Corona-Krise

Ende der Pandemie in Sicht? WHO-Experten sind optimistisch

Ende der Pandemie in Sicht? WHO-Experten sind optimistisch

Ende der Pandemie in Sicht? WHO-Experten sind optimistisch

Paula Bäurich/shz.de
Genf
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Brauchen wir bald keine Einschränkungen mehr zur Eindämmung der Corona-Pandemie? Foto: Federico Gambarini/dpa

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Während das Infektionsniveau in Deutschland wieder leicht steigt, sinkt es weltweit. Das liegt auch an den Mutationen.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland steigt weiter, zuletzt registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) erneut einen Anstieg der Neuinfektionen pro Tag. Währenddessen meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf globaler Ebene eine deutliche Entspannung der Pandemielage.

Seit nun sechs Wochen gehen die weltweiten Infektionen zurück – seit Ende Januar sogar massiv. In der zweiten Januarwoche hatte die globale Pandemie ihren Höchststand erreicht. Damals infizierten sich weltweit mehr als 700.000 Menschen pro Tag. Inzwischen liegt der Wert bei etwa 350.000, also der Hälfte.

Trotz Mutationen sinkende Infektionszahlen

Obwohl die Mutationen in vielen Ländern inzwischen das Pandemiegeschehen prägen, ist die Tendenz auf fast allen Erdteilen fallend. Einzige Ausnahme stellt der östliche Mittelmeerraum dar. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist rückläufig.

Laut n-tv sprechen WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und andere Offizielle in ihren Analysen und Kommentaren immer lauter davon, die jüngste Entwicklung sei "sehr ermutigend" und "eine Wende". Gleichzeitig warnen sie aber auch: "Jetzt müssen wir den positiven Trend verstetigen. Das Feuer ist noch nicht aus, und wenn wir es nicht weiter bekämpfen, kommt es lodernd zurück."

Einschränkungen bald nicht mehr nötig?

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, verkündet im dänischen Staatssender DR sogar, dass die Coronavirus-Pandemie schon in wenigen Monaten überwunden sein werde. Kluge prophezeit, die schlimmsten Szenarien seien nun vorbei. "Es wird weiterhin ein Virus geben, aber ich glaube nicht, dass Einschränkungen nötig sein werden.“ Kluge sagt, Mutationen seien "normal" und sie würden nicht dazu führen, dass das Virus außer Kontrolle gerate. Tatsächlich fallen die Infektionsraten in den Ländern mit hohen Mutationsinzidenzen ebenso stark wie anderswo. Bereits vor zwei Wochen hatte der Epidemiologe Klaus Stöhr in einer Stellungnahme erklärt, er schätze das Risiko der Corona-Varianten nicht höher ein, als das bisher bekannte Risiko von Sars-CoV-2.

Mutationsentwicklung als Chance für Ende der Pandemie

Laut den Experten könnten die Impfungen nicht ausschlaggebend für den Rückgang der Neuinfektionen seien, da erst ein Bruchteil der weltweiten Bevölkerung geimpft wurde. Stattdessen vermuten sie drei Gründe für die Entwicklung: Erstens würden in vielen Ländern die Vorsicht- und Hygienemaßnahmen wirken. Zudem würde die Zahl der Regionen mit fortgeschrittener Immunisierung der Bevölkerung zunehmen, wie in den USA. Und auch in den Mutationen selbst sehen die Experten einen Grund für den Rückgang der Infektionszahlen: Durch die ständige Mutationsentwicklung des Coronavirus würden auch Mutanten entstehen, die weniger gefährlich sind. Oft enden Pandemien sogar durch Mutationen, die weniger pathogen sind als ihre Vorfahren.

Das Fachmagazin "Science" veröffentlichte kürzlich eine Studie von US-Forschern unter Leitung der Biologin Jennie Lavine zur weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie. Sie vermuten, dass das Virus bald "endemisch" werde, sich also nur noch örtlich begrenzt weiterverbreite. Bei den vier anderen weltweit zirkulierenden Coronaviren lässt sich diese Entwicklung erkennen. So würde auch das Coronavirus langfristig seine Gefährlichkeit verlieren.

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