Handball

Final Four: Finale ohne SønderjyskE-Handballerinnen

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SønderjyskE hatte gegen Odense das Nachsehen.

Odense war wie erwartet ein zu großer Brocken für die Handballerinnen aus Apenrade. Sonntag spielt SønderjyskE nun um Platz drei.

Die Handballerinnen von SønderjyskE schrieben Handballgeschichte, als sie Sonnabend zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte – und in der Sportgeschichte Nordschleswigs – am Final Four des Pokalwettbewerbs teilnahmen. Doch die Sensation blieb in der Jysk Arena in Silkeborg aus, als die Hellblauen aus Apenrade (Aabenraa) bereits im Halbfinale gegen die haushohen Favoritinnen Odense Håndbold ausschieden. Das Spiel endete 22:31, war aber schon in der Pause beim Spielstand von 9:19 entschieden.

SønderjyskE begann unbeeindruckt und mit viel Geduld, führte 1:0 und 2:1, doch dann schlichen sich die ersten Fehler ein, und als Odenses Torhüterin Yara Ten Holte zwei große Paraden rausholte, stand es schon 2:5 und nach 16 Minuten sogar 4:9.

Fliegende Niederländerin

SønderjyskE packte in der Anfangsphase in der Abwehr gut zu gegen die Weltstars aus Odense.

Die Hellblauen kämpften in der Abwehr, was das Zeug hielt, und hatten dabei die Weltklasse-Spielerinnen Helena Elver und Mie Højlund (vor wenigen Wochen mit der Nationalmannschaft noch EM-Silber-Gewinnerinnen) einigermaßen im Griff.

Dafür zauberte die niederländische Nationalspielerin Thale Deila – sie machte vor der Pause fünf Tore.

Odenses Routiniers drehten auf

Olivia Simonsen und ihre Mannschaftskameradinnen liefen in der ersten Halbzeit Odense hinterher.

Bei SønderjyskE machten die neugebackene Nationalspielerin Olivia Simonsen, Lea Hansen und Louise Ellebæk die beste Figur. Leistungsträgerin Sarah Paulsen blieb dagegen ohne Torerfolg.

Doch gegen routinierte Weltklasse-Spielerinnen wie Elver, Burgaard, Højlund, Halilcevic und Aardahl war das Team von Trainer Peter Nielsen dann doch chancenlos. Odense steigerte sich, während SønderjyskE sich zu viele Fehler leistete. Ten Holte hielt jeden zweiten Ball der Hellblauen (und wurde zur besten Spielerin im Halbfinale gekürt) – SønderjyskEs Torhüterinnen Stine Broløs und Nora Persson hatten insgesamt nur drei Paraden.

Aus dem 4:9 wurde so ein 8:15, und auch Nielsens Versuch, im Angriff sieben gegen sechs zu spielen, fruchtete nicht. Am Ende hieß es zur Pause 9:19. Da war der Traum vom Finale schon ausgeträumt.

Nach der Pause schaltete Odense einen Gang runter und schonte die Leistungsträgerinnen. Dadurch konnte SønderjyskE mit Odense mithalten, ohne allerdings die Gegnerinnen einholen zu können.

SønderjyskE-Trainer Peter Nielsen versuchte mehrmals, die Taktik zu ändern und auf den Positionen zu wechseln, aber Odense war zu abgeklärt.

Peter Nielsens Team spielte im Angriff erfolgreich sieben gegen sechs, aber Odense konnte oft gleich im Anschluss den Ball ins leere SønderjyskE-Tor werfen, und so blieb die erhoffte Wende im Spiel aus.

Im zweiten Durchgang überzeugte Melissa Petrén bei den Apenraderinnen sowohl als Spielverteilerin als auch als Torschützin.

Melissa Petrén war eine der wenigen SønderjyskE-Spielerinnen, die im Halbfinale ihr Potenzial ausschöpfte.

Die zweite Halbzeit konnten die Hellblauen sogar für sich entscheiden, doch am Ende fehlte die Qualität und die Kraft gegen Odense.

Insgesamt hatten aber zu wenig SønderjyskE-Spielerinnen einen guten Tag – Leistungsträgerin Sarah Paulsen, die so viele Spiele für ihr Team gewonnen hat, war ein Totalausfall. So ließ Trainer Peter Nielsen die angeschlagene Spielerin nach der Pause meist auf der Bank.

Die Tore für SønderjyskE erzielten: Melissa Petrén 6, Olivia Simonsen 5, Louise Ellebæk 4, Lea Hansen 3, Ida-Marie Dahl 2, Sara Ibranovic 1, Josefine Dragenberg 1.

Für Odense machten Thale Deila 7 und Maren Aardahl 5 die meisten Tore. Mie Højlund blieb ohne Torerfolg, während die EM-Finalistinnen Helena Elver (3) und Halilcevic (2) ebenfalls keine entscheidende Rolle spielten.

Sonntag Spiel um Platz drei

Im Spiel um den dritten Platz (13.30 Uhr) trifft SønderjyskE am Sonntag auf Silkeborg/Voel, die in der Jysk Arena ein Heimspiel hat. Silkeborg verlor das Halbfinalspiel gegen Team Esbjerg deutlich mit 26:38 (14:21).

Im September hatte SønderjyskE in der Liga Silkeborg/Voel in der Arena in Apenrade mit 30:28 geschlagen.

Im Finale stehen sich Odense und Esbjerg gegenüber (16 Uhr).