Stadtentwicklung

Mit dem Bürgermeister im Gespräch: die Entwicklung der Apenrader Innenstadt

Das Nordertorviertel und der Nørreportpark sind weiterhin ein zentrales Thema für Jan Riber Jakobsen.

Apenrade setzt auf mehr urbanes Leben. Jan Riber Jakobsen sieht trotz Herausforderungen Potenzial für Handel und Kultur. Im zweiten Teil des Gesprächs berichtet er über die Pläne.

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Zusammenfassung

  • Apenrades Bürgermeister Jan Riber Jakobsen setzt auf mehr innerstädtisches Wohnen, um den lokalen Handel trotz Onlinekonkurrenz zu stärken.
  • Die H. P. Hanssens Gade und angrenzende Bereiche sollen verkehrsberuhigt und sicherer werden, wodurch neue Aufenthaltsqualität und urbanes Leben entstehen sollen.
  • Für Nørreport und das Hafenareal Kilen plant die Kommune entweder Wohnungsbau mit Investoren oder einen Stadtpark sowie langfristig einen neuen kulturellen Treffpunkt bis 2035.

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Mehr Menschen in der Kommune sollen künftig auch neues Leben in die Innenstadt bringen. Für Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Konservative) hängt die Zukunft des Handels eng mit der Stadtentwicklung zusammen.

„Je mehr Menschen hier leben, desto größer ist die Chance, dass unsere Geschäfte bestehen bleiben“, sagt er.

Der Wettbewerb habe sich jedoch verändert. Onlinehandel und neue Konsumgewohnheiten setzen auch den Geschäften in Apenrade (Aabenraa) zu. Dennoch sieht der Bürgermeister die Lage weniger kritisch, als mancher Eindruck vermuten lässt. Würde sich der Strukturwandel stärker auswirken, müsste die Stadt deutlich mehr Leerstand verzeichnen.

„Es funktioniert noch“, betont Jakobsen – auch wenn es schwieriger geworden sei, ein Geschäft zu betreiben.

Mehr Platz für Menschen statt Verkehr

Ein Schlüsselprojekt betrifft deshalb die Gestaltung des Stadtzentrums. Die H. P. Hanssens Gade soll künftig deutlich beruhigt werden. Lkw und anderer Schwerlastverkehr sollen aus der Innenstadt herausgeführt werden.

Das Ziel: mehr Sicherheit für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger sowie neue Aufenthaltsqualität.

Wenn weniger Durchgangsverkehr durch die Stadt fährt, könne dort wieder stärker urbanes Leben entstehen. Auch Bereiche rund um Fußgängerzone und Madevej sollen davon profitieren. Allerdings stehen technische Herausforderungen im Weg – unter anderem muss Infrastruktur im Untergrund verlegt werden, bevor größere Umbauten möglich sind.

Der Zeitplan hängt zudem von anderen Großprojekten ab. So muss unter anderem eine Pumpstation am Gasværksvej von Arwos verlegt werden – ein Prozess, der mehrere Jahre dauern kann.

Nørreport: Investor oder neuer Stadtpark

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet Nørreport. Dort möchte die Kommune bauen – vorausgesetzt, ein Investor findet sich.

Sollte das nicht gelingen, gibt es einen alternativen Plan: Die Stadt könnte selbst aktiv werden und dort einen attraktiven Park anlegen.

„So wie es heute ist, ist das Gebiet nicht besonders einladend“, sagt Jakobsen. In jedem Fall müsse der Stadtrat neu entscheiden, sobald Klarheit über die weitere Entwicklung besteht.

Damit bleibt der Nørreport eines der sichtbarsten Zukunftsprojekte für die Innenstadt.

Kilen bleibt Schlüsselgebiet

Auch das Hafenareal Kilen spielt weiterhin eine zentrale Rolle in der Stadtplanung. Hier sollen langfristig Wohnungen entstehen und neue Impulse für das Stadtleben gesetzt werden.

Noch bremsen jedoch Nutzungskonflikte die Entwicklung. Hafenbetriebe und Straßenverkehr verursachen Lärm, was den Wohnungsbau erschwert. Laut Jakobsen arbeitet die Kommune daran, Lösungen zu finden, die sowohl wirtschaftliche Aktivitäten als auch neue Wohnformen ermöglichen.

Vision: Ein neuer kultureller Treffpunkt

Über einzelne Bauprojekte hinaus formuliert der Bürgermeister eine langfristige Idee für die Stadt: einen neuen kulturellen Mittelpunkt für alle Generationen.

Die Sønderjyllandshalle sei inzwischen „eine ältere Dame“, sagt Jakobsen. Bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2035 – Apenrade feiert dann 750 Jahre als Kaufmannsstadt – könne ein moderner Treffpunkt entstehen. Denkbar sei ein Ort mit Veranstaltungsräumen, Bibliothek, Angeboten für Jugendliche und Konferenzmöglichkeiten für Unternehmen.

Ein solcher Ort würde nach seiner Vorstellung Stadtleben, Kultur und Wirtschaft enger miteinander verbinden.