Fehmarnbelt-Tunnel

Scandlines weist Schuld an Verzögerung zurück

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Femern A/S wirft Scandlines vor, eine Mitschuld an der Verzögerung des Projektes zu haben, in dem es Kritiker unterstützt. Die Reederei weist dies zurück und meint, dass Femerns eigene Inkompetenz und Arroganz schuld seien.

Femern A/S wirft Scandlines vor, eine Mitschuld an der Verzögerung des Projektes zu haben, in dem es Kritiker unterstützt. Die Reederei weist dies zurück und meint, dass Femerns eigene Inkompetenz und Arroganz schuld seien.

Die Gesellschaft hinter der Fehmarnbelt-Verbindung, Femern A/S, meint, dass die Reederei Scandlines daran beteiligt ist, dass der Bau des Tunnels sich immer weiter verzögert.

Die Verbindung ist ein 57 Milliarden Kronen großes Projekt, das Dänemark und Deutschland durch einen Tunnel zwischen Lolland und Fehmarn verbinden soll. Der Plan dafür steht bereits, doch der Bau kann nach derzeitigem Plan frühestens 2020 beginnen.

Grund sind viele tausend Beschwerden, die aus Deutschland gegen das Projekt eingereicht wurden und nun bearbeitet werden müssen. Der Vizedirektor von Femern A/S, Ajs Dam, beschuldigt zudem Scandlines, mitverantwortlich für die Verzögerung zu sein, indem es Kritiker unterstützt.

Das hat sich Femern durch seine Arroganz und Inkompetenz selbst zuzuschreiben.

Søren Poulsgaard Jensen, Direktor von Scandlines

Die Reederei, die den Fährbetrieb zwischen Dänemark und Fehmarn betreibt, weist diesen Vorwurf hingegen strickt zurück. „Es bedurfte bisher überhaupt keiner Unterstützung, den Prozess zu verlangsamen. Das hat sich Femern durch seine Arroganz und Inkompetenz selbst zuzuschreiben. Dafür können wir nichts“, so der Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Seiner Aussage nach arbeite Scandlines lediglich daran, dass die Bedingungen für den Fährbetrieb nicht schlechter werden, damit man auch mit dem kommenden Tunnel konkurrenzfähig bleibe.

Das Medium Finans hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass Scandlines einen kritischen Bericht zum Fehmarnbelt-Projekt ausgearbeitet und Lobbyisten für das Thema angestellt hatte. Darüberhinaus unterstützt die Reederei, die deutsche Umweltorganisation Nabu, eine der größten Kritiker des Projektes.

Doch daraus macht Dam auch gar kein Geheimnis: „Viele unserer Mitarbeiter sind Mitglieder in Organisationen, die gegen das Tunnelprojekt kämpfen und natürlich helfen wir unseren Mitarbeitern. Wir haben da kein Problem mit. Ich denke sogar, dass die eine gute Sache ist“, so der Scandlines-Direktor. Er gehe aber trotzdem nicht davon aus, dass sich die Fehmarnbelt-Querung komplett stoppen lassen werde.

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