Politik

Ehefrau gab Kubicki Erlaubnis für Kandidatur

Wolfgang Kubicki geht vorerst nicht in Rente, sondern will als Parteivorsitzender die FDP retten.

Eigentlich wollte das FDP-Urgestein mit seiner Frau mehr Zeit für Urlaube und «schöne Dinge» verbringen. Die Rettung der FDP hat erst einmal Vorrang.

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Zusammenfassung

  • Wolfgang Kubicki kandidiert mit Zustimmung seiner Ehefrau für den FDP-Parteivorsitz.
  • Das Paar stellte gemeinsame Urlaubspläne zurück, um die mögliche Rettung der FDP zu ermöglichen.
  • Die FDP kämpft nach schweren Wahlniederlagen ums politische Überleben und liegt in Umfragen bei drei bis vier Prozent.

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Die Ehefrau des FDP-Politikers Wolfgang Kubicki hat nach anfänglichem Nein ihrem Gatten grünes Licht für die Kandidatur zum Parteivorsitz gegeben. Der 74-Jährige hatte seine Kandidatur am Ostersonntag nach Beratungen mit seiner Frau erklärt. »Das Gespräch zog sich im Grunde über den gesamten Karfreitag, von morgens bis abends«, erzählte Kubicki dem «Spiegel». «Unsere Lebensplanung sah ja wirklich anders aus, mit Urlauben und solchen schönen Dingen», betonte er. 

Der FDP-Politiker sagte über seine Frau: «Ihre erste Reaktion war morgens: auf keinen Fall! Und dann fiel noch dieser schlimme Satz: Du bist auch nicht mehr der Jüngste.» 

Kubicki weiter: «Mittags fragte sie dann schon: Glaubst du wirklich, dass du das schaffen könntest? Da sagte ich: Wenn ich das nicht glauben würde, dann würde ich es nicht machen, ich bin ja kein Idiot.» 

Nicht wie «begossener Pudel» rumlaufen

Am Abend habe seine Frau dann gesagt: »Ich weiß genau, wenn ich dir jetzt sagen würde, du machst es nicht, dann machst du es auch nicht, läufst aber wie ein begossener Pudel durch die Gegend und denkst, du hast die FDP im Stich gelassen.« 

Kubicki sagte weiter: «Und das wollte sie dann auch nicht. Da war die Entscheidung gefallen.»

Die FDP macht derzeit schwierige Zeiten durch. Bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg war sie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. 

Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen. Bundesweite Umfragen sehen sie derzeit bei drei bis vier Prozent. 

Kubicki gegen Höne auf Parteitag Ende Mai

Neben Kubicki - noch immer stellvertretender Parteivorsitzender - bewirbt sich der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Henning Höne um den FDP-Vorsitz beim Parteitag Ende Mai. 

Der derzeitige FDP-Chef Christian Dürr hatte nach Kubickis Ankündigung erklärte, nicht wieder für den Parteivorsitz antreten zu wollen. Dürr unterstützt Kubickis Kandidatur. 

Seinem Kontrahenten Höne traut Kubicki nicht zu, die FDP schnell aus dem Tal zu führen. 

«Ich hätte nicht kandidiert, wenn ich Henning Höne zugetraut hätte, dieses Problem in der sehr kurzen Zeit, die wir haben, zu durchbrechen», sagte Kubicki dem «Spiegel». «Damit die Menschen Ihnen zuhören, müssen Sie bekannt sein. Das fehlt ihm derzeit noch», sagte Kubicki.