Scharfe Kritik

Behörde hat Jørgen Popp Petersen achtmal angezeigt – er stellt die Schweineproduktion ein

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Jørgen Popp Petersen zeigt sich von den Vorwürfen betroffen (Archivbild).

Tonderns Bürgermeister hat eine Schweinezucht. Die Nahrungsmittelbehörde hat mehrfach angemahnt, dass die Schweine grob vernachlässigt werden. Jetzt zieht er Konsequenzen.

Achtmal hat die Nahrungsmittelbehörde (Fødevarestyrelsen) gegenüber Tonderns Bürgermeister, Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei, ihr schwerstes Geschütz aufgefahren: Sie hat ihn bei der Polizei angezeigt. Der Vorwurf ist, dass Schweine in seinem Stall grob vernachlässigt worden sind.

Insgesamt 14 Mal hat die Behörde seit 2019 seine Schweinezucht kontrolliert. Bei acht der Besuche hat sie Verhältnisse vorgefunden, die sie zu einer Anzeige veranlasst haben.

„Es ist ein ungewöhnlicher Fall mit einem ungewöhnlichen Verlauf“, sagt Signe Hvidt-Nielsen zu „TV2“. Sie ist Veterinärchefin bei der Nahrungsmittelbehörde.

Popp sieht Verantwortung bei Betriebsleiter

Popp Petersen hält auf seinem Hof mehr als 600 Sauen und 3.500 Ferkel – doch einige Tiere sind grob vernachlässigt worden.

Er sagt, er beginne jeden Tag mit einem Rundgang durch den Schweinestall, der ein bis zwei Stunden dauere. Für die Missstände, mit denen ihn „TV2“ konfrontiert, sieht er sich jedoch nicht direkt verantwortlich – dafür gebe es einen Betriebsleiter.

Er räumt ein, dass es nicht in Ordnung sei, wenn die Lebensmittelbehörde einschreiten müsse.

„Das ist auch nicht in Ordnung. Das ist überhaupt nicht in Ordnung. Es tut mir sehr leid, und unseren Mitarbeitern ebenfalls“, sagte Jørgen Popp Petersen gegenüber „TV 2“. „Letztendlich ist es meine Verantwortung.“

Charakter der Vorwürfe ist öffentlich nicht bekannt

Aufnahmen zeigen ein Schwein mit Gangrän (dänisch: koldbrand) an beiden Ohren. Da die Kontrollberichte jedoch an die Polizei für Südjütland und Nordschleswig übergeben wurden, unterliegen die Unterlagen dem Ermittlungsgeheimnis – und die Öffentlichkeit hat keinen Zugang zu den Details.

Die Veterinärchefin Hvidt-Nielsen, darf zu dem konkreten Fall keine Stellung nehmen, weist jedoch darauf hin, dass es selten vorkommt, dass es innerhalb von 14 Kontrollen zu acht Strafanzeigen kommt.

Popp stellt die Produktion ein

„Ich bin selbstverständlich sehr betroffen von dem Fall und möchte nicht, dass der Fokus von meiner politischen Arbeit abgelenkt wird. Deshalb habe ich beschlossen, die Schweineproduktion auf meinem Hof nach 37 Jahren einzustellen“, so Popp Petersen in einer schriftlichen Stellungnahme.

In den vergangenen Jahren habe eine Strafanzeige gegen einen Schweinehalter in gut jeder zweiten Sache zu einer Verurteilung geführt, teilte die Behörde mit.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang noch nicht entschieden, ob Anklage erhoben wird oder nicht. Ob Verstöße zum Entzug des Rechts auf Tierhaltung führen, entscheiden die Gerichte.

Die ersten beiden Strafanzeigen erfolgten 2019, die bislang letzte im Jahr 2024. Bei der letzten Kontrolle 2025 war laut Popp Petersen „alles in Ordnung“.