Umweltschutz

Freude im Grenzland über Muschelfischereiverbot in der Förde

Freude im Grenzland über Muschelfischereiverbot in der Förde

Freude im Grenzland über Muschelfischereiverbot in der Förde

Apenrade/Aabenraa
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SP-Vorsitzender Rainer Naujeck fordert, dass das Verbot schnellstmöglich umgesetzt wird. (Archivfoto) Foto: Volker Heesch

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Beide Minderheitenparteien freuen sich, dass auch die dänische Regierung nun die Schleppnetzfischerei in der Flensburger Förde verbietet. Sie drängen auf eine schnelle Umsetzung des Verbotes.

Dänemark tut es Deutschland gleich und verbietet in seinen Gewässern der Flensburger Förde die Muschelfischerei mit Schleppnetzen. Das gab die Regierung am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Meeresschutzplans bekannt.

Schnelle Umsetzung gefordert

Die Schleswigsche Partei (SP) freut sich über die Ankündigung, kritisiert allerdings, dass es noch keinen Zeitpunkt gibt, ab dem das Verbot in Kraft tritt. Der Zustand der Flensburger Förde sei ebenso wie eine Vielzahl der anderen Binnengewässer an den Ostküsten katastrophal. Dabei handele es sich um Wüstenlandschaften unterhalb des Meeresspiegels und es gelte, keine Zeit zu verlieren. Die Grundschleppnetzfischerei sollte sofort verboten werden, heißt es von der Partei.

„Wir fordern seit Langem ein Verbot der Fischerei, auch der Muschelfischerei, in der Flensburger Förde mit Schleppnetzen. Es ist Zeit zu handeln“, so der kommissarische Vorsitzende der SP, Rainer Naujeck, der ein sofortiges Verbot fordert.

Zustimmung vom SSW

Auch auf der anderen Seite der Grenze, beim Südschleswigschen Wählerverband (SSW), wurde die Nachricht aus Kopenhagen positiv aufgenommen.

„Das ist eine fantastische Nachricht für unsere Flensburger Förde. Zeitweise hatte ich es nicht mehr für möglich gehalten, aber die intensiven Gespräche und Treffen mit der dänischen Regierung und auch die Besuche dänischer Minister bei uns in Flensburg haben gewirkt. Besonders gefreut habe ich mich über den guten Austausch mit dem Fischereiminister Jacob Jensen im April in Kopenhagen. Vielen Dank an ihn, dass er zugehört hat“, so der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler in einer Pressemitteilung.

Weitere Probleme

Doch die Grundschleppnetzfischerei ist nicht das Einzige, was einen negativen Einfluss auf die Meeresumwelt hat. Die dänischen Fjorde sind seit Langem von einem starken Sauerstoffmangel betroffen, vor allem weil zu viele Nährstoffe vom Land zugeführt werden. Dies habe schwerwiegende Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt – auch in der Flensburger Förde, kritisiert die SP.

Stephan Kleinschmidt, SP-Politiker und stellvertretender Bürgermeister in Sonderburg (Sønderborg), drängt deshalb darauf, die grenzüberschreitende Perspektive nicht zu vergessen, wenn nun endlich Initiativen für mehr Naturschutz im Meer ergriffen werden.

„Es ist bekannt, dass die Herausforderungen eines starken Sauerstoffmangels und einer schlechten Wasserqualität in den nach Osten ausgerichteten Binnengewässern auf beiden Seiten der Grenze gleich sind. Deshalb muss eine Lösung auch grenzüberschreitend sein“, so Kleinschmidt.

Kleinschmidt: Müssen zusammenarbeiten

Er verweist auf die Pläne Schleswig-Holsteins, ab 2025 einen Ostsee-Nationalpark zu errichten, der 140.000 Hektar (circa 1,9 Millionen Fußballfelder) von Flensburg bis Lübeck umfassen soll.

„Dänemark sollte die Chance nutzen und sich den Plänen zur Errichtung eines Nationalparks entlang der Ostküste anschließen“, fordert der SP-Politiker.

 

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