Analyse

Klimafreundlichere Verbindung zwischen Alsen und Fünen möglich

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Eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen könnte möglicherweise in Form einer Brücke gebaut werden – sofern es für das Projekt grünes Licht gibt, könnte es aber auch ein Tunnel werden.

Mit einer Mehrausgabe von einigen Milliarden Kronen würde eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen das Klima weit weniger belasten. Mit der Lösung könnten sogar neue Naturgebiete geschaffen werden, so die Hoffnung des ehemaligen Danfoss-Chefs Jørgen Mads Clausen.

Wer einige Milliarden Kronen mehr in das Brückenprojekt zwischen Alsen und Fünen steckt, der stellt sicher, dass die neue Brückenverbindung das Klima weniger negativ beeinflusst.

Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen Kraka Economics, das von „AlsFynForbindelsen“ angeheuert wurde. Bei zusätzlichen Ausgaben von rund 1,3 Millionen Kronen für die Mindestlösung und mit einer Höchstgrenze von rund 2,9 Milliarden Kronen werden die Schäden an der Natur minimiert und in einigen Fällen sogar Verbesserungen erzielt. Bei der Analyse wurden unter anderem auch führende Forscherinnen und Forscher sowie Denkfabriken zu Rate gezogen.

Breitere Straßen und Natur

„Eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen ist ein Beispiel dafür, dass es wichtig ist, unsere Straßennetze auszubauen, damit die dänischen Unternehmen einen besseren Zugang zum deutschen Markt und den europäischen Märkten erhalten. Das würde Arbeitsplätze und Wachstum mit sich führen“, so der Vorstandsvorsitzende der AlsFynForbindelsen, Claus Jensen. Er ist ebenfalls Vorstandsvorsitzender der Gewerkschaft „Dansk Metal“.

Der stellvertretende Vorsitzende von AlsFynForbindelsen und Chairman Emeritus bei Danfoss, Jørgen Mads Clausen, ist ebenfalls optimistisch: „Die Berücksichtigung von verschiedenen Interessen ist die einzig richtige Vorgehensweise bei Projekten dieser Größenordnung. Und mit Rücksicht auf die Natur und Umwelt können ganz neue Naturbereiche entstehen, unter anderem bei Svanninge Bakker und Bøjden Nor.“

Analyse ist wichtig

Henrik Mulvad, der Partner von Kraka Economics, lobt die Initiative der AlsFynForbindelsen. „Alle Anlagenprojekte dieser Größe müssten mit einer solchen Analyse und einer Untersuchung beginnen, damit das Projekt den kommenden Generationen weder eine Klimarechnung noch zerstörte Natur hinterlässt“, so Mulvad.

Eine feste Verbindung zwischen Fünen und Alsen begann 2017 als ein gemeinsames Projekt der beiden Kommunen Faaborg-Midtfyn und Sonderburg. 2023 wurde für das Projekt die selbstständige Organisation AlsFynForbindelsen gegründet. AlsFynForbindelsen soll sich auf alle lokalen Interessen konzentrieren und auf die Perspektiven einer möglichen festen Verbindung aufmerksam machen.

Tümmler, Sauerstoffmangel und weniger Natur

Die Nachhaltigkeitsanalyse könnte ein Beispiel für große Anlagearbeiten werden, die sonst tonnenweise CO₂ verschlingen und die Biodiversität und die rekreativen Werte in den berührten Gegenden belasten. Die Errichtung und der Betrieb einer festen Alsen-Fünen-Verbindung würde ebenfalls der Natur, der Umwelt und dem Klima schaden, wenn diese nicht begrenzt werden. Die Analyse gibt an, wo diesbezüglich geholfen werden kann.

Bei den Arbeiten im Kleinen Belt wird unter der Wasseroberfläche gelärmt, was unter anderem die Tümmler verscheuchen könnte. Das wiederum könnte zu Sauerstoffmangel führen. Bei der Produktion des Materials für die Brücke würden außerdem Treibhausgase ausgeleitet. Auch der Ausbau der Straßen kostet immer ein Stück Natur.

Die Nachhaltigkeitsanalyse der Kraka Economics ist eine Ergänzung der soeben abgeschlossenen staatlichen Verträglichkeitsuntersuchung.

Das schlägt die Analyse vor

  • Wiederaufbau von Bøjden Nor und der Erwerb von 180 Hektar Landwirtschaftsgelände (ca. 50 Millionen Kronen)
  • Ausgrabung und Überdeckung einer Strecke von 1,5 Kilometern durch Svanninge Bakker. Eine streckenweise Überdeckung (1,1-1,6 Mia. Kronen) oder ein Cut-and-cover-Tunnel (1,6-2,7 Mia. Kronen)
  • Auf 900 Hektar Landwirtschaftsgebieten soll ein zusammenhängender Naturbereich von Svanninge Bakker bis Bjerge geschaffen werden (114 Millionen Kronen)
  • Bei Augustenburg (Augustenborg) soll ein neuer natürlicher Bereich und ein zusammenhängendes kreatives Gebiet geschaffen werden.
  • Es dürfen im Projektbereich zeitweilig keine Grundschleppnetze benutzt werden.
  • Es müssen klimaneutrale Materialien oder andere Materialien angewendet werden, die CO₂ aus der Atmosphäre filtern.

Laut vorliegenden Berechnungen würde die Errichtung der neuen Brücke 22 Milliarden kosten. Im Verhältnis dazu sind die Mehrausgaben von 1,3-2,9 Milliarden für eine klimafreundliche Lösung relativ gering, so die Einschätzung von AlsFynForbindelsen.