Juristisches Gefecht

Scandlines verklagt Fehmarngesellschaft wegen Brettspiels

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Eine Scandlines-Fähre bei Rødby. Foto: Scandlines/Lars Sørensen

Die Reederei Scandlines zieht die Fehmarngesellschaft wegen einer Broschüre und ein kommendes Brettspiel für Kinder ins Gericht. Darin wird ein Spieler mit einer Zeitverspätung bestraft, wenn die Teilnehmenden auf das Feld der Fährgesellschaft landet.

Eine Reihe von Aussagen in einer Broschüre und ein Brettspiel für Kinder hat nun ein juristisches Gefecht zwischen Scandlines und Femarn A/S verursacht. Einer der Streitpunkte ist ein Brettspiel für Kinder, das diese über das Tunnelprojekt aufklären soll, berichtet das dänische Fachmagazin Søfart.

Die Spieler sollen sich per Würfeln schnellstmöglich auf dem Spielfeld fortbewegen – am schnellsten natürlich durch den Tunnel. Landet ein Spieler nun auf einem der Fährfelder, muss dieser drei Runden „wegen eines Umsteigens auf die Fähre“ aussetzen. In anderen Worten: Die Fähre ist langsamer und die feste Verbindung zwischen Rødby und Puttgarden schneller und effektiver – eine Transportform für Gewinner.

Ein anderer Streitpunkt ist eine Broschüre über das Tunnelprojekt. Darin steht als Antwort auf die Frage „Warum die Fehmarnverbindung?“ – der Tunnel ist in jeder Wetterlage das ganze Jahr offen und mit einer direkten Verbindung muss man kein Ticket im Voraus bestellen, so die Broschüre.

„Das ist ja eine direkte Andeutung, dass wir wegen dem Wetter nicht das ganze Jahr über den Fährbetrieb aufrecht halten können und deshalb kein verlässlicher Partner für unsere Kunden sind. Das wollen wir nicht auf uns sitzen lassen. Unsere Kunden müssen kein Ticket im Voraus bestellen und es ist eine Seltenheit, dass wir wegen der Wetterlage nicht fahren können“, sagt Scandlines-Chef, Søren Poulsgaard Jensen zu Søfart. „Ich finde das nicht in Ordnung, seinen Konkurrenten auf diese herablassende und perfide Art zu behandeln“, so Jensen. Er unterstreicht, dass er versucht habe, den Streit auf anderer Weise mit Femarn A/S zu lösen – „doch wir bekamen keine Antwort.“

Die Presseabteilung der Fehmargesellschaft hat gegenüber Søfart bestätigt, dass man wegen eines Spiels verklagt worden sei, jedoch keine weiteren Kommentare diesbezüglich habe.

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