Trennung

Die Wirklichkeit hat SønderjyskE eingeholt

Die Wirklichkeit hat SønderjyskE eingeholt

Die Wirklichkeit hat SønderjyskE eingeholt

Hadersleben/Haderslev
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Die Sønderjyske-Fußballer werden in der kommenden Saison ein anderes Logo auf der Brust haben. Das große „E“ verschwindet. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

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SønderjyskE Fodbold hat im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Defizit von knapp 32 Millionen Kronen erwirtschaftet und muss den Gürtel enger schnallen. Eine Trennung von Sønderjysk Elitesport war unvermeidlich.

Die Scheidung ist vollzogen. Sønderjysk Elitesport und SønderjyskE Fodbold gehen künftig getrennte Wege, das hat Sønderjysk Elitesport in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Den Spitzensport im Landesteil unter einen Hut zu bringen, war eine der tragenden Säulen, als Sønderjysk Elitesport 2004 ins Leben gerufen wurde. Knapp zwei Jahrzehnte später ist die Realität eine andere, die Trennung unvermeidbar, meint der Vorstandsvorsitzende von SønderjyskE Fodbold. Die Trennung ist in finanzieller Hinsicht vorteilhafter für Sønderjyske Fodbold.

„Das war 2004 eine fantastische Idee, und auch das völlig Richtige. Die Wirklichkeit hat uns aber eingeholt. Die Welt entwickelt sich ständig weiter. Wir haben diesen Schritt machen müssen, sonst hätten wir riskiert, dass das ganze Projekt zu Bruch geht“, sagt Søren Davidsen zum „Nordschleswiger“.

Søren Davidsen ist seit einem Jahr Vorstandsvorsitzender von SønderjyskE Fodbold. Foto: DN

„Wir hatten lange Jahre schwarze Zahlen, aber es ist kein Geheimnis, dass es über viele Jahre schon schwer gewesen ist, im Fußball-Geschäft zu bestehen. Die Anforderungen sind heute ganz andere als in den Anfangsjahren. War SønderjyskE 2004 noch ein Propellerflugzeug, ist es heute ein Düsenjäger. Wir wollen nicht aus böser Absicht die Gemeinschaft verlassen. Wir wollen den Zusammenhalt und haben gerade Zusammenhalt bewiesen, als wir SønderjyskE Fodbold von Platek übernommen haben. Es bestand das Risiko, dass auch Sønderjysk Elitesport in Konkursgefahr geraten wäre, wenn wir nicht verhindert hätten, dass Sønderjysk Elitesport mit einer fast zweistelligen Millionensumme belastet worden wäre“, so der Vorstandsvorsitzende.

Wie der „Nordschleswiger“ im August berichten konnte, hat SønderjyskE Fodbold im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Defizit von rund 30 Millionen Kronen erwirtschaftet. Der Konkurs konnte abgewendet werden, Einsparungen waren aber unumgänglich.

„Wir haben ein Minus von knapp 32 Millionen Kronen und sind gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen. Wir müssen jede Krone nicht nur einmal umdrehen, sondern zwei, drei oder viermal. Wir haben großen Respekt vor dem, was Klaus Rasmussen und sein Stab über Jahre bei Sønderjysk Elitesport geleistet haben, aber wir müssen die Ausgaben reduzieren. Wir haben ein Auge auf jede Rechnung, die zur Tür reinkommt. Wir können viel Geld sparen, indem wir beispielsweise die Gehälter über das Lohnsystem der Firma der Hedensted-Familie auszahlen und auch andere Synergieeffekte nutzen. Ich arbeite ohne Gehalt, und das trifft auch auf Markus (Direktor und Miteigentümer Markus Kristoffer Hansen, Anm. d. Red.) zu“, sagt Søren Davidsen.

Rasmus Vinderslev wird künftig ein anderes, aber ähnliches Logo auf der Brust tragen. Foto: Karin Riggelsen

Søren Davidsen und auch Klaus Rasmussen, Direktor von Sønderjysk Elitesport, unterstreichen, dass es auch künftig eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen geben wird, um das gemeinsame Brand zu stärken. Ein gemeinsames Logo wird es aber nicht mehr geben. Das große „E“ in SønderjyskE Fodbold wird verschwinden. Der neue Name wird Sønderjyske Fodbold A/S sein.

„Die Logos werden sich aber ähneln. Es ist wichtig, dass wir markieren, dass wir weiterhin Teil der Gemeinschaft sind“, sagt Søren Davidsen.

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