Deutsche Minderheit

Kultur nach dem Shutdown: Vom Konzert bis zum Tanzball

Kultur nach dem Shutdown: Vom Konzert bis zum Tanzball

Kultur nach dem Shutdown: Vom Konzert bis zum Tanzball

Apenrade/Aabenraa
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„Der Nordschleswiger“ gibt eine Übersicht über Termine, die man sich in diesem Jahr freihalten sollte. Foto: Unsplash/Eric Rothermel

Lesungen, Theateraufführungen und Live-Musik waren 2020 Mangelware. Warum sich die Nordschleswiger trotzdem auf die nächsten Monate freuen können und was Kartoffelsuppe und Würstchen damit zu tun haben, verrät Kulturkonsulent Uffe Iwersen im Interview.

Was tun, wenn die Regierung Versammlungen über fünf Personen verbietet, Mindestabstände eingehalten werden müssen und dadurch Veranstaltungen jeglicher Art ausfallen oder verschoben werden? In die Zukunft gucken und kulturelle Ereignisse planen, auf die sich die Minderheit freuen kann – findet Kulturkonsulent des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Uffe Iwersen.

Kulturmonat Mai

„Das Kulturleben steht still, aber hinter den Kulissen wird gearbeitet“, so Iwersen, der nach einem Jahr voller Absagen, die Hoffnung auf Normalität noch nicht aufgegeben hat. „Wir planen die Veranstaltungen erst nach Ostern, bis dahin ist es hoffentlich wieder möglich, sich zu treffen.“

Im Mai soll es einen Kulturmonat auf dem Knivsberg geben. Gemeinsam mit der Bildungsstätte und dem BDN sind verschiedene Projekte geplant.

Alle Termine im Überblick

Den Anfang macht das Schultheater Agora am 4. und 5. Mai, das auf dem Knivsberg „Die Kartoffelsuppe“ aufführt.

Wolfger Pöhlmann berichtet im Mai von seiner Reise zu über 250 Orten der Wurstkultur. Foto: Martina Bieräugel

Darauf folgt die Vortragsreihe „Es geht um die Wurst“ vom 6. bis zum 8. Mai. Bei der Lesung, die an vier verschiedenen Orten in Nordschleswig stattfinden soll, erzählt der selbsternannte „Wurstologe“ Wolfger Pöhlmann die deutsche Kulturgeschichte der Wurst. Der Kunsthistoriker und Wurst-Ethnologe geht in seinem Buch der Faszination rund um die Wurst kulturgeschichtlich, ästhetisch und geschmacklich auf den Grund.

Ein Ereignis, mehrere Austragungsorte

Der Kulturkonsulent möchte vermehrt Veranstaltungsreihen in unterschiedlichen Orten anbieten, damit Nordschleswig besser abgedeckt ist und die Projekte nicht immer an denselben Plätzen stattfinden. Ein Ereignis soll so den BDN-Ortsvereinen angeboten werden, um die lokalen Partner in Zukunft besser einzubinden.

Das Kabarett-Theater „Distel“ hätte eigentlich im Januar bei der Neujahrstagung in Sankelmark auftreten sollen. Nun kommen sie im Mai nach Nordschleswig. Foto: Chris Gonz

Im Kulturmonat Mai ist außerdem noch ein Konzertabend (21. Mai) geplant und das Kabarett mit der „Distel“ aus Berlin (28. Mai).

Der Kammerchor der Musikvereinigung Nordschleswig plant im Juni mehrere Auftritte.

„Durch die verschobenen Veranstaltungen im vergangenen Jahr stehen in diesem Jahr leider nicht mehr Kalendertage oder Ressourcen zur Verfügung. Wir versuchen so viele Termine wie möglich nachzuholen, aber auch neue Sachen mit einzubeziehen. Deshalb planen wir im Herbst ein umfangreiches Kulturprogramm“ verspricht Uffe Iwersen.

So soll es zum Beispiel ein Folkbaltica-Schulkonzert in Tondern geben (6. September) und eine Lesetour des „Ex libiris“-Theater, die „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ aufführen (15. bis 18. September).

Im Oktober wird es einen Monat lang eine Fotoausstellung von Karin Riggelsen im Haus Nordschleswig in Apenrade geben.

In der Konzertreihe „Piano-Battle“ treten zwei Pianistinnen vom 6. Oktober bis zum 9. Oktober an verschiedenen Austragungsorten gegeneinander an.

Der Kulturkonsulent hofft auch, dass das Theaterabo im Herbst wieder angeboten werden kann.

Der Tanzball hätte eigentlich im Frühjahr 2021 stattfinden sollen. Foto: BDN

Ein Highlight im Jahr 2021 soll der Tanzball mit Livemusik am 30. Oktober in der Schweizerhalle in Tondern werden.

Neben den genannten Veranstaltungen hat Uffe Iwersen noch viele mehr geplant: „Wir arbeiten noch an einem Projekt, wo Musiker ihre Instrumente in Kindergärten vorstellen, einem Singer-Songwriter-Workshop und einer Comedy-Reihe.“

Das Einzige, was dem vollen Terminkalender noch entgegensteht, ist das Coronavirus, aber der Kulturkonsulent ist „zuversichtlich, dass dieses Jahr alles besser wird.“

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