Naturphänomen

Fantastische Fotos vom Polarlicht – geschossen bei Krusau

Fantastische Fotos vom Polarlicht – geschossen bei Krusau

Fantastische Fotos vom Polarlicht – geschossen bei Krusau

Kollund
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Eine der spektakulären Polarlicht-Aufnahmen des Kollunder Hobbyfotografen in der Nacht von Montag auf Dienstag in der vergangenen Woche Foto: Holger Iggena

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Um spektakuläre Aufnahmen machen zu können, sind Know-how, die richtige Kamera und natürlich auch ein gewisser Einsatz erforderlich. Der Wahl-Kollunder Holger Iggena steht für besondere Wetterphänomene sogar nachts auf.

Spätabends trudelten in der Redaktion des „Nordschleswigers“ kürzlich spektakuläre Aufnahmen vom Polarlicht ein. Diese Fotos waren nicht etwa in Nordnorwegen oder Island entstanden, sondern in der Nähe von Krusau (Kruså).

Die Aufnahmen stammen vom Wahl-Kollunder Holger Iggena, der im IT-Bereich als Außendienst-Techniker unterwegs ist – tagsüber. Abends – und wenn es sein muss auch nachts – fotografiert er leidenschaftlich gerne, besonders den Sternenhimmel.

Auf seiner Homepage sind einige Beispiele seiner Fotografie zu sehen.

Von Nordosten zieht ein Gewitter auf. Foto: Holger Iggena

Faszination Sternenhimmel

„Über mich gibt es eigentlich nicht soo viel zu erzählen“, findet er. Vielleicht untertreibt er damit.

Denn der IT-Techniker (Jahrgang 1984) ist ursprünglich gelernter Funk-Elektroniker. Im vergangenen Jahr ist er mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Töchtern (sieben und neun Jahre) nach Kollund gezogen.

Wenn seine App auf dem Handy Alarm macht, schnappt sich Holger Iggena sein Fotoequipment und düst los. Foto: Karin Riggelsen

Ich fotografiere seit 2001, wenn man die damalige Aldi-Digitalkamera für 79 Euro dazuzählen darf.

Holger Iggena, Hobbyfotograf

„Ich fotografiere seit 2001, wenn man die damalige Aldi-Digitalkamera für 79 Euro dazuzählen darf“, sagt er augenzwinkernd. Seine erste digitale Spiegelreflexkamera schaffte er sich 2007 an.

Über die Liebe zur Fotografie hat er übrigens auch seine Frau Patricia kennengelernt – bei „Photo Dose“ im „FördePark“. Sie ist auch Fotografin, und zwar eine sehr tüchtige, wie Holger Iggena betont. „Seit wir Kinder haben, können wir unser Hobby jedoch eigentlich nie gemeinsam ausüben“, stellt er nüchtern fest – völlig ohne Bedauern, denn die beiden Töchter sind ihr wichtigster Schatz.

„Seit jeher faszinieren mich Nachtaufnahmen und insbesondere Sterne, Kometen und natürlich die aktuellen Polarlichter wegen der erhöhten Sonnenaktivität“, erläutert er sein Hobby.

Faszinierendes Farbenspiel am Nachthimmel bei Krusau Foto: Holger Iggena

Erste Polarlicht-Fotos verkauft

„Im März 2022 habe ich das erste Polarlicht, das ich von Solitüde aus sehen konnte, sehr spontan fotografiert. Damals fiel mir nichts Besseres ein, als einige der Bilder nachts an ,Bild’-Zeitung und den ,SHZ’ (,Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag’, red. Anm.) zu schicken“, erinnert er sich. Das brachte ihm zudem einen kleinen „Geldsegen“ ein. Was ihn aber noch mehr freut, ist die Tatsache, dass seine Aufnahmen jetzt auch andere Fotografen zur Astrofotografie inspiriert haben.

In den vergangenen beiden Jahren hat er sich (s)eine absolute Traumausrüstung zulegen können – „eine Nikon Z9 mit den drei Mega-Objektiven plus Makro und 800er-Teleobjektiv“, schwärmt Holger Iggena. Den eigenen Worten nach fehle ihm jetzt eigentlich nur die entsprechende Freizeit, um jeden Tag mit seiner Kamera auf die „Pirsch“ zu gehen.

Sein erstes Polarlicht konnte er im März 2022 bei Solitüde mit der Kamera festhalten. Foto: Holger Iggena

SoMe-Bühne für die Fotos

Er bezeichnet sich selbst als „strenger Social-Media-Verweigerer“, und doch ist er seit vergangener Woche wieder auf Instagram als holgers.pictures unterwegs, um seinen Fotoarbeiten eine Bühne zu geben. „Solche Bilder müssen gesehen werden“, findet er, „nicht zuletzt, um die Menschen fürs Rausgehen, für die Astrologie, Sterne, und das technisch Machbare zu begeistern.“

In der Bildmitte ist der Komet Neowise zu entdecken. Auch diese Aufnahme ist dem versierten Fotografen bei Solitüde gelungen. Foto: Holger Iggena

In der Nacht vom 18. auf den 19. September hat er sich an den Sønderborgvej gestellt und spektakuläre Bilder vom Polarlicht fotografieren können. Deutlich zu sehen sind auch das Sternbild Großer Wagen, die Andromeda-Galaxie, die Milchstraße und Gewitterwolken, die von Nordosten heranziehen.

„Ich habe mir auf dem Handy eine App mit dem Namen Aurora heruntergeladen. Sie teilt mir mit, wenn in meiner Umgebung ein spannender Nachthimmel zu beobachten ist. Ich hatte es mir am Montag mit meiner Frau auf dem Sofa gemütlich gemacht. Wir hatten auch schon einen Film ausgesucht, den wir uns gemeinsam ansehen wollten. Dann aber machte sich die App bemerkbar …“, erzählt Holger Iggena und lacht.

Bis sie Kinder bekamen, waren die Iggenas häufig gemeinsam auf der Pirsch nach tollen Fotomotiven. Derzeit gehen Patricia und Holger meist getrennt ihrem Hobby nach. Dafür kann zu Hause am Computer gefachsimpelt werden. Foto: Karin Riggelsen

Erst das Naturschauspiel mit den eigenen Augen in sich aufnehmen und auf sich wirken lassen!

Holger Iggena, Hobbyfotograf

Naturschauspiel genießen

Seine Ehefrau wusste sofort, dass damit der gemeinsame Fernsehabend gestrichen war. Iggena fand quasi vor der eigenen Haustür einen geeigneten Spot, um das Naturphänomen zu bewundern. Das ist auch sein Tipp: „Nicht gleich fotografieren! Erst das Naturschauspiel mit den eigenen Augen in sich aufnehmen und auf sich wirken lassen! Dann erst durch die Linse schauen und fotografieren.“

Für das nächtliche Fotografieren sei es zudem wichtig, einen möglichst dunklen Ort zu finden. Eine Stadt sei selten für die Nachtfotografie geeignet. „Es sei denn, man will die Skyline einer Stadt oder Ähnliches fotografieren“, erläutert er seinen Ratschlag. Auch das sei natürlich reizvoll. Auf dem Land stünden die Chancen allerdings besser, den Zauber einer sternenklaren Nacht mit der Kamera einfangen zu können.

Seine tollen Aufnahmen aus der vergangenen Woche hat Holger Iggena dem „Nordschleswiger“ dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Zwei Fotoenthusiasten mit ihren Nikons. Man beachte: Die Kameratasche von Patricia Iggena ist mit modischem Blumendekor verziert, und ihr Stativ ist pink. Dagegen ist die Ausrüstung ihres Mannes nicht ganz so poppig. Hier dominiert die Farbe Schwarz. Foto: Karin Riggelsen
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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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