Küstenschutz
Staatliche Millionen sollen Ostküste vor der Flut schützen
Staatliche Millionen sollen Ostküste vor der Flut schützen
Staatliche Millionen sollen Ostküste vor der Flut schützen

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Gute Nachrichten für Ferienhausbesitzer: Hadersleben erhält 8,7 Millionen Kronen für den Küstenschutz. „Das ist ein Viertel der Miete“, kommentiert der Vorsitzende des kommunalen Klimaausschusses, Carsten Leth Schmidt, das staatliche Geschenk für den Küstenschutz in Kjelstrup und Heisagger. Die schlechte Botschaft: Das wird dauern.
Es gibt Hoffnung für die Sommerhausgebiete in Heisagger und Kjelstrup: Die Kommune Hadersleben erhält für ihr Projekt „Vores Kyst“ (unsere Küste) 8,7 Millionen Kronen aus dem Pool des dänischen Umweltministeriums für den Küstenschutz.
Küstenschutz verschlingt Millionen
Entsprechend groß ist die Freude bei Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei, obgleich die Domstadtkommune angesichts der insgesamt 150 Millionen Kronen im Küstenschutz-Pool auf eine etwas höhere Förderung gehofft hatte. Leth Schmidt ist zugleich Vorsitzender des kommunalen Klimaausschusses: „Das ist schon mal ein Viertel der Miete!“, sagt er. Damit weist Leth auf die Gesamtkosten in dem umfassenden Maßnahmenkatalog von „Vores Kyst“ hin, die sich auf eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe belaufen.

Dünen und Sandfütterung gegen die Flut
Die Schlüsselwörter beim Küstenschutz an Haderslebens Ostküste sind Sandfütterung und Sanddünen. Sie sollen die Sommerhausgebiete in Kjelstrup und Heisagger in Zukunft vor Überschwemmungen wie im vergangenen November bewahren. Damals herrschte Land unter an der Ostküste – und die Anwohnerinnen und Anwohner konnten sich zum Teil nur mithilfe von Booten und Watstiefeln von Haus zu Haus bewegen.
Überschwemmungen – kein Fall für die Versicherungen
Auch für die umfassenden Wasserschäden an ihren Häusern müssen sie selbst aufkommen, denn die Versicherungen zahlen in einem solchen Fall nicht.
Ohne Eigenbeteiligung der potenziell von Überschwemmungen Betroffenen wird es laut dem Ausschusschef auch in Zukunft nicht gehen, doch dank der staatlichen Beteiligung verringert sich ihr Anteil an den Kosten.

Langwieriges Verfahren
Die schlechte Botschaft ist: Bis die ersten Maßnahmen Schutz bieten können, wird noch viel Wasser durch die Haderslebener Förde fließen: „Geht es schnell, dann könnten wir Ende 2024 loslegen“, so Leth Schmidt.
Der Grund für den langwierigen Prozess sind laufende Genehmigungsverfahren mit Blick auf den Naturschutz. Ist diese Hürde überwunden, erstellt die Kommunalverwaltung einen Flächennutzungsplan für das Gebiet, den das Kommunalparlament wiederum politisch absegnen muss.
„Und danach müssen die geplanten Maßnahmen EU-weit ausgeschrieben werden“, erläutert Leth Schmidt das Prozedere.

Mit breiten Schleusentoren und Pumpen gegen die Wassermassen
Das Küstenschutzprojekt „Unsere Küste“ sieht unter anderem Sandfütterung am Kjelstruper Strand vor – mit dem Ziel, den Strand auf 20 bis 30 Meter zu verbreitern. Auch mit Strandpflanzen bepflanzte Sanddünen werden angelegt. Sie sollen verhindern, dass die Wassermassen die Ferienhäuser überschwemmen.
„Darüber hinaus wollen wir die Tore an den Schleusen vergrößern“, so der Ausschussvorsitzende. Und neben der festinstallierten Pumpe an der Schleuse in Kjelstrup soll eine weitere Pumpe dafür sorgen, dass das Wasser im Bedarfsfall zügig abgepumpt werden kann.
