Außenpolitik

Botschafter aus Iran zurückgezogen

Botschafter aus Iran zurückgezogen

Botschafter aus Iran zurückgezogen

Kopenhagen/Teheran
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Anders Samuelsen (Liberale Allianz) Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Der dänische Außenminister reagiert entsetzt auf die möglichen iranischen Attentatspläne in Dänemark. Der dänische Botschafter im Iran wurde zurückbeordert.

Dänemark zeigt im Streit mit dem Iran Kante und hat seinen Botschafter aus Teheran zurückgezogen. Das erklärt der dänische Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) auf einer Pressekonferenz am Dienstag, wo der dänische Nachrichtendienst PET über mögliche Attentatspläne durch Iraner in Dänemark berichtete.

„Das ist völlig unakzeptabel und eine äußerst ernste Situation. Wir haben unseren Botschafter zurückbeordert, was ein ungewöhnlicher und ernstzunehmender Schritt ist“, unterstreicht der Minister. Er erklärt, dass Dänemark bei seinen Bündnispartnern um Unterstützung gebeten hat und diese auch von den USA und Großbritannien bekommen habe. Auch die nordischen Länder stehen hinter Dänemark. Das erklärten die Regierungschefs von Schweden und Norwegen, Stefan Löfven und Erna Solberg am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des 70. Treffens des nordischen Rates.

Auch der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen äußerte sich zum Konflikt mit demIran. „Wir müssen dem Iran zeigen, dass wir wissen, was vor sich geht und es nicht akzeptieren wollen“, so Løkke.

Laut PET hatte der iranische Nachrichtendienst ein Attentat gegen eine in Ringsted ansässige Gruppe von iranischen Staatsbürgern, die für ein selbständiges Gebiet im Iran kämpfen, geplant. Dies war auf eine rder Gründe für die am 18. September groß angelegte Polizeiaktion, wo unter anderem die Großer-Belt-Brücke gesperrt wurde, so die Nachrichtenagentur Ritzau.

Iran jedoch weist alle Vorwürfe der dänischen Behörden zurück, was Samuelsen nicht überrascht. „Der Iran wird von verschiedenen Fraktionen gesteuert. Es ist möglich, dass nicht alle Teile der Regierung von en Plänen in Dänemark wussten. Doch das ändert nichts daran, dass der Iran dahinter steckt“, so der Minister.

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