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Grenzlandkarten: Miteinander ins Gespräch kommen

Grenzlandkarten: Miteinander ins Gespräch kommen

Grenzlandkarten: Miteinander ins Gespräch kommen

Maylin Adomat
Nordschleswig/Flensburg
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Die Vorstände der dänischen und deutschen Kirchen in Nord- und Südschleswig stellen die neuen Grenzlandkarten vor. Foto: Maylin Adomat

Anlässlich des diesjährigen 100. Jahrestages der deutsch-dänischen Grenzabstimmung geben die Kirchen in der Grenzregion eine Sammlung von Gesprächskarten heraus. Diese sollen zum gemeinsamen Dialog anleiten und so das deutsch-dänische Miteinander fördern.

Am 30. September trafen sich die Vorstände deutscher und dänischer Kirchen in der St. Marienkirche in Flensburg und stellten das Projekt „Grenzlandkarten“ vor.

Inspiriert durch Projekte des Grundtvigsk Forums in Kopenhagen, das schon seit längerer Zeit viel und erfolgreich mit Gesprächskarten arbeitet, entstand die Idee, eine solche Aktion auch in der Grenzregion auszuprobieren.

Eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Persönlichkeiten aus ganz Nord- und Südschleswig fand sich zunächst zu einem Inspirationstreffen zusammen und entwickelte anschließend, mit Unterstützung des Grundtvigsk Forums, die Grenzlandkarten.

Die Karten sind jeweils mit einer Frage, einem Zitat oder einem Textimpuls zum Thema „Grenze“ versehen. Doch es stehen nicht nur politische Grenzen im Vordergrund, auch religiöse, kulturelle und persönliche Grenzen werden mit einbezogen. Das Ziel des Projektes ist aber in jedem Fall, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Alle Grenzlandkarten sind durchgängig in dänischer und in deutscher Sprache verfasst. Foto: Maylin Adomat

Carmen Rahlf, Pröpstin des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg, hofft, dass durch die Karten mehr Menschen aus verschiedenen Gemeinden zusammenkommen, miteinander sprechen und dabei auch ihre eigenen Geschichten austauschen. Es gebe im Grenzland so viele vielfältige Geschichten, die, wenn man sie miteinander teile, das gegenseitige Verständnis förderten.

Auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche, betont, es sei eine Bereicherung, wenn ein regelmäßiger, fruchtbarer Austausch stattfinde. Man solle alle Möglichkeiten nutzen, um miteinander im Gespräch zu bleiben. „Die Geschichte zeigt, dass es dort, wo die Gespräche verstummen, schwer wird für die Menschen“, so Magaard.

Die Fragen auf den Grenzlandkarten seien so gestellt, dass sie vielfältige Antworten zulassen und somit eine gute Anregung zu gemeinsamen Gesprächen darstellen, erklärt Matthias Alpen, Senior der Nordschleswigschen Gemeinde.

Christa Hansen, Pastorin für die Deutsche Gemeinde in Hadersleben, ergänzt, dass die Karten vor allem ein „Reflexionsprojekt“ seien, denn Reflexion sei immer wichtig, wenn über Grenzen gesprochen werde.

Die Karten, die durchgängig zweisprachig sind, erscheinen mit einer Erstauflage von 3000 Exemplaren und werden in der nächsten Zeit an die Propsteien, Kirchenkreise und Gemeinden in Nord- und Südschleswig verschickt.

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