Deutsche Minderheit

Schleswigsche Partei: Im Herbst soll der neue Vorsitz stehen

Schleswigsche Partei: Im Herbst soll der neue Vorsitz stehen

SP: Im Herbst soll der neue Vorsitz stehen

Knivsberg /Knivsbjerg  
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38 Stimmberechtigte waren sich am Montag einig: Die SP verschiebt die Wahl eines neuen Vorsitzes. Foto: Karin Riggelsen

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Nabelschau statt Politik auf der Hauptversammlung: Der politische Arm der Minderheit sucht weiter nach neuer Führung. Rainer Naujeck bleibt kommissarisch im Chefsessel und wünscht sich Klarheit noch dieses Jahr. Weil es aussichtsreiche Gespräche gebe, sei dies durchaus realistisch, hieß es am Dienstagabend.

Zum Höhepunkt der Hauptversammlung der Schleswigschen Partei (SP) am Dienstagabend auf dem Knivsberg (Knivsbjerg) kam es erst gar nicht: Die Wahl einer oder eines neuen Vorsitzenden wurde verschoben.

Der Grund war einfach: Es gab keine Kandidatinnen oder Kandidaten.

Doch: „Wir haben die begründete Vermutung, dass wir im Laufe des Herbstes eine außerordentliche Jahreshauptversammlung einberufen können, wo wir einen neuen Vorsitz wählen können“, so Arno Knöpfli, der die Ergebnisse der Arbeit der AG Vorsitz vorstellte. Die war vor einem Jahr gebildet worden, mit dem Ziel, eine neue Spitze für die Partei zu finden.

Rainer Naujeck
Rainer Naujeck hofft auf eine neue Parteiführung noch im laufenden Kalenderjahr. Foto: Karin Riggelsen

Namen wurden noch nicht genannt

Rainer Naujeck hatte den Posten als Chef der Partei der deutschen Minderheit in Dänemark kommissarisch übernommen, nachdem sich Carsten Leth Schmidt nicht wiederwählen lassen wollte. Er erklärte sich angesichts der Aussicht auf Ablösung im Herbst am Dienstag bereit, den Job weiterhin zu machen – wenngleich er ihn möglichst bald abgeben möchte.

Um wen es sich bei den Kandidatinnen oder Kandidaten handelt, die laut Knöpfli daran interessiert sind, den Vorsitz der Partei zu übernehmen, darüber sei mit den Betreffenden Stillschweigen vereinbart worden. Es gebe noch einige Fragen zu klären, so Knöpfli.

So gehe es auch darum, auszuloten, in welcher Form ein neuer Vorsitz zusammenarbeiten könnte. Weder aus dem inneren noch aus dem erweiterten Kreis der Minderheit habe sich im Laufe zahlreicher Gespräche ein Gespann herauskristallisiert. „In Phase 3 oder Plan C, wie es auch genannt wurde, haben wir den Kreis in der Minderheit noch mehr erweitert. In den vergangenen Wochen haben sich dann einige mögliche Optionen aufgetan. Die wollen wir weiter untersuchen“, so Knöpfli. Heißt: Es wurden auch Personen angesprochen, die in der Minderheit bisher noch keine verantwortungsvollen Posten übernommen haben.

Arno Knöpfli
Arno Knöpfli zeigte sich optimistisch und stellte einen neuen Vorsitz noch 2023 in Aussicht. Foto: Karin Riggelsen

Das sagt die Satzung

Die Schleswigsche Partei (SP) ist bisher de facto als Ausschuss des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) organisiert. Somit sind alle BDN-Mitglieder auch SP-Mitglieder.

Nur wer BDN-Mitglied ist, kann demnach eine Funktion in der SP übernehmen. BDN-Mitglied ist nur, wer Beitrag gezahlt hat.

Die Wahlen zum Vorstand finden alle vier Jahre statt und erfolgen gemäß Satzung des BDN.

Dem Vorstand gehören an:

  • die oder der Vorsitzende der Schleswigschen Partei,
  • die oder der stellv. Vorsitzende der Schleswigschen Partei,
  • die oder der BDN-Hauptvorsitzende,
  • die vier SP-Kommunalvorsitzenden,
  • die oder der Vorsitzende des Regionsausschusses,
  • 4 Mitglieder, die von der Hauptversammlung gewählt werden,
  • die oder der Vorsitzende der Jungen Spitzen
  • sowie ohne Stimmrecht: die Sekretärin oder der Sekretär der SP

Auf der Hauptversammlung am 18. April 2023 wurde beschlossen, dass der derzeit amtierende geschäftsführende Vorstand wie folgt zusammengesetzt ist: der (kommissarische) Vorsitzende, zwei stellvertretende Vorsitzende sowie die vier Kommunalvorsitzenden.

Optimismus in der Partei

„Ich habe Vertrauen in die AG Vorsitz, dass sie ihre Arbeit gut machen wird, und dass die SP im Herbst einen neuen Vorsitzenden oder vielleicht ja auch eine neue Vorsitzende hat“, so der ehemalige SP-Stadtratsabgeordnete in Apenrade, Kurt Andresen. Vorausgegangen war eine Debatte darüber, wie attraktiv es heute noch sei, einen so arbeitsintensiven ehrenamtlichen Posten zu übernehmen.

SP-Hauptversammlung 2023
Hauptversammlung der Schleswigschen Partei auf dem Knivsberg am 18. April Foto: Karin Riggelsen

Wie Naujeck und Knöpfli berichteten, sei es bei der Vorbereitung der Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten darum gegangen, welche Arbeit eigentlich ansteht. Mit den möglichen Kandidatinnen und Kandidaten sei dann besprochen worden, wie das Team im Vorsitz diese Arbeit dann untereinander aufteilen könnte.

Politische Inhalte der Partei wurden im offiziellen Teil der Hauptversammlung am Dienstag auf dem Knivsberg nicht diskutiert.

 

 

 

 

Anmerkung: Der Text wurde am 19. April um die Informationen zur Satzung und den letzten Satz im zweiten Block ergänzt. Zudem fand die Hauptversammlung natürlich am Dienstag und nicht am Montag statt. cvt

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