Zwielichtige Verträge

Politiker fordern Überprüfung von Zahnarztkette

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Die Zahnarztkette Dentist.dk arbeitet laut Medienberichten mit zwielichtigen Verträgen, um Versicherungsgelder einzustreichen. Die Politiker auf Christiansborg sind alarmiert und wollen sich nun der Sache annehmen.

Die Zahnarztkette Dentist.dk arbeitet laut Medienberichten mit zwielichtigen Verträgen, um Versicherungsgelder einzustreichen. Die Politiker auf Christiansborg sind alarmiert und wollen sich nun der Sache annehmen.

Eine Zahnarztkette, die durch den Aufkauf vieler kleiner Praxen schnell wächst und dabei mit geheimen Verträgen arbeitet, sorgt auf Christiansborg derzeit für große Sorge.

Eine politische Mehrheit bestehend aus Sozialdemokraten, Dänischer Volkspartei (DF) und Sozialistischer Volkspartei (SF) fordern deshalb, dass sich Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby (Venstre) der Sache annimmt. Laut der Zeitung Jyllands-Posten fordern die Parteien eine Untersuchung darüber, ob die jütländische Zahnarztkette Dentist.dk Gesetze umgeht, um so unerlaubt an Zuschussgelder zu kommen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Flemming Møller Mortensen, will noch am Montag zu einem Beratungstreffen im Gesundheitsministerium rufen. Seine Kollegin Liselotte Blixt von der Dänischen Volkspartei fordert zudem, dass auch Gewerbeminister Brian Mikkelsen (Konservative) in dem Fall aktiv wird. Er soll überprüfen, ob die Vorgehensweise der Zahnarztkette rechtens ist.

„Es macht mir große Angst. Ich glaube, dass die Zahnarztkette Gesetze umgeht. Es handelt sich dabei um öffentliche Versicherungsgelder, deshalb müssen die Minister die Sache überprüfen und gegebenenfalls die Gelder streichen“, so Blixt zu Jyllands-Posten.

Zwielichtige Verträge

Die Forderungen der Politiker kommen, nachdem die Zeitung am Sonntag aufgedeckt hatte, dass Dentist.dk mit zwielichtigen Aktionen immer weiter expandiert und gleichzeitig Millionen an Versicherungsgeldern einstreicht.

Die Kette, die derzeit 20 Praxen besitzt, bezahlt laut JP mehrere Millionen Kronen für die Übernahme einer Praxis. Dies geschieht allerdings unter der Bedingung, dass der Zahnarzt 50,1 Prozent seiner Praxis für 50.000 Kronen zurückkauft und diese als ein Partnerschaftsunternehmen weiterführt. So ist der Zahnarzt auf dem Papier weiterhin der Besitzer und erhält weiterhin die Zuschussgelder der Krankenversicherung. Durch einen vertraulichen Vertrag mit Dentist.dk wird die Selbstständigkeit des Zahnarztes allerdings stark eingeschränkt.

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