Blaulicht

51-Jähriger aus Apenrade angeklagt – Diebstahl von Bahnsignalen führte zu tödlicher Kollision

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Der Fall wird vor dem Gericht in Sonderburg verhandelt.

Ein 51-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten: Er soll mehrfach Warnanlagen an unbeschrankten Bahnübergängen gestohlen haben – mit tödlichen Folgen.

Die Staatsanwaltschaft bei der Polizei Südjütland und Nordschleswig (Syd- og Sønderjyllands Politi) hat Anklage gegen einen 51-jährigen Mann aus der Kommune Apenrade erhoben. Ihm werden unter anderem fahrlässige Tötung unter besonders erschwerenden Umständen sowie der Diebstahl von Bahnsignalanlagen in mehreren Fällen vorgeworfen. Das geht aus einer Mitteilung der Polizei hervor.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Mann gleich zweimal Warnsysteme an unbeschrankten Bahnübergängen entlang der Strecke Tingleff–Sonderburg entwendet haben. Beim ersten Vorfall am 30. Juni dieses Jahres zwischen etwa 2.25 und 3.30 Uhr soll er drei komplette Glockensysteme aus den Übergängen an Kærvej, Visgårdvej und Kådnervej ausgebaut haben. Fünf Tage später – am 5. Juli – soll er nach demselben Muster erneut zugeschlagen haben.

Tödlicher Unfall als Folge

Besondere Schwere erhält der Fall durch den Unfall am Abend des 5. Juli. Gegen 18.50 Uhr passierte ein junger Mann in einem Lieferwagen den Bahnübergang am Kådnervej – ohne akustische Warnung. Das Fahrzeug kollidierte mit einem herannahenden Zug. Der junge Fahrer erlag wenig später seinen Verletzungen.

Für dieses Geschehen muss sich der 51-Jährige zusätzlich wegen fahrlässiger Tötung unter besonders erschwerenden Umständen verantworten.

Der Mann wurde Anfang Juli von der Polizei festgenommen und verhört. 

Schwerwiegende Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 51-Jährigen vor, die Taten aus Gewinnabsicht oder grober Rücksichtslosigkeit begangen zu haben – mit der Folge, dass Menschenleben unmittelbar gefährdet wurden. Durch die Manipulation und den Abbau der Warnglocken sei sowohl die Sicherheit des Bahnverkehrs als auch die Sicherheit auf öffentlichen Straßen in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt worden.

Neben den Diebstählen und den Gefährdungsdelikten ist der Mann in 13 Fällen wegen Fahrens während einer verhängten Fahrverbotszeit angeklagt.

Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch aus.