Bildung

Schulleitungen dringen auf Handyverbot

Videos von Gewalttaten auf dem Schulhof, Bloßstellungen im Klassenchat: Niedersachsens Schulleitungen halten es für falsch, dass jede Schule selbst über ein Handyverbot entscheiden kann.

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Zusammenfassung

  • In Niedersachsen fordern Schulleitungen ein gesetzlich geregeltes, flächendeckendes Handyverbot an Schulen.
  • Sie verweisen auf Gewalt- und Sexualdelikte, die nur zur Videoaufnahme und Demütigung von Opfern begangen werden.
  • Lehrkräfte sehen sinkende Aufmerksamkeit, problematische Klassenchats und unwirksame Einzelregeln als weitere Gründe für ein Verbot.

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Die Schulleitungen in Niedersachsen dringen auf ein flächendeckendes Handyverbot an den Schulen. Dafür brauche es, wie von der CDU vorgeschlagen, eine gesetzliche Lösung, appellierte der Schulleitungsverband Niedersachsen (SLVN) im Kultusausschuss des Landtags.

SLVN-Chef Matthias Aschern berichtete, es gebe Fälle von schwerer Körperverletzung und Sexualdelikten, die einzig begangen wurden, um Videos davon zu machen und die Opfer zu demütigen. Messenger und Social Media seien dabei ein «Paralleluniversum», das sich dem Wissen und der Kontrolle der Schulen und Lehrkräfte, aber auch der Eltern entziehe.

Gruppendruck und Bloßstellungen in Klassenchats

Zugleich gehe die Aufmerksamkeitsspanne der Schülerinnen und Schüler dramatisch zurück, schon ein drei Minuten langes Video sei manchen zu viel. Das habe verheerende Auswirkungen auf die Leistungen. Ein Flickenteppich, bei dem jede Schule eine eigene Regelung zum Umgang mit Handys treffen kann, sei daher nicht nachvollziehbar. Ein solches Modell ohne gesetzliches Handyverbot verfolgt die rot-grüne Landesregierung derzeit.

Auch der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) sprach sich für ein gesetzliches Verbot aus. In Klassenchats machten sich massiver Gruppendruck, Ausgrenzung, eine sexualisierte Sprache und Bloßstellungen breit, warnte der VNL-Vorsitzende Torsten Neumann. Er kenne keine Schulen ohne eine Handyregelung – oft seien diese aber schlicht nicht wirksam.