Großereignis

Tour-de-France-Planung zu Straßensperrungen und Standorten

Tour-de-France-Planung zu Straßensperrungen und Standorten

Tour-de-France-Planung zu Straßensperrungen und Standorten

Atzbüll/Adsbøl
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Von Gravenstein kommend, geht es weiter Richtung Sonderburg: Bürgermeister Erik Lauritzen (l.) und Streckenleiter Jesper Worre planen die Tour-De-France 2022, hier bei einer Strecken-Pause in Atzbüll. Foto: Karin Riggelsen

648 Tage bevor die dritte Etappe der Tour de France durch Nordschleswig rollt, hat sich die dänische Tour de France-Leitung den Streckenverlauf vor Ort näher angesehen. Im Dorf Atzbüll machte das Team eine Pause – und erklärte, welche Herausforderungen es gibt.

Rund 1.000 Nebenwege und Straßen müssen abgesperrt werden, wenn am 3. Juli 2022 die Tour de France durch die Kommunen Süddänemarks rollt. Noch sind es 22 Monate, bis ein Heer von Polizisten und Mitarbeitern der Kommune diese Aufgabe verrichten wird. Doch schon jetzt bereitet sich die Tour-De-France-Leitung in Dänemark genaustens auf das größte Radrennen der Welt vor.

Alle Seitenstraßen müssen abgeriegelt werden

Am Dienstag fuhr Jesper Worre, Ex-Radprofi und Streckenleiter für den „Grand Depart“ in Dänemark, den gesamten Verlauf in den Kommunen Apenrade und Sonderburg mit dem Auto ab.

„Man muss das mit eigenen Augen sehen, nicht nur auf einer Karte. Ich habe hier eine Liste mit Seitenwegen, die abgesperrt werden müssen. Die gilt es zu kontrollieren“, so Worre, der viele Jahre lang das Radrennen Post Danmark geleitet hat und bis Juni 2020 Direktor der Dänischen Radunion war.

Streckenplanung vor Ort: Jesper Worre und Erik Lauritzen gaben in Atzbüll Einblicke in die Planung. Foto: Karin Riggelsen

Die Tour startet am 3. Juli 2022 um 12 Uhr in Vejle und kommt gegen 17 Uhr in Sonderburg an. Sämtliche Nebenwege der Strecke werden drei Stunden vor Durchfahrt der Radprofis gesperrt. Das gilt auch für Feldwege, bestätigt Worre.

„Bei der Post Nord kommen kurz vor Durchfahrt des Feldes Polizisten und halten den Verkehr auf, da muss man dann mal ein paar Minuten warten“, erklärt Worre. „Aber die Tour de France ist unglaublich viel größer als die Post Nord, und die Straßen werden für über drei Stunden voll gesperrt werden.“

„Noch mehr Zeit, um uns vorzubereiten“

Dass die Tour wegen Terminverlegungen aufgrund des Coronavirus von 2021 auf 2022 verschoben werden musste, sei zwar zunächst bedauerlich gewesen, so Bürgermeister Erik Lauritzen, der ebenfalls vor Ort in Atzbüll war. „Aber am Ende gibt es uns noch mehr Zeit, um uns vorzubereiten.“

Wenn wir uns dafür entscheiden, dieses Großereignis zu wollen, wird es immer auch Nachteile geben, das ist klar. Aber es ist ein Sonntag, und wer absolut nicht gestört werden möchte, kann an dem Tag ja auch wegfahren.

Erik Lauritzen, Bürgermeister

Was sagt er all jenen Bürgern, die am 3. Juli 2022 für Stunden die Straßen rund um den Streckenverlauf nicht nutzen können?

„Wir beginnen so früh wie möglich, über die Sperrungen und alternative Routen zu informieren“, so Lauritzen. „Aber natürlich wird es immer welche geben, die sich beschweren werden. Wenn wir uns dafür entscheiden, dieses Großereignis zu wollen, wird es immer auch Nachteile geben, das ist klar. Aber es ist ein Sonntag, und wer absolut nicht gestört werden möchte, kann an dem Tag ja auch wegfahren. Ansonsten kann ich nur empfehlen, dieses große Volksfest zu genießen, Freunde einzuladen und sich das Ganze persönlich aus der Nähe anzusehen.“

Jesper Worre hatte 2011 die Straßenrad-WM in Kopenhagen mit organisiert. „Ich sage es ungern, aber die Tour de France wird eine noch größere Sache als die Radrenn-WM. Und damals habe ich erlebt, dass sich am Ende überraschend wenige über die Straßenabsperrungen beschwert haben. Die meisten ließen sich dann duch begeistern von der Stimmung“, so Worre.

Wer sich am 3. Juli 2022 in Atzbüll vor der Kirche platziert, hat einen guten Blick auf das aus Gravenstein kommende Feld. Foto: Karin Riggelsen

Wo Bürgermeister Lauritzen sich am 3. Juli 2022 platzieren wird, ist noch offen. „Es kann ja sein, dass ich eine offizielle Funktion habe und an der Ziellinie sein werde, je nachdem wie die Kommunalwahl nächstes Jahr ausgeht“, so Lauritzen lachend.„Wenn ich es als Privatperson verfolge, wäre Atzbüll gar nicht so schlecht, das ist am nahesten dran an meinem Wohnort und man kann das Feld hier ein ganzes Stück lang verfolgen.

Am besten ein Standort mit Überblick

Und ein Tipp von Jesper Worre, wo man sich als Zuschauer am besten Platziert? „Da, wo man die Strecke eine Weile überblicken kann. Ansonsten kann man erleben, dass es wirklich sehr schnell geht, wenn die Radfahrer vorbeikommen!“

Dann stieg Jesper Worre wieder ins Auto und fuhr weiter. Über die Düppeler Schanzen – „hier wird es besonders spannend mit der Steigung und dem Kopfsteinplaster!“ – und bis hin zur Ziellinie auf dem Augustenborger Landevej im Osten Sonderburgs.
Weitere Informationen zu Streckenverlauf und Durchführung gibt die Kommune Sonderburg hier: https://sonderborg.dk/temaer/tour/

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