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Konservative und LA wollen ausländischen Studenten kein SU mehr geben

Konservative und LA wollen ausländischen Studenten kein SU mehr geben

Konservative und LA wollen ausländischen Studenten kein SU mehr geben

Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Konservative und Liberale Allianz (LA): Keine SU für ausländische Studenten.

Der dänische Staat soll Studenten aus dem Ausland keine Studienhilfe (SU) mehr zahlen, wenn es mit dem Herkunftsland keine Absprache gibt, dort das geschuldete Geld eintreiben zu können. Diesen Vorschlag machten die Konservativen und bekommen dabei Rückendeckung von der Liberalen Allianz.

„Wir können nicht hinnehmen, dass die Studenten Geld in Dänemark leihen können, um dann nach dem Studium nach Hause reisen, ohne ihre Schulden zu begleichen. Damit machen wir uns lächerlich”, sagte der konservative Steuersprecher Anders Johansson.

Unmittelbar vernünftig, nennt sein Amtskollege Joachim B. Olsen (LA) den Vorschlag. „Als EU-Bürger haben die ausländischen Studierenden die gleichen Rechte auf SU, wie die dänischen Studenten. Gibt es in dem Land jedoch kein System, dass das Eintreiben ermöglicht, besteht keine reelle Gleichstellung mehr“, meinte er.

2016 sind insgesamt 426 Millionen Kronen von ausländischen Studenten veruntreut worden. 123 Millionen davon aus dem EU-Ausland. Laut EU-Recht ist Dänemark verpflichtet, Studienhilfe an Studenten aus dem Ausland zu gleichen Bedingungen zu vergeben, wie an Dänen. Es gibt jedoch kaum Möglichkeiten, das Geld wieder einzutreiben. Deshalb bat die dänische Regierung die EU-Kommission um Hilfe. Von dort gab es jedoch keine Unterstützung, sondern nur den Hinweis, dass die Brüsseler Verordnung im Jahr 2022 evaluiert werde und dann die dänische SU mit eingeflochten werden könne.

Anders Johanssen kommt mit einer Alternative: „Wenn das Problem nicht unter EU-Regie gelöst werden kann, müssen eben bilaterale Absprachen mit den Ländern gemacht werden, aus denen die Studenten kommen“, erklärte er gegenüber Politiken.

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