Fussball

Nagelsmann baut auf Bayern-Block und England-Power

Julian Nagelsmann hat den Kader für die Vorbereitung auf die WM im Sommer nominiert.

Sieben Bayern, sieben England-Legionäre, neue Talente - aber auch prominente Streichkandidaten: Nagelsmanns erster Kader im WM-Jahr sorgt knapp drei Monate vor dem Turnierstart für Diskussionen.

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Zusammenfassung

  • Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt im ersten WM-Jahr-Kader stark auf Spieler des FC Bayern und auf eine große England-Fraktion.
  • Mehrere Rückkehrer wie Kai Havertz, Pascal Groß und Antonio Rüdiger sowie junge Neulinge wie Lennart Karl und Jonas Urbig erhalten eine Chance.
  • Prominente Namen wie Karim Adeyemi und Niclas Füllkrug fehlen, während die endgültige WM-Kaderentscheidung erst im Mai fällt.

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Julian Nagelsmann setzt bei der Auswahl seiner WM-Kandidaten auf einen großen Block des FC Bayern und eine überraschend starke England-Fraktion. Der Bundestrainer nominierte um die jungen Neulinge Lennart Karl und Jonas Urbig sowie seinen Kapitän und Anführer Joshua Kimmich insgesamt sieben Akteure aus München. 

Damit stellt der deutsche Fußball-Rekordmeister auch ohne den weiter schmerzlich vermissten Jamal Musiala fast ein Drittel des Aufgebots für die Testspiele der Nationalmannschaft am 27. März (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz und am 30. März (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart gegen Ghana. 

Ebenfalls gleich sieben Akteure holt Nagelsmann von Clubs aus der englischen Premier League. Nach mehr als einem Jahr zurück im DFB-Aufgebot ist nach langer Verletzungsauszeit Arsenal-Angreifer Kai Havertz. 

Groß und Stach als englische Überraschungen

Ein überraschendes DFB-Comeback feiern Pascal Groß (Brighton & Hove Albion) und nach fast vier Jahren Anton Stach (Leeds United). Komplettiert wird das England-Septett von Liverpool-Star Florian Wirtz, Kevin Schade vom FC Brentford sowie Nick Woltemade und Malick Thiaw von Newcastle United. 

Real Madrids Verteidiger Antonio Rüdiger kehrt ebenfalls nach Verletzungspause für den ersten sportlichen Gradmesser im WM-Jahr in den insgesamt 26 Spieler umfassenden Kader zurück. Deniz Undav ist als deutscher Top-Torschütze erstmals in der WM-Saison wieder dabei. Sein Stuttgarter Club-Kollege Josha Vagnoman darf als mögliches Kimmich-Backup als rechter Verteidiger vorspielen.

Auch Adeyemi gestrichen

Gesunken sind die Chancen auf ein WM-Ticket für die nicht nominierten Stuttgarter Maximilian Mittelstädt und Angelo Stiller, Robert Andrich von Bayer Leverkusen und auch Niclas Füllkrug, von dem der Bundestrainer zuletzt eine bessere Torquote bei AC Mailand gefordert hatte. Aussortiert wurde vorerst auch der Dortmunder Karim Adeyemi, der im November mit privatem, juristischem Ärger für Schlagzeilen gesorgt hatte. 

Nicht dabei ist der neben Karl als mögliche WM-Überraschung gehandelte Angreifer Said El Mala (19) vom 1. FC Köln, der im November einige Tage mit der A-Auswahl trainiert hatte. Mit der Nominierung von Jungstar Karl (18) und Torwart Urbig (22) als Backup für Oliver Baumann als WM-Nummer-Eins bewies Nagelsmann aber, dass er für sein WM-Aufgebot noch Akzente setzen will. 

Entscheidung im Mai

Am Montag versammelt Nagelsmann sein aktuelles Aufgebot für die Testpartien im Stammquartier in Herzogenaurach. Seinen vorläufigen WM-Kader wird der 38-Jährige in der Woche vor dem letzten Bundesliga-Spieltag (16. Mai) nominieren. In den ersten Junitagen muss der finale WM-Kader von maximal 26 Spielern der FIFA gemeldet werden.

Die Endrunde beginnt für Deutschland am 14. Juni (19.00 Uhr/MESZ) in Houston gegen Curaçao. Die weiteren Gegner in der Gruppenphase beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sind am 20. Juni (22.00 Uhr/MESZ) die Elfenbeinküste in Toronto und Ecuador am 25. Juni (22.00 Uhr/MESZ) in East Rutherford.

Der Kader

Torhüter: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Alexander Nübel (VfB Stuttgart), Jonas Urbig (FC Bayern München) 

Defensive: Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Alexander Pavlovic (FC Bayern München), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Anton Stach (Leeds United), Jonathan Tah (FC Bayern München), Malick Thiaw (Newcastle United), Josha Vagnoman (VfB Stuttgart)

Offensive: Serge Gnabry (FC Bayern München), Leon Goretzka (FC Bayern München), Kai Havertz (FC Arsenal), Lennart Karl (FC Bayern München), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Leroy Sané (Galatasaray Istanbul), Kevin Schade (FC Brentford), Deniz Undav (VfB Stuttgart), Florian Wirtz (FC Liverpool), Nick Woltemade (Newcastle United)