Gefährdete Tierart

Trotz Genehmigung keine Kegelrobben getötet

Trotz Genehmigung keine Kegelrobben getötet

Trotz Genehmigung keine Kegelrobben getötet

Aarhus
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Foto: dpa

Seit Mai 2016 dürfen Kegelrobben, die nachweislich Fischernetze plündern, gejagt werden. Doch berichten zufolge ist bisher offenbar keine Kegelrobbe erlegt worden.

Trotz Kritik von Biologen und Tierschützern hat Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre) im Mai 2016 eine Sondererlaubnis erteilt, die es ermöglicht, dass in Dänemark 40 Kegelrobben erlegt werden dürfen, die nachweislich Fischernetze plündern und großen Schaden anrichten. Jyllands-Posten berichtet, dass trotz der Sondererlaubnis offenbar noch keine Kegelrobbe erlegt worden ist.

Die großen Meeressäuger haben sich erst in den vergangenen 20 Jahren wieder in Dänemark angesiedelt, nachdem sie 100 Jahre zuvor in der gesamten westlichen Ostsee ausgerottet worden waren. Die dänischen Naturschutzbehörden hatten es als Erfolg gefeiert, als z. B. auf Lolland beobachtet wurde, dass dort junge Kegelrobben zur Welt gebracht worden sind. Laut Jyllands-Posten konnten die Fischer auf Bornholm, denen angeblich die Fänge von den Kegelrobben streitig gemacht werden, die Robben nicht an den Netzen mit Gewehrschüssen erwischen. Aus diesem Grunde fordern sie drastischere Maßnahmen gegen die Kegelrobben, die auch in Dänemark wie in der gesamten EU als gefährdete Tierart im Rahmen der FFH-Richtlinie unter Schutz stehen. In der westlichen Ostsee sind sie nicht besonders häufig.

Der Meeressäugerfachmann am dänischen Staatlichen Naturhistorischen Museum, Morten Tange Olsen, bezweifelt den Sinn der Abschüsse per Ausnahmegenehmigung des Umweltministers. Er lehnt die Abschüsse von Kegelrobben generell ab, weil es keine ausreichende Dokumentation für ihre Schadwirkung in Dänemark gebe. Er bezeichnet den von den Fischern vorgeschlagenen Fang von Kegelrobben als Tierquälerei, weil die Tiere einen langsamen Tod dabei sterben. Außerdem würden in den Netzen auch die seltenen Schweinswale ebenfals qualvoll sterben.

Esben Lunde Larsen kündigte an, dass man eine Entschädigungsregelung für Fischer mit Kegelrobbenschäden erwäge. Man sei auch dabei, die Schäden durch die Robben zu erfassen. Erst wenn man damit fertig sei, würden neue Beschlüsse über eine eventuelle Bejagung getroffen.

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