Kunst und Kultur

Zum 100. Geburtstag: Siegfried-Lenz-Zimmer in Süderhaffer Restaurant als Raucherlounge neu eingerichtet

Zwei Personen sitzen in Sesseln in einem gemütlich eingerichteten Loungezimmer mit Bücherregal und Fenster.
Sternekoch Paul Proffitt un Ehefrau Julie im neu eingerichteten Lenz-Zimmer im Retsaurant „Pearl“

Aus Verbundenheit und zu Ehren des deutschen Schriftstellers richteten die ehemaligen Restaurantbetreibenden Christian und Pia Bind ein Lenz-Zimmer ein. Nachfolger Paul Proffitt und dessen Ehefrau Julie knüpfen daran an und haben das kleine Museumszimmer der Vorliebe des Autors fürs Pfeife rauchen angepasst. Entstanden ist ein Zigarrenzimmer, das sich auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher gern anschauen dürfen.

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Zusammenfassung

  • Im Nobelrestaurant „Pearl“ in Süderhaff wurde zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz ein neu gestaltetes Lenz-Zimmer eröffnet.
  • Der Raum kombiniert ein kleines Museum mit Originalmöbeln und persönlichen Gegenständen des Autors mit einer Raucherlounge für Zigarrenliebhaber.
  • Das Lenz-Zimmer steht auch Nichtraucherinnen und Nichtrauchern offen und ergänzt das Restaurantkonzept um ein besonderes Erlebnisangebot.

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Eine Punktlandung hat das Nobelrestaurant „Pearl“ in Süderhaff (Sønderhav) hingelegt. Am 17. März wäre der 2014 verstorbene deutsche Schriftsteller Siegfried Lenz 100 Jahre alt geworden, und pünktlich zum runden Geburtstag haben Gourmetkoch Paul Proffitt und dessen Ehefrau Julie, die das „Pearl“ betreiben, ein Zimmer mit Originalmöbeln und persönlichen Gegenständen des Autors neu eingerichtet. Der Raum ist eine Kombination aus Minimuseum und Raucherlounge. 

Die Idee für ein Siegfried-Lenz-Zimmer stammt von Christian und Pia Bind, den Vorgängern der Proffitts. Vom Süden Dänemarks und der Landschaft rund um die Flensburger Förde angetan, war Siegfried Lenz mit Koch Christian Bind befreundet. Auf dem Anwesen fand 2010 die Hochzeitsfeier von Siegfried Lenz und seiner zweiten Frau Ulla statt.

Auf den Spuren des Schriftstellers

Nach dem Tod des Autors richteten die Binds ihm zu Ehren ein Zimmer mit Möbeln und Accessoires ein, die Lenz einst nutzte. Das Zimmer wurde als winziges Museum Gästen auf Wunsch gezeigt.

Die neuen Betreibenden setzen diese Tradition fort, allerdings mit einer kleinen Verwandlung. Das Lenz-Zimmer dient als Raucherlounge – passend zum einst Pfeife rauchenden Schriftsteller. 

Kleiner Lounge-Raum mit Holzrundtisch, Büchern, rotem Sofa und Dekorgegenständen.
Möbel und andere Accessoires aus dem Nachlass von Siegfried Lenz

Neben den vielen Originalmöbeln und Gegenständen befindet sich eine Vitrine mit erlesenen Zigarrensorten im Raum. Die Idee: Gäste können sich auf die Spuren des Schriftstellers begeben, dabei eine Zigarre und einen Cognac oder einen Kaffee genießen.

Nicht nur den Männern vorbehalten

Julie Proffitt, Frau des Gourmetkochs, macht keinen Hehl daraus, dass sich das Zimmer zu einem Männersaal entwickeln könnte. „Das muss sich zeigen, ob der Raum eher die Männer anspricht. Frauen sind auf jeden Fall auch willkommen.“ Es muss auch nicht zwangsläufig eine Zigarre geraucht werden.

Gemütliche Lounge mit Sesseln, Humidor, Barregal und Rundtisch in hellem Raum.
Das Lenz-Zimmer ist mit einer Zigarrenvitrine und einem Spirituosenschrank ergänzt worden.

Ein Abstecher in den Lenz-Raum bietet sich vor allem für speisende Restaurantgäste an. Doch auch andere sollen das Zimmer im ersten Stock während der Öffnungszeiten in Augenschein nehmen und dort verweilen dürfen. „Interessierte können einfach so oder bei einem Kaffee hereinschauen und in die Lenz-Atmosphäre eintauchen“, ergänzt die Dänin.

Man gehe nicht davon aus, dass hiesige Interessierte oder Touristen dem Restaurant die Bude einrennen, um das kleine Zimmer in Augenschein zu nehmen. Man müsse daher auch nicht im Restaurant speisen, so Julie Proffitt. „Wir müssen sehen, welch großes Interesse es gibt.“

Sinn fürs Detail

„Der Zugang zum Zimmer im ersten Stock ist abseits der Restauranträume. Der Betrieb wird durch Besucherinnen und Besucher des Lenz-Raumes nicht gestört“, sagt Paul Proffitt, der ebenfalls keinen Daueransturm befürchtet.

„Ich hatte schon immer eine Vorliebe für die Atmosphäre von Zigarrenlounges, und es hat Spaß gemacht, diesen Raum mit der Welt von Lenz zu verbinden“, sagt der Engländer, der mit Ehefrau Julie und den beiden Töchtern vor rund zehn Jahren nach Dänemark zog und dort seitdem als Koch arbeitet.

Paar steht in gemütlichem Loungezimmer mit Sesseln, Vitrine und Regal im Hintergrund.
Zogen vor rund zehn Jahren nach Dänemark und führen seit einem Jahr das Restaurant „Pearl“: Julie und Paul Proffitt.

Vor fast genau einem Jahr übernahm er das Restaurant in Süderhaff und betreibt es unter dem Namen „Pearl“. Nach nicht einmal 90 Tagen gelang es dem Engländer, mit einem prestigeträchtigen Michelin-Stern ausgezeichnet zu werden – eine internationale Auszeichnung für herausragende Kochkunst.

Mit dem raucherloungeartigen Lenz-Zimmer hat der Sternekoch für eine zusätzliche Komponente gesorgt, unterstützt von der Familie Rolner, die die Immobilie besitzt.

Gäste finden im Raum Tagebücher, Bilder, Sessel, einen Schreibtisch und eine Chaiselongue, die die Gegenwart des Autors erahnen lassen.

Deutsche Bücherei steuerte bei

Einige der Möbel hat Lenz’ Witwe Ulla Jespersen dem Restaurant gestiftet. Andere Utensilien wie etwa die Pfeife oder ein Radio des Schriftstellers steuerte die Deutsche Zentralbücherei Apenrade (Aabenraa) bei. 

Gattin Ulla hatte sich nach dem Tod ihres Mannes an die Bücherei gewandt mit dem Vorschlag, dass die Einrichtung Gegenstände aus dem Nachlass des Schriftstellers versteigern könnte. Einige Gegenstände wurden nicht ersteigert und sind im Süderhaffer Restaurant gelandet.

Noch ein besonderer Raum

Auf der Suche nach Erlebnissen für die Gäste hat Paul Proffitt ein weiteres Detail in sein Restaurant eingebaut. Eine kleine Lounge mit Bar erreichen Gäste über eine als Bücherregal getarnte Geheimtür. 

Zwei Personen stehen hinter einer als Bücherregal getarnten Tür in einer Bar im Restaurant.
Erlebnisgastronomie: Paul und Julie Proffitt hinter der als Bücherregal getarnten Geheimtür

Die Bar hat Proffitt, der ein Faible für historische Zusammenhänge hat, „The Shirly Temple“ getauft. Der Raum mit Tresen und Sitzgelegenheiten erinnert an geheime Bars der Prohibitionszeit der 1920er Jahre. Das Zigarrenrauchen ist dort, im Gegensatz zum Lenz-Zimmer, allerdings nicht erlaubt.