Deutsche Minderheit

70 Jahre europäischer Minderheitenverband: Hoffen auf Präsidiumsplatz

70 Jahre europäischer Minderheitenverband: Hoffen auf Präsidiumsplatz

70 Jahre europäischer Minderheitenverband

Pressburg/Bratislava
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Hinrich Jürgensen (Archivbild) Foto: Cornelius von Tiedemann

In Pressburg (Bratislava) beginnt am Mittwoch der 70. Kongress der FUEN. Die deutsche Minderheit in Dänemark hofft auf einen Verbleib im Präsidium.

In der slowakischen Hauptstadt Pressburg (Bratislava) hat am Mittwoch der viertägige 70. Kongress der Föderativen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) begonnen. Für Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) ein wichtiger Termin im Kalender: „Der offizielle Teil ist der kleinste Teil. Spannend sind besonders die Minderheiten vor Ort, wie die sich präsentieren und der Austausch mit den anderen Minderheiten.“

Am Mittwochabend stellten die Minderheiten Spezialitäten aus ihren Heimatregionen vor. Foto: Cornelius von Tiedemann

Hoffnung auf Wiederwahl


Neben Jürgensen und einer kleinen Gruppe Interessierter sind auch Ex-FUEN-Präsident Hans Heinrich Hansen und FUEN-Vize-Präsident Gösta Toft aus Nordschleswig in die Slowakei gereist. Letzterer hofft auf eine Wiederwahl ins Präsidium der Organisation, die ihren Hauptsitz in Flensburg hat.

„Wir sind mit dem SSF (Minderheitenverband der Dänen in Südschleswig, Red.) Gründungsmitglied und feiern jetzt 70-jähriges Bestehen – das verpflichtet“, sagt Jürgensen, der aber ohnehin jedes Jahr zum FUEN-Kongress reist.

„In der FUEN hat man immer das Beispiel hier im Grenzland für Minderheitenrechte genutzt, wir haben immer versucht, die Best Practice auch den anderen Minderheiten zu vermitteln. Wir haben es als Minderheit richtig, richtig gut. Für uns geht es eher darum, was wir anderen Minderheiten vermitteln können“, so Jürgensen.

Lakritz und Gammel Dansk – hier von Harro Hallmann aus Nordschleswig serviert: nicht jedermanns Sache. Foto: Cornelius von Tiedemann

Nicht nur Vorbild


„Mittlerweile merken wir auch in anderen Bereichen, dass die Minderheitenrechten angekommen sind, aber auch wir können von anderen Minderheiten lernen“, so der BDN-Chef.

„Die Kommunalreform hier bei uns 2005 zum Beispiel nennen wir das ,ungarische Modell', denn da wurde es entwickelt – allerdings nie praktiziert“, berichtet Jürgensen. „Es sind nicht immer wir, die den tiefen Teller erfunden haben. Auch die zweisprachigen Ortsschilder gibt es überall, nur nicht bei uns. Man kann immer etwas lernen, es ist ein Austausch, der sehr wichtig ist.“

Musik aus der Slowakei hat viele kulturelle Wurzeln. Foto: Cornelius von Tiedemann

Austausch unter den Jugendlichen der deutschen Minderheiten

Am Mittwoch beginnt der Kongress mit dem Minderheitenmarkt – am Stand der Nordschleswiger gibt es von Hinrich Jürgensen persönlich angebotenen Gammel Dansk und Lakritz. Er sei besonders gespannt auf die Berichte und Erlebnisse der Minderheiten in der Slowakei und der Ukraine, die dieses Jahr im Mittelpunkt des Kongresses stehen.

Am Donnerstag trifft sich die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM), auf der sich auch die Jugendgruppe vorstellen wird. „Eine Gruppe, die wir mit ins Leben gerufen haben, um die Jugendlichen der deutschen Minderheiten zusammenzubringen. Kürzlich gab es ja die erste Tagung auf dem Knivsberg“, so Jürgensen.

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