Wohltätigkeit

Keine gemeinnützige Förderung und keine legendären Burger mehr: Lions Club Tingleff löst sich auf

Ehrenamtliche in Lions-Club-Schürzen bereiten in einem Imbisswagen Burger-Zutaten vor.
Auch den Burgern des Lions Club in Tingleff, die ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seit vielen Jahren bei verschiedenen Anlässen zubereiteten, droht das Aus. (Archivfoto).

Das Ortsgremium der humanitären Organisation Lions Club sieht sich gezwungen, die Aktivitäten einzustellen. Es fehlt schlichtweg an Mitwirkenden. Neben der finanziellen Förderung gemeinnütziger Projekte droht auch ein bekanntes kulinarisches Detail in Tingleff zu verschwinden.

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Zusammenfassung

  • Lions Club Tingleff löst sich wegen fehlender aktiver Mitglieder auf.
  • Die bisherigen Einnahmen aus Burgerverkauf und anderen Aktionen fließen nun letztmalig an gemeinnützige Projekte.

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Es ist das altbekannte Phänomen der heutigen Gesellschaft: Mangels Menschen, die sich anschließen und Aufgaben übernehmen, wirft nun auch der Tingleffer Ortsverein des Wohltätigkeitsverbandes Lions Club das Handtuch. 

„Wir sind nur noch ein kleiner Kreis von acht Personen, von denen die meisten obendrein ein hohes Alter erreicht haben. Junge Leute rücken nicht nach. Es fehlt einfach die Grundlage, die Aktivitäten weiterzuführen“, sagt Niels Daubjerg, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Sozialausschusses im Club. Man habe sich daher schweren Herzens dazu entschlossen, den Ortsverein aufzugeben. 

1981 wurde das Tingleffer Ortskomitee ins Leben gerufen. Der Lions Club ist seither eine feste Größe bei Dorf- und Ringreiterfesten sowie anderen Veranstaltungen. 

Legendenstatus genoss der kultige Imbisswagen in Gestalt eines riesigen Burgers. Den in die Jahre gekommenen Wagen hat der Lions Club mit einem einfachen Wagen austauschen müssen (Archivfoto).

Lions Club

  • Die Lions wurden 1917 in den USA gegründet, zu einer Zeit, als viele der Ansicht waren, dass die Welt mehr Mitgefühl und weniger Egoismus braucht. 
  • Weltweit gibt es mittlerweile 1,4 Millionen Mitglieder in 45.000 Clubs in über 200 Ländern. 
  • Die örtlichen Vertretungen haben in der Regel 20 bis 40 Mitglieder. 
  • 1950 kamen die Lions nach Dänemark. Heute gibt es dort fast 280 Clubs mit insgesamt etwas über 4.760 Mitgliedern, darunter fünf Clubs auf den Färöer-Inseln und fünf in Grönland. 
  • Die Clubs genießen innerhalb eines gewissen Rahmens ein weitreichendes Recht auf Selbstbestimmung. Sie engagieren sich oft in der Gemeinde vor Ort, jedoch nicht politisch oder religiös.
  •  Die Lions sind Mitunterzeichner der UN-Charta und haben daher einen ständigen Sitz in der Vollversammlung. 
  • Lions Clubs haben die UN-Menschenrechtscharta unterzeichnet und setzen sich für Völkerverständigung und Frieden ein. 
  • 2007 wurde Lions Dänemark von der Financial Times zur effektivsten Nichtregierungsorganisation (NGO) gekürt.
  •  Lions Dänemark spendet jährlich rund 25–30 Millionen Kronen für humanitäre Zwecke. Die Gelder werden von den einzelnen Clubs frei verteilt und kommen internationalen, nationalen und lokalen Projekten zugute.
  • Quelle: lions.dk

Vor allem mit dem Verkauf von Burgern, die weit über die Grenze Tingleffs hinaus bekannt sind und fast schon Kultstatus genießen, regenerierte der Club Einnahmen, die für soziale und gemeinnützige Projekte ausgeschüttet wurden. 

Mit unterschiedlichen Aktivitäten Gelder eingenommen

Auch bei Aktionen zu Weihnachten wie Kalenderverkauf, Tombola und Weihnachtsbaumverkauf sorgten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Jahr für Jahr für Einnahmen, die dann auf lokaler, überregionaler und nationaler Ebene weitergegeben werden konnten.

Menschen wählen zwischen Weihnachtsbäumen an einem Stand des Lions Clubs Tingleff.
Geld zum Weitergeben nahm der Tingleffer Lions Club unter anderem mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen ein (Archivfoto).

Damit ist nun Schluss. „Wir haben noch ungefähr 60.000 Kronen in der Kasse. Hinzukommt noch die Summe vom Verkauf des Burgerwagens, sodass wir auf ungefähr 100.000 Kronen kommen, die komplett an gemeinnützige Projekte oder Organisationen ausgeschüttet werden“, ergänzt Niels Daubjerg.

Ob der Imbisswagen weiterhin in Tingleff zum Einsatz kommt und ob nach dem gleichen Konzept und Rezept Burger angeboten werden, müsse sich zeigen.

Gutes getan und Teil der Gemeinschaft gewesen

Zu den treibenden Kräften und Unterstützenden des Lions Clubs gehörte viele Jahre Harald Søndergaard. Der Deutsch-Nordschleswiger, der kürzlich sein 85. Lebensjahr vollendete, ist seit 1997 dabei. Wie denkt er darüber, dass das Gremium aufgelöst wird und damit die humanitäre Hilfe endet?

„Ich finde es sehr bedauerlich. Es ist viel Gutes getan worden, und der Lions Club war ein wichtiger Bestandteil der Ortsgemeinschaft. Es gelingt aber einfach nicht, junge Leute fürs Mitmachen zu bewegen“, so Søndergaard.

Auch bei Weihnachtsaktivitäten auf dem Centerplatz war der Lions Club stets vertreten (Archifoto)

Dem Ort werde etwas fehlen, wenn es den Lions Club nicht mehr gibt, nicht nur inhaltlich, sondern auch kulinarisch. Søndergaard: „Die Burger waren ja sehr begehrt, nicht nur bei jungen Leuten. Als meine Enkel von der Auflösung des Lions Clubs erfuhren, reagierten sie enttäuscht, dass sie auf die Burger verzichten müssen“, erzählt Harald Søndergaard.

Letzte Ausschüttungsrunde

Der Lions Club hat seine letzte Ausschüttung inseriert. Einzelpersonen, Gruppen oder Einrichtungen, die Unterstützung für ein gemeinnütziges Projekt oder eine gemeinnützige Aktivität gebrauchen können, haben die Möglichkeit, bei Niels Daubjerg (daubjerg@bbsyd) einen Antrag einzureichen. Bei Daubjerg ist auch ein Vordruck für einen Antrag erhältlich. Einsendeschluss für Zuschussanträge ist der 13. März.