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Zu teuer: VUC verkauft die „Glühlampe“

Zu teuer: VUC verkauft die „Glühlampe“

Zu teuer: VUC verkauft die „Glühlampe“

Apenrade/Aabenraa
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Die frühere Glühlampenfabrik ist erst vor wenigen Jahren komplett renoviert worden (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

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Die frühere Glühlampenfabrik an der Apenrader Lavgade steht seit Kurzem zum Verkauf. Zu teuer sei der Unterhalt, heißt es vom Besitzer, der Ausbildungsinstitution VUC. Der direkte Nachbar und Direktor der Lampenfabrik berichtet von seinen Erwartungen.

„Unsere Gebäude sind zu teuer“, sagt Laust Joen Jakobsen, Vorsitzender der Bildungseinrichtung „VUC Syd“ (Voksenuddannelsescenter - Center für Erwachsenenbildung). Man wolle die Ressourcen lieber für Bildung als für Steine ausgeben, fügt er gegenüber „JydskeVestkysten“ hinzu. 

Deshalb hat sich die Leitung dazu entschieden, die frühere Glühlampenfabrik an der Lavgade – „Glødelampen“ – zu verkaufen. 56 Millionen Kronen soll der Verkauf des historischen Gebäudes einbringen. 

Auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten

VUC sucht mittlerweile nach anderen Räumlichkeiten, die „besser zu den Bedürfnissen der Schule und zur Finanzlage passen“, wie Joen Jacobsen sagte. Als möglicher neuer Standort bietet sich ein Gebäude ganz in der Nähe des VUC an: In der Immobilie an der Nygade 5 stehen derzeit Räume, die gemietet werden könnten. 

Als mögliche Käufer kommen andere Unterrichtsinstitutionen infrage oder auch Ämter. „Ein Käufer, der die Räumlichkeiten dann vermietet, wäre ebenfalls eine Möglichkeit“, meint Hans Peter Poulsen vom beauftragten Maklerbüro Nordicals gegenüber der Tageszeitung.

Angespannte Finanzsituation nicht neu

Die allgemeine Finanzsituation der Ausbildungsinstitution VUC Syd ist seit einigen Jahren prekär. So mussten die von der Regierung 2016 vorgegebenen Sparmaßnahmen (2 Prozent) umgesetzt werden. Wegen zusätzlicher mangelnder Nachfrage und unlauterer Geschäftsführung musste VUC Syd das – kurz zuvor aufwendig gebaute – Gebäude in Hadersleben weit unter Marktwert verkaufen. Mit knapp 40 Prozent des Buchwertes wurde es damals angeboten und an eine Investorengruppe verkauft.

VUC-Untersuchung kostet fast eine Million Kronen

Die Behörde für Unterricht und Qualität STUK in Regie des Unterrichtsministeriums hat die Untersuchung durch den Kammeradvokaten in Auftrag gegeben – ein Rechtsbeistand, der die Behörde fast eine Million Kronen gekostet hat.
Im Juli 2018 erstattete STUK darüber hinaus Anzeige gegen Ex-Direktor Hans Jørgen Hansen, weil dieser laut Anzeige für das VUC Syd Kunst im Wert von 1,5 Millionen Kronen aus seiner Privatgalerie „Galleri Tønder“ gekauft haben soll.

Nach Angaben der Polizei hat diese keinen Hinweis auf strafbare Handlungen ermitteln können, da Hansen erst Miteigentümer der Galerie wurde, nachdem er im Juni 2017 von seinem Amt zurückgetreten war.

Die Reichsrevision hat in ihrem Bericht bereits 2015 kritisiert, dass der damalige Direktor des VUC Syd sein Kunstbudget zur Ausschmückung der Einrichtung in wesentlichem Umfang überschritten hatte.

Auch beim VUC Syd in Apenrade zeigte sich in den vergangenen Jahren eine finanzielle Schieflage. So zeigte die Bilanz 2022 ein Minus von 6.094.975 Kronen. Die neueste Bilanz für das Jahr 2023 ist auf der Internetseite bisher nicht zugänglich. 

Gespannter Nachbar

Jan Vesterlund, Direktor der Lampenfabrik „Danlamp“, ist mit seinem Unternehmen direkter Nachbar der VUC-Glødelampen. Dort, wo jetzt die Ausbildungsstätte liegt, lag 84 Jahre lang die Lampenfabrik. Vor einigen Jahren hatte Vesterlund einen Teil des Fabrikgebäudes an die Institution verkauft, auch mit dem Hintergedanken „dass dort eine Schule entsteht, die Menschen in die Stadt lockt und in der Stadt etwas passiert“, wie er sagt. 

Er sei gespannt, was dort jetzt passieren werde. „Es ist ein toller Standort und ich hoffe, dass sich dort ein Unternehmen oder eine Institution niederlässt, die Leben in die Stadt bringt. Ich könnte mir ein Kino oder ein Musikhaus vorstellen“, so der Unternehmer. Es solle was in der Kommune passieren, so sein Wunsch.

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