Fehlendes Startkapital

Immer mehr Landwirte sind Pächter anstatt Besitzer

Immer mehr Landwirte sind Pächter anstatt Besitzer

Immer mehr Landwirte sind Pächter anstatt Besitzer

ritzau/swa
Kopenhagen
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Jüngere Landwirte pachten ihre Höfe an, anstatt sie zu besitzen. Foto: Scanpix

Neue Zahlen von Danmarks Statistik zeigen, dass rund ein Drittel aller landwirtschaftlicher Flächen im Land angepachtet ist. Ein Grund: jungen Landwirten fehlt zum Hofkauf schlicht das Startkapital.

Vor allem jüngere Landwirte pachten zusehend ihre Höfe an, anstatt sie zu besitzen. Rund 36 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Land sind angepachtet, wie neue Zahlen von Danmarks Statistik und des Branchenverbands Seges zeigen. Das ist eine Steigerung um 480.000 Hektar im Jahr 1982 auf 940.000 Hektar in 2015. Zudem zeigt es sich, dass die Hälfte aller dänischen Höfe Pachtung nutzt, wie der Chef für Gewerbeökonomie von Seges, Klaus Kaiser, offenbart.

„Pachten ist eine Notwendigkeit. Besonders für junge Landwirte, denn die Preise für Land sind einfach unbezahlbar für sie. Die wenigsten können sich 30 bis 40 Millionen Kronen leihen, die man investieren muss, wenn man sich heutzutage als Landwirt selbstständig machen will. Es kostet rund 150.000 Kronen, einen Hektar landwirtschaftliche Flächen zu kaufen. Aber man kann einen Hektar für wenige tausend Kronen pachten, die dann allerdings jedes Jahr bezahlt werden müssen“, so Kaiser. Vor allem die neuen und großen Landwirte pachten Land an. Verpächter sind typischerweise ältere Landwirte, die ihren Betrieb abwickeln oder sich verkleinern wollen, ohne zu den jetzigen Preisen verkaufen zu wollen oder zu können.

Landwirt Thomas Klausen ist einer jener jüngeren Bauern. Er hat einen zehnjährigen Pachtvertrag unterschrieben, der Schweineställe und 140 Hektar des Betriebes bei Vildbjerg westlich von Herning umfasst. „Wenn man einen mittelgroßen Hof für 30 Millionen Kronen kaufen will, muss man selbst zwei bis drei Millionen mitbringen, bevor die Bank sich für die Sache interessiert“, sagt Klausen. „Sie wie ich es gemacht habe, war es eine Möglichkeit, loszulegen und der Bank zu zeigen, was man kann. Und wenn es nicht funktioniert, gibt es einen überschaubaren Weg raus aus der Sache. Langfristig hoffe ich aber, den Betrieb kaufen zu können.“

Die Preise für Ackerland waren während der Finanzkrise um 40 Prozent gefallen. Das hat dafür gesorgt, dass heute weniger Land zum Verkauf steht. „Viele ältere Landwirte haben ihr komplettes Erspartes für die Rentenzeit in den Betrieb gesteckt. Andere haben zu einem Zeitpunkt teures Land gekauft. Beide Gruppen warten mit dem Verkauf von Land in der Hoffnung, dass die Preise wieder steigen“, so der Seges-Experte

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