Freundschaftserklärung

Kofod: Enge Nachbarn sind unbezahlbar

Kofod: Enge Nachbarn sind unbezahlbar

Kofod: Enge Nachbarn sind unbezahlbar

Kopenhagen/Berlin
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Die Außenminister Jeppe Kofod und Heiko Maas trafen sich am Dienstag zu einem Videogespräch. Foto: Thomas Koehler/photothek.de

Die Deutsch-Dänische Freundschaftserklärung soll die Grundlage für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern bilden. Darin sind sich Heiko Maas und Jeppe Kofod einig. 

Eigentlich sollte die Deutsch-Dänische Freundschaftserklärung bei einem gemeinsamen Besuch der beiden Außenminister Heiko Maas (SPD) und Jeppe Kofod (Soz.) in der Grenzregion vorgestellt werden. Doch wie so vieles musste auch diese Veranstaltung coronabedingt ausfallen.

Auch eine Reihe der Kulturveranstaltungen im deutsch-dänischen Freundschaftsjahr fiel der Pandemie zum Opfer.

Gerade auch im kulturellen Bereich soll der Austausch künftig noch weiter ausgebaut werden, betont der deutsche Außenminister nach einem virtuellen Treffen mit Kofod.

„Wir wollen unsere freundschaftlichen Beziehungen gemeinsam weiterentwickeln und künftig politisch, wirtschaftlich und kulturell noch enger zusammenarbeiten – durch eine Ausweitung unserer Kooperation etwa bei erneuerbaren Energien, beim Umweltschutz und in der Entwicklungszusammenarbeit“, so Maas in einem schriftlichen Kommentar.

„Unsichere Zeiten“

Sein dänischer Kollege meint, die Zusammenarbeit sei nie besser gewesen.

„In einer unsicheren und unvorhersehbaren Zeit sind enge Nachbarn unbezahlbar. Ich freue mich darüber, Heiko Maas zu meinen engsten Kollegen zählen zu dürfen, und Dänemark und Deutschland stehen sich näher als je zuvor. Das unterstreichen wir nun mit dieser neuen Freundschaftserklärung und sagen gleichzeitig klar und deutlich, dass wir Ambitionen für eine noch engere Zusammenarbeit haben“, sagt Kofod in einer schriftlichen Antwort an den „Nordschleswiger“.

Konkret haben die beiden Minister vereinbart, dass regelmäßige Besuche zwischen den Staatssekretären und Europadirektoren stattfinden sollen.

Minderheiten als Vorbild

Maas betont dabei auch die Rolle der Minderheiten im Grenzland.

„Deutschland und Dänemark teilen zwar nur eine kurze Grenze, aber inzwischen eine lange Tradition freundschaftlicher Zusammenarbeit. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland – als Brückenbauer über die Grenze hinweg. Das vertrauensvolle und offene Zusammenleben in der Grenzregion ist ein Vorbild für Europa und für die Welt. Aus einem Gegeneinander ist dort ein Miteinander und heute ein Füreinander geworden“, sagt er.

„Wir haben bei einer starken deutsch-dänischen Allianz viel zu gewinnen. Das gilt im Grenzland, wo Kultur, Sprachen und Menschen sich täglich treffen. Das gilt wirtschaftlich, wo Deutschland Dänemarks größter Handelspartner ist. Und das gilt für die Grundwerte, wo wir unter anderem gemeinsam dafür gestritten haben, dass die EU sich stärker weltweit für Menschenrechte einsetzt“, meint der dänische Kollege, der in der Freundschaftserklärung ein konkretes Werkzeug zum Ausbau der Kooperation sieht.

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