Kultur

Straßentheaterfestival: Ein Volksfest für alle

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Das Seiltänzerduo „Cie Mauvais Coton“ aus Frankreich schloss die achttägige Vorführungsserie mit ihrem Auftritt am Süderstrand (Sønderstrand) ab.

Die stellvertretende Vorsitzende des Apenrader Theatervereins ist sehr zufrieden mit dem diesjährigen Straßentheaterfestival.

Die Künstler brachten Lachen, Verzauberung und Staunen nach Apenrade. Am Sonntag endete das „Internationale Straßentheaterfestival“ mit einem Auftritt eines Seiltänzerduos aus Frankreich. Damit endeten acht Tage, an denen täglich mindestens zwei Vorstellungen in der Apenrader Innenstadt stattfanden.

„Wir finden, dass es eine fantastische Woche war“, sagt Dorthe Lindahl, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Teater i Aabenraa“, der für die Umsetzung des Programms vor Ort zuständig war. Die Auftritte der Künstler in Apenrade waren nämlich Teil des Theaterfestivals, das in neun Städten Dänemarks stattfindet.

In Apenrade wurden die unter anderem aus Frankreich, Argentinien und Italien stammenden Künstler mit Begeisterung aufgenommen. „Es war ein tolles Erlebnis für das Publikum, das war zu merken“, berichtet Lindahl, die bei allen Aufführungen dabei war. „Aus der Situation heraus entstanden zum Teil lustige, zum Teil groteske meist auch erinnerungswürdige Momente“, sagte sie.

Die aus Frankreich stammende Musikertruppe „La Roulette Ruche“ überraschte die Zuschauer mit ihrem Auftritt.

Das sei nicht nur die eigene Meinung, erklärt sie, sondern sie habe von vielen Menschen aus dem Publikum, teilweise im Vorbeigehen, ähnliche Kommentare gehört. „Wir hatten schon am zweiten Tag eine Art Stammpublikum, das dann jeden Tag bei den Vorstellungen vorbeigeschaut hat.“

Die artistischen Einlagen erforderten Kraft und Balance.

Doch nicht nur die Apenrader haben sich für das Festival begeistern können. „Auch Touristen haben wir unter den Zuschauern gehabt“, berichtet der Theaterfan. Und das sei ja auch Teil des Zwecks, denn mit dem Straßentheaterfestival kommen Menschen in die Stadt und damit auch in die Geschäfte. „Wir arbeiten eng mit dem lokalen Gewerbeverband ,Shop i City‘ zusammen, der uns sehr unterstützt hat“, so Lindahl.

Und so ist auch Citychefin Dorthe Bjerrum Hilbig begeistert von dem Festival. „Das hat mich fast umgehauen. Man stößt ganz einfach in der Fußgängerzone auf das tolle Konzept. Wenn das bei so jemanden wie mir funktioniert, der sich nicht für das traditionelle Theater begeistern kann, dann bin ich sicher, dass es zu einem bleibenden Event wird“, sagte sie gegenüber „JydskeVestkysten“.

Sicher wurden die Zuschauer über die Straße geleitet – ob sie tatsächlich die Seite wechseln wollten, steht dabei im Hintergrund. Für die beiden „Gendarmen“ ging es nur um die „Sicherheit“ der Fußgänger.

„Ich denke, wir haben es geschafft, den Menschen Theaterkultur näherzubringen und sie auf ganz andere Art für Theaterkultur zu begeistern“, ist sich Dorthe Lindahl sicher.

Es war, nach 2019 und mit einer Corona-Pause, das zweite Mal, dass das Straßentheaterfestival in Apenrade zu Gast war. Und es soll zu einer bleibenden Tradition werden, so der Wunsch des Theatervereins.

An einem Grenzbaum aufgehängt demonstrierte diese Künstlerin, wie trotz „angespannter Grenzsituation“ ein Tässchen Tee genossen werden kann.

Über die Auftritte in der Stadt hinaus zeigen die Künstler noch bis Ende des Monats in verschiedenen kommunalen Schulen ihr Können.

Straßentheaterfestival

Das Straßentheaterfestival in Apenrade ist Teil des „Internationalen Straßentheaterfestivals“, das im August in 30 Orten im Land stattfindet.

2023 belebten 18 Vorstellungen die Apenrader Innenstadt. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der Schulkampagne des Straßentheaterfestivals auch Vorführungen auf den Pausenhöfen ausgesuchter Schulen in der Kommune.

2024 finden die Vorstellungen in Aoenrade vom 11. bis 18. August statt.

Unterstützt wird das Straßentheaterfestival in Apenrade in Zusammenarbeit mit dem Verein „Teater i Aabenraa“, „Touristforeningen for Aabenraa og grænselandet“ und dem Gewerbeverein „ShopiCity“ von der Kommune Apenrade, dem Kulturministerium, den Stiftungen „Becket Fonden“, Østifterene“, „Fabrikant Mads Clausen Fond“, „Edel og Wilhelm Daubenmerkls Fond“, „William Demant Foundation“ und „Scandinavia Japan Sasakawa Foundation“.

Vor dem Restaurant „Under Sejlet“ gaben die beiden Seilartistinnen ihre Vorstellung.