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Windenergie: Deutschland und Dänemark machen gemeinsame Sache

Windenergie: Deutschland und Dänemark machen gemeinsame Sache

Deutschland und Dänemark: Gemeinsame Sache bei Windenergie

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Kopenhagen/Berlin
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300 Gigawatt Kapazität will die EU bis 2050 mit Offshore-Anlagen erreichen. (Archivfoto) Foto: Ørsted

Offshore-Parks und sogenannte Energieinseln: Beide Länder haben am Montag eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit der eine engere Zusammenarbeit in Sachen grüne Energien eingeleitet werden soll.

Die Regierungen von Deutschland und Dänemark haben sich am Montag darauf verständigt, beim Ausbau der Windenergie auf See und bei sogenannten Energie-Inseln enger als bisher zu kooperieren.

Die Energie-Inseln (auch „Energy-Hubs“ genannt) sollen die Versorgung mit grünem Strom, aber auch grünem Wasserstoff erhöhen und dadurch Technologien voranbringen, die helfen, Stromüberschüsse zu speichern oder anderweitig zu nutzen („Power-To-X“).

Mit einer am Montag von Dänemarks Energieminister Dan Jørgensen (Soz.) und seinem deutschen Amtskollegen Peter Altmaier (CDU) unterzeichneten Absichtserklärung wollen „beide Länder einen wichtigen Schritt“ machen, „um die Ziele der EU-Offshore-Erneuerbaren-Strategie zu erfüllen“, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Dänischen Ministeriums für Klima, Energie und Versorgung heißt.

Peter Altmaier
Bundesenergieminister Peter Altmaier (CDU, Archivfoto) Foto: Fabian Sommer/dpa

Altmaier: Beide Länder sollen profitieren

Die EU-Strategie sieht vor, die Offshore-Windkapazität bis 2030 zu verfünffachen – und dann erneut bis 2050 zu verfünffachen. Von heute 12 Gigawatt soll die Kapazität so auf 300 Gigawatt ansteigen.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier sagt dazu: „Gemeinsame Offshore-Wind-Projekte werden einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa leisten und sind deshalb auch ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Jetzt gilt es, konkrete Projekte gemeinsam mit unseren Nachbarn zu identifizieren und voranzubringen. Wichtig ist mir dabei, Rahmenbedingungen zu finden, die sicherstellen, dass beide Länder profitieren. Gerade auch solche Offshore-Wind-Projekte können Synergien zur Entwicklung von grünem Wasserstoff ermöglichen.“

Dan Jørgensen
Dänemarks Energieminister Dan Jørgensen (Soz., Archivfoto) Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Jørgensen: Nicht nur die erneuerbare Stromerzeugung wird gesteigert

Dan Jørgensen sagt aus dänischer Sicht: „Vergangene Woche hat Dänemark die Entscheidung getroffen, bis 2050 aus der Öl- und Gasförderung auszusteigen. Heute machen Dänemark und Deutschland einen weiteren Schritt nach vorn, indem sie ihre Zusammenarbeit stärken, um gemeinsam Offshore-Windenergie-Hubs zu entwickeln und zu verbinden. Das wird nicht nur die erneuerbare Stromerzeugung in beiden Ländern erheblich steigern. Es ist auch eine Voraussetzung für Power-to-X-Technologien, um nachhaltige Kraftstoffe für die Schifffahrt und Luftfahrt zu produzieren. Zu diesem Zweck arbeitet Dänemark daran, zwei Offshore-Hubs mit einer Kapazität von fünf GW zu errichten.“

Startschuss für weitere Projekte

Wie die Ministerien mitteilen, soll die Absichtserklärung der Startschuss für eine weitere Zusammenarbeit sein, in der gemeinsame Projekte vorangebracht werden sollen. Etwa die eingangs genannten Energie-Inseln, die in der Nord- und Ostsee entstehen könnten. Dänemark plant, bis 2030 zwei Energie-Inseln zu errichten, die mindestens eine Gesamtkapazität von fünf Gigawatt haben sollen.

Langfristig möchte Dänemark Energieinseln mit insgesamt zwölf Gigawatt Offshore-Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee errichten. Auch die Möglichkeit, Strom aus den Offshore-Wind-Anlagen für die Produktion von grünem Wasserstoff zu nutzen, soll untersucht werden.

Beide Länder tauschen sich schon länger zum Windausbau auf See aus: In der Nordsee-Energiekooperation und in der Kooperation in der Ostsee arbeiten sie gemeinsam mit anderen Nord- und Ostsee-Anrainern und der EU-Kommission daran, den Ausbau von Windenergie auf See voranzubringen.

„Die bilaterale Vereinbarung ist ein wichtiger erster Schritt, um konkrete gemeinsame Projekte zu untersuchen. Sie baut dabei auf den Erfahrungen beider Länder aus dem Kriegers-Flak-Projekt in der Ostsee auf, das das erste Projekt seiner Art war“, heißt es in der Pressemitteilung der beiden Ministerien.

Langfristig brauche es weitere bilaterale und multilaterale Kooperationsprojekte, um ein klimaneutrales Europa zu erreichen, so die Minister Altmaier und Jørgensen.

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