Freiwilliges Engagement

Mit einem Tennisball gegen Tauben – Karin Thimsen kümmert sich um den „Stakladen“

Veröffentlicht Geändert
Ketty Atzen (links) und Karin Thimsen empfinden den umgebauten Hoyer-Ortskern als „ein Geschenk“.

Herzensangelegenheit: Die Hoyeranerin kümmert sich täglich darum, dass der Rast- und Ruheort vor ihrer Haustür immer einladend aussieht. Dafür scheut sie weder Kosten noch Mühen – ein selbst gewählter Einsatz, dem sie sehr gerne nachgeht.

„Im ,Stakladen‘ war immer alles voller Taubenmist, und ich fand, das kann so nicht bleiben. Also bin ich rübergegangen und habe geputzt“, erzählt Karin Thimsen und blickt aus ihrem Fenster in Richtung des überdachten Picknickplatzes und Treffpunktes mitten im Marschenort, der sich nur wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet.

Es ist keine Stunde vergangen, seit der Kommune Tondern (Tønder) dort der Straßenpflaster-Preis 2024 (Brolæggerpris 2024) für das Umbau-Projekt in Hoyer verliehen wurde.

Die 87-Jährige kümmert sich freiwillig darum, dass der Rast- und Ruheort im Herzen von Hoyer ein gutes Bild abgibt. „Ich gehe jeden Tag rüber und wische die Tische ab, leere den Abfalleimer und sorge dafür, dass es ordentlich ist“, erzählt die gebürtige Setherin.

„Den Müll leere ich jeden Tag in meinem privaten Abfalleimer aus“

Karin Thimsen

Den Abfalleimer hat die Seniorin in Eigeninitiative aufgestellt. „Weil die Kommune es nicht getan hat, habe ich habe dann selbst einen Eimer genommen und mit vier Wäscheklammern eine gewöhnliche Mülltüte darin befestigt“, erzählt Thimsen. „Den Müll leere ich jeden Tag in meinem privaten Abfalleimer aus.“

Dieser soll schließlich nicht in der Gegend herumfliegen. Im Kopf hat sie dabei auch die Herausforderungen von Hundebesitzerinnen und -besitzern: „Die Touristen, die herkommen, haben nun einmal häufig Hunde dabei. Und man möchte ja gerne, dass sie den Schiet der Hunde aufsammeln. Aber wo sollen sie denn mit den Tüten hin, wenn kein Mülleimer da ist?“

Aber der rüstigen Hoyeranerin stinkt ihr freiwilliger Einsatz jedoch nicht: „Ich tue das gerne, und es nimmt ja nur ein paar Minuten in Anspruch.“

Karin Thimsen hat in Eigeninitiative einen Mülleimer aufgestellt.

Aber auch über die Frage der Entsorgung der Hinterlassenschaften hinaus hat Thimsen das Wohl der Vierbeiner im Sinn und einen Hundenapf organisiert.

„Ich mache das gerne und habe selbst Freude daran“

Für die Kinder hat die Anwohnerin ein Spiel gekauft, das den Kindern die ausufernde Wartezeit während einer Rast etwas versüßen soll. Wenn also der Abenteuergeist schon wieder nach Aktion verlangt, während die Eltern noch rasten, steht dank Thimsen Leitergolf bereit.

Dass der „Stakladen“ von den verschiedensten Leuten genutzt wird, freut Thimsen. „Ich finde es richtig schön, dass die Leute sich da hyggen. Nur ein paar Mal habe ich erlebt, dass der Ort nicht so gut hinterlassen wurde. Dann bin ich auch schon mal mit Schaufel und Besen drüben gewesen“, berichtet sie. Das aber störe sie nicht weiter: „Ich mache das gerne und habe selbst Freude daran“, konstatiert sie.

Die Blumen, mit denen Thimsen die Tische des „Stakladen“ schmückt, hat sie nun wegen des Frostes zu sich ins Warme geholt. Stattdessen schmückt ein winterliches Gesteck aus Tannenzweigen einen der Tische.

Niemand kann es so sicher bezeugen, wie Thimsen: Der „Stakladen“ ist ein beliebtes Ziel – auch für Tauben. Zeitweise verwandelte sich der Ort regelrecht in einen Taubenschlag. „Sie saßen da und schissen alles voll“, erinnert sich die Hoyanerin. Verschiedene Versuche von Handwerkerinnen und Handwerkern, die Tauben vom „Stakladen“ wegzuhalten, hätten nichts genutzt. „Die Tauben haben es immer hineingeschafft, und der Haufen wurde immer größer“, berichtet sie von ihren Beobachtungen. „Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass die Kommune kapituliert hat.“

Von ihrem Platz in der Stube aus hat die Hoyeranerin den „Stakladen“ gut im Sicht- und Wurffeld.

Karin Thimsen – die „Vogelscheuche“

Von ihrem Platz in der Stube aus hat sie sich der Sache irgendwann selbst angenommen. „Ich habe einen Tennisball genommen und ihn aus meinem Fenster in die Richtung geworfen. Wenn dieser dann das Dach getroffen hat, haben sie sich so erschrocken, dass sie weggeflogen sind“, erinnert sie sich. „Nach 14 Tagen waren die Tauben weg“, sagt sie – schmunzelnd über ihren Erfolg.

Thimsen freut sich, der Kommune durch ihr Arrangement etwas zurückgeben zu können. „Dieser schöne neue Stadtkern war ein Geschenk an uns Hoyeranerinnen und Hoyeraner, und nun geben wir etwas zurück“, betont Thimsen und spielt damit auf Personen wie Ketty Atzen an, die ebenfalls mit viel Hingabe dazu beiträgt, dass Hoyer aufblüht – im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie kümmert sich gemeinsam mit anderen Damen um die Pflege von Blumenkübel im Ortsgebiet.

Karin hat immer ein Auge auf den „Stakladen“.