Entwicklung

Bürgermeister Jan Riber im Gespräch: Wachstum und mehr Nähe zu den Menschen

Bürgermeister Jan Riber Jakobsen am Apenrader Hafen

Apenrades Bürgermeister erwartet 3.000 neue Einwohnerinnen und Einwohner. Neue Arbeitsplätze und Wohnraum sind zentrale Herausforderungen. Im Gespräch berichtet Jan Riber Jakobsen über die Zukunft der Kommune.

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Zusammenfassung

  • Apenrade erwartet durch Energieprojekte in Kassö starkes Wachstum und rund 3.000 neue Einwohnerinnen und Einwohner.
  • Die Kommune plant zusätzlichen Wohnraum für Junge, Familien und Seniorinnen und Senioren sowie bessere Verkehrsverbindungen in die Dörfer.
  • Mit schneller Wirtschaftsförderung und der grünen Transformation sollen neue Arbeitsplätze entstehen.
  • Pflegeangebote sollen durch Umstrukturierung näher zu den Menschen rücken.

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Mehr Menschen, neue Arbeitsplätze und große Investitionen in die grüne Umstellung: Für Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Konservative) steht fest, dass die Kommune Apenrade (Aabenraa) vor einer Phase deutlichen Wachstums steht. Damit verbunden sind vor allem zwei zentrale Aufgaben – Wohnraum schaffen und die Stadt sowie die Dörfer darauf vorbereiten.

„Wir rechnen langfristig mit rund 3.000 neuen Bürgerinnen und Bürgern“, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Grund dafür ist vor allem die Entwicklung rund um Kassö (Kassø). Dort entstehen neue Energie- und Industrieprojekte, darunter die schon in Betrieb genommene Power-to-X-Anlagen sowie eine geplante Wasserstoffleitung nach Deutschland. Gleichzeitig baut der staatliche Netzbetreiber „Energinet“ seine Transformatorstation massiv aus. Die Anlage wächst von zwölf auf künftig 135 Hektar.

Für die Kommune bedeutet das neue Arbeitsplätze – aber auch Druck auf den Wohnungsmarkt, so Riber Jakobsen.

Wohnungen für Junge, Familien und Seniorinnen und Senioren

Wohnraum zählt deshalb zu den wichtigsten Themen der neuen Wahlperiode. Gesucht werden nicht nur klassische Einfamilienhäuser, sondern auch kleinere Wohnungen.

„Viele junge Menschen wünschen sich heute andere Wohnformen“, sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig steige der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen. Mehrere Projekte seien in Vorbereitung, konkrete Details wolle man jedoch erst nennen, wenn Planungen weiter fortgeschritten sind.

Neue Perspektiven ergeben sich zudem bei mehreren zentralen Flächen. Das attraktive Baugebiet „Udsigten“ fällt im Juni zurück an die Kommune. Dort soll erneut ein Wohnprojekt entstehen. Auch am Kilen hält die Stadt an Wohnplänen fest – trotz bestehender Herausforderungen durch Lärm von Hafenbetrieben.

„Hier müssten Lösungen gefunden werden, damit Investoren Planungssicherheit erhalten.“

Leben kehrt in die Dörfer zurück

Das erwartete Wachstum betrifft nicht nur die Stadt selbst. Jakobsen sieht besonders für kleinere Orte neue Chancen.

Neue Arbeitsplätze rund um Kassø könnten dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen in Orten wie Hellewatt (Hellevad) oder Jordkirch (Hjordkær) niederlassen. „Das ist eine große Chance für unsere Dörfer“, sagt er.

Passend dazu plant die Kommune neue Busverbindungen, etwa zwischen Rapstedt (Ravsted), Kassö und Apenrade. Auch Jordkirch soll besser angebunden werden. Ziel sei, Arbeitsplätze künftig ohne Auto erreichbar zu machen.

Pflege näher an den Menschen

Neben Wachstum verweist der Bürgermeister auf erfüllte Ziele der vergangenen Wahlperiode. Drei große Entwicklungspläne wurden beschlossen: für grüne Entwicklung und Wirtschaft, lebendige Dörfer sowie Gesundheit und Lernen. Dazu gehören die Pläne in und um Kassö. 

Besonders positives Feedback habe die Seniorenpflege erhalten. Dennoch werde weiter angepasst. „Pflegeangebote sollen räumlich näher an die Bürgerinnen und Bürger rücken – etwa durch neue kommunale Strukturen in Bülderup-Bau (Bylderup-Bov) sowie perspektivisch auch in Rothenkrug und Hellewatt“, so der Bürgermeister.

„Wir wollen Fahrzeit in Zeit bei den Menschen umwandeln“, sagt Jakobsen.

Wirtschaft als Motor

Parallel setzt die Kommune auf schnelle Genehmigungen für Unternehmen. Ein Tierfutterhersteller aus Essen hat bereits ein Grundstück bei Klipleff (Kliplev) gekauft. Weitere Branchen zeigen Interesse – etwa Fischzuchten oder Gewächshausbetriebe, die überschüssige Wärme aus den Energieanlagen nutzen könnten.

Für Jakobsen ist klar: Die grüne Umstellung soll nicht nur Klimaziele erfüllen, sondern langfristig Arbeitsplätze schaffen und Wachstum sichern.

„Wir tragen zur grünen Transformation bei – und sie soll gleichzeitig unsere Kommune stärken.“