Handball

So könnten es SG und THW in die Champions League schaffen

Sie alle wollen in die Champions League: Niclas Kirkelökke (Mitte) von der SG Flensburg-Handewitt, aber auch Hendrik Pekeler (li.) und Domagoj Duvnjak vom THW Kiel.

Die Handball-Saison biegt auf die Zielgerade ein. Noch sechs Spiele haben die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel in der Bundesliga zu bestreiten. Beide wollen in die Champions League. Aber wie kommen sie da eigentlich rein?

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Zusammenfassung

  • Die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel kämpfen in der Schlussphase der Saison um die Qualifikation für die reformierte Champions League.
  • Für beide Klubs hängen die Chancen vor allem von der endgültigen Zahl der Bundesliga-Startplätze und möglichen Wildcards der EHF ab.
  • Flensburg und Kiel können sich entweder über Platz zwei oder drei in der Liga oder über einen Titel in der European League Hoffnung auf die Königsklasse machen.

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Die Champions League ist das große Ziel für die Handballer der SG Flensburg-Handewitt und des THW Kiel. Während die SG zuletzt in der Saison 2021/22 im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb vertreten war, liegt die bisher letzte THW-Teilnahme immerhin nur zwei Jahre zurück (2023/24).

Allenthalben wird davon ausgegangen, dass die Bundesliga in der kommenden Spielzeit drei Startplätze erhält (bisher: zwei). Reicht es also, Tabellendritter zu werden? Oder führen auch andere Wege in die ab Sommer reformierte Champions League? Darüber rätseln kurz vor dem Anbruch der heißen Saisonphase auch die Vereine. Die Exekutive der Europäischen Handballföderation EHF will bei einer Sitzung am Freitag (17. April) für mehr Klarheit sorgen.

„Es ist wichtig für uns Vereine, möglichst früh zu wissen, welcher Platz oder welcher andere Weg in welchen Wettbewerb führt“, erhofft sich SG-Geschäftsführer Holger Glandorf Fakten. Der Wunsch von THW-Manager Viktor Szilagyi lautet: „Dass man weiß, wenn man etwas erreicht hat, dass es für die Champions League reicht oder eben nicht. Dann hätten die Vereine ein bisschen mehr Planungssicherheit.“

Dies sind die Szenarien, die vor der EHF-Sitzung für die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel relevant sind. Sie alle gehen davon aus, dass der SC Magdeburg Deutscher Meister wird und sicher in die Champions League einzieht.

So könnte die SG Flensburg-Handewitt in die Champions League kommen

Szenario 1: Die SG wird Tabellenzweiter. Dies ist vermutlich der sicherste Weg in die Champions League, da der Liga-Zweite bisher immer ein Königsklassen-Upgrade erhalten hat. Darauf sollte sich auch die SG, wenn sie Rang zwei bis zum Ende behauptet, verlassen können.

Szenario 2: Bekommt die Bundesliga wie erwartet drei Champions-League-Plätze, reicht der SG auch der dritte Rang für die Qualifikation (derzeit Füchse Berlin). Oder doch nicht? Die EHF behält sich das Recht vor, zwei Startplätze per Wildcard zu vergeben. Unklar ist bisher, ob der Champions-League-Sieger oder der European-League-Sieger einen Platz bekommen würde, wenn er sich nicht über die Liga qualifiziert.

Das Restprogramm der Anwärter auf Platz zwei und drei

SG Flensburg-Handewitt (45:11 Punkte): MT Melsungen (H), TBV Lemgo Lippe (H), SC Magdeburg (A), TVB Stuttgart (A), ThSV Eisenach (H), Füchse Berlin (A)

Füchse Berlin (44:12): VfL Gummersbach (H), THW Kiel (A), TSV Hannover-Burgdorf (H), ThSV Eisenach (A), MT Melsungen (A), SG Flensburg-Handewitt (H)

VfL Gummersbach (41:13): SC DHfK Leipzig (A), Füchse Berlin (A), Frisch Auf Göppingen (H), HC Erlangen (A), GWD Minden (H), SC Magdeburg (A), Rhein-Neckar Löwen (H)

THW Kiel (39:17): SC DHfK Leipzig (H), HSG Wetzlar (A), Füchse Berlin (H), Bergischer HC (A), GWD Minden (A), TBV Lemgo Lippe (H)

Je nach Priorisierung der EHF könnte es also sein, dass der Bundesliga-Dritte auf der Strecke bleibt, wenn zum Beispiel Berlin als Vierter die Champions League gewinnt oder Kiel als Fünfter die European League.

Szenario 3: Die SG wird zum dritten Mal in Folge European-League-Sieger. Das könnte unabhängig von der Liga-Platzierung in die Champions League führen, wenn die EHF den European-League-Sieg über Rang drei in der Bundesliga priorisiert.

So könnte der THW Kiel in die Champions League kommen

Szenario 1: Der THW startet eine Aufholjagd und wird noch Tabellenzweiter, weil Flensburg, Berlin und Gummersbach viele Federn lassen. Dies ist bei sechs Punkten Rückstand auf die SG aber eher unwahrscheinlich.

Szenario 2: Der THW landet noch auf Platz drei, den derzeit der VfL Gummersbach mit vier Minuspunkten weniger als die Kieler belegt. Der dritte Rang würde aber nur dann sicher genügen, wenn die EHF ihm die höhere Wertigkeit zuspricht als einem Titel in der Champions League oder der European League.

Szenario 3: Der THW gewinnt die European League, was Stand jetzt realistischer ist als eine Verbesserung in der Bundesliga-Tabelle. Sollte der European-League-Sieger eine Wildcard erhalten, könnte Kiel davon profitieren und auch als Tabellenfünfter in die Königsklasse einziehen.