Bürgermeister in Tondern, Laurids Rudebeck, erste Kontakte für das Großprojekt geknüpft habe.

 

Nina Kovsted Helk, Philantrophiedirektorin der Stiftung Realdania Foto: Bjarne L. Henneberg

Sie sprach neben vielen weiteren Beteiligten dem Landschaftsarchitekten Erik Brandt Dam ihren Dank für das Gelingen der Ortsverschönerung aus. Nina Kovsted Helk betonte, dass auch viele Privatleute mitwirkten, den Ort ansprechender zu gestalten. Christina Paludan Müller vom Nordea Fond erwähnte, dass mit der Realisierung des Vorhabens die Kommune Tondern mit Recht als Dänemarks beste Freilichtkommune ausgezeichnet worden ist.

Morten Riis dankte als Vorsitzender des Lokalrates Hoyer den Beteiligten am Großprojekt, bevor zum Abschluss der Bürgermeister und Nina Kovsted Helk einen Lindenbaum am Rand des Marktplatzes zur Erinnerung an die offizielle Beendigung des Vorhabens pflanzten. 

Jørgen Popp Petersen eröffnete die Veranstaltung Smag på Marsken. Foto: Volker Heesch
Dem Publikum wurden in der Region herstellte Produkte zum Probieren und zum Kauf angeboten. Foto: Volker Heesch

Jørgen Popp Petersen hatte um 10 Uhr auch den Startschuss zur diesjährigen Ausgabe der Veranstaltung „Smag på marsken" gegeben. „Es ist bereits die siebte Ausgabe der Veranstaltung. Es sieht alles super lecker aus“, stellte er in Anwesenheit von bereits zahlreichen Einheimischen und auswärtigen Besucherinnen und Besuchern fest, denen der Duft von Ständen mit vielen kulinarischen Spezialitäten um die Nase wehte.

 

Vor dem Publikum wurde am Stand der Joldelunder Bäckerei gebacken. Foto: Volker Heesch

„Kauft fleißig an den Ständen, es gibt hier auch Musik und viele Informationen“, so der Bürgermeister. Neben Produzentinnen und Produzenten von Käse, Fleischerzeugnissen, Säften, Bier und auch hochprozentigen alkoholischen Getränken waren ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter Hoyeraner Initiativen wie dem „Højer Byfond“, dem Wasserturm, der Schafzüchter oder dem Mühlenmuseum zugegen.

Eine Bauskizze für ein typisches Marschboot Foto: Volker Heesch

Die Kommune Tondern stellte ihren Einsatz angesichts des Klimawandels, ihre Naturschutzvorhaben und auch die Mitarbeitergruppe vor, die die Wanderwege in der Tonderner Marsch pflegen. Ein Anziehungspunkt war das nach historischen Zeichnungen von der Gilde „Ribe Træskibelaug“ gebaute „Engangsbåd“. Es ist eines der für den Transport zu Wasser typischen Boote der Marsch. Das vorgestellte Boot ist 4,40 Meter lang, 1,42 Meter breit, bei einem Tiefgang von nur 0,32 Meter, was eine Nutzung selbst in flachen Gräben, Kanälen und Auen ermöglicht. Das im Schifffahrtsmuseum Esbjerg verwahrte Original hatte einst der Ruttebüller Boy Petersen gebaut. 

 

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