Politik

Fall Popp: Tierschutzverband kritisiert zögerliche Reaktion der Behörden

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Die Behörden hätten gegenüber Jørgen Popp Petersen härter durchgreifen müssen, meint Yvonne Johansen vom Tierschutzverband (Archivfoto).

„Dyrenes Beskyttelse“ wundert sich darüber, dass die Nahrungsmittelbehörde Jørgen Popp Petersen achtmal angezeigt hat, ohne dass sie seinen Betrieb geschlossen hat. Er selbst sagt, es handle sich um eine Reihe von Einzelfällen.

Der Tierschutzverband „Dyrenes Beskyttelse“ meldet sich mit scharfer Kritik zu Wort, nachdem „TV2“ berichtet hat, dass die Nahrungsmittelbehörde Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (SP) achtmal angezeigt hat. Er soll Schweine in seinem Stall grob vernachlässigt haben.

„Dieser Fall zeigt ein weiteres Mal, dass den Schweineproduzenten eine zu lange Leine gewährt wird“, sagt Yvonne Johansen, Tierschutzchefin bei „Dyrenes Beskyttelse“.

Die acht Anzeigen erstrecken sich über einen Zeitraum von 2019 bis 2024. Die Polizei hat bislang nicht entschieden, ob Popp wegen eines Übertritts des Tierschutzgesetzes bezichtigt wird.

„Es handelt sich um acht Anzeigen innerhalb von fünf Jahren, ohne dass die Behörden ihn daran gehindert haben, Tiere zu halten“, so Johansen.

Popp gibt Schweinezucht auf

Popp Petersen sagt zu „DR Syd“ bei den acht Anzeigen handle es sich um eine Reihe von Einzelfällen. Er habe jeweils die Missstände behoben, die die Behörde angemahnt hat. Nachdem „TV2“ den Bericht über die acht Anzeigen veröffentlicht hat, hat der Bürgermeister mitgeteilt, er werde die Schweineproduktion einstellen.

„Es ist ja bemerkenswert, dass er sich erst jetzt dazu entschließt, seinen Betrieb aufzugeben und damit die Misshandlung der Tiere zu beenden, wo die Sache mediale Aufmerksamkeit bekommt“, sagt die Tierschutzchefin.

Der Inhalt der acht Anzeigen gegen Popp Petersen ist nicht bekannt.