Sozialdienst

Lebensgeschichten: Erinnerungen, die verbinden

Veröffentlicht Geändert
Familienberaterinnen Ilka Jankiewicz (links) und Karin Hansen-Osmanoglu berichteten bei der Generalversammlung des Sozialdienstes von der positiven Resonanz auf das neue Projekt.

Austausch, Reflexion und zwischenmenschliche Nähe: Im Projekt „Lebensgeschichten“ teilen Seniorinnen und Senioren persönliche Erinnerungen aus ihrem Leben – von Kindheit und Krieg bis Familie und Beruf. Ein Angebot des Sozialdienstes, das nun in die zweite Runde geht.

„Bedeutende Geschichten sind nicht immer die dramatischsten oder bekanntesten. Oft sind es die kleinen, persönlichen Erlebnisse, die das Leben eines Menschen tief prägen. Solche Erfahrungen bergen eine stille Weisheit und können jungen Menschen wertvolle Einsichten schenken“, heißt es in der Projektbeschreibung eines neuen Angebots des Sozialdienstes.

Im Rahmen der Generalversammlung stellten die Familenberaterinnen Karin Hansen Osmanoglu, Kommune Apenrade (Aabenraa), und ihre Kollegin Ilka Jankiewicz, Kommune Tondern (Tønder), das bereits angelaufene Projekt „Lebensgeschichten“ vor.

Erinnerungen und Emotionen teilen

Das Angebot richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die bereit sind, ihre Erinnerungen mit anderen zu teilen. Für jedes Treffen wird ein Schwerpunktthema gewählt – etwa Kindheit und Jugend, Kriegserfahrungen, Beruf und Karriere oder Familiengeschichte. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält dabei Zeit und Raum, um aus dem eigenen Leben zu erzählen.

Laut dem Sozialdienst geht es dabei nicht nur um historisch interessante oder gesellschaftlich relevante Erzählungen. Vielmehr dient das gemeinsame Erinnern und Erzählen auch der persönlichen Reflexion und Verarbeitung von Erlebtem.

Die Seniorinnen und Senioren sind begeistert. Wir haben bereits erste Anfragen für die nächste Gruppe, die aller Voraussicht nach nach den Sommerferien starten wird.

Karin Hansen Osmanoglu

Ebenso wichtig sei das Zuhören: Wer sich in die Gefühlswelt eines anderen einfühlen kann, baue eine Verbindung auf, die einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit habe, so der Sozialdienst.

Begeisterte Geschichtenerzählerinnen und -erzähler

Die aktuelle Gruppe besteht aus sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich einmal im Monat im Haus Quickborn treffen. Drei Termine haben bereits stattgefunden; das nächste Treffen ist für Juni geplant. Begleitet werden die Gespräche von zwei erfahrenen Familienberaterinnen, die als Mentorinnen zur Seite stehen.

Karin Hansen Osmanoglu zeigt sich sehr zufrieden mit der bisherigen Resonanz: „Die Seniorinnen und Senioren sind begeistert. Wir haben bereits erste Anfragen für die nächste Gruppe, die aller Voraussicht nach nach den Sommerferien starten wird.“

Weitere Themen auf der Generalversammlung des Sozialdienstes:

  • Ehrung von Irene Feddersen (Verwaltung Sozialdienst)
  • Willi Schidlowski vom Seniorenausschuss bittet mit Nachdruck um Freiwillige als Reise- oder Veranstaltungsleitung und um Eigeninitiative bei Veranstaltungsideen
  • Austritt des Haderslebener Frauenvereins aus dem Sozialdienst bleibt ohne Begründung oder Gesprächsbereitschaft. Der Vorstand ist offen für Gespräche.
  • Hanns Peter Blume kündigt an, dass er die Kalender-Arbeit beenden wird.
  • Vorsitzende Gertraudt Jepsen wird einstimmig wiedergewählt.
Für ihren Einsatz und ihr Wesen wurde Irene Feddersen (links) geehrt. Die Rührung ließ nicht nur bei ihr die Augen wässrig werden.