Deutsche Minderheit

Größte Herausforderung des NRV: Es fehlt die Jugend

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38 stimmberechtigte Delegierte aus den sechs NRV-Vereinen in Nordschleswig nahmen an der Jahreshauptversammlung im Bootshaus des Deutschen Rudervereins Norderharde teil.

Der Nordschleswigsche Ruder-Verband zog bei seiner Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz, doch eine zentrale Herausforderung bleibt: Nachwuchs gewinnen. NRV-Ruderlehrer Thomas Ihnen sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

Strahlender Sonnenschein, ein einladendes Kuchenbüfett und eine insgesamt positive Bilanz – die Jahreshauptversammlung des Nordschleswigschen Ruder-Verbands (NRV) verlief reibungslos. „Das lief alles sehr ruhig und problemlos ab. Das war auch nicht anders zu erwarten, weil im Vorwege schon viele Sachen geklärt waren, wie beispielsweise die Wiederwahl des Sportvorstands (Chris Eisenkrämer als 2. Vorsitzender, d. Red.)“, sagt NRV-Ruderlehrer Thomas Ihnen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Der Vorsitzende des NRV, Jan Georg Hoff, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonnabend, 1. März, im Vereinshaus des Deutschen Rudervereins Norderharde (DRN). Der DRN hatte sie zu einem Kuchenbüfett eingeladen, das sie bei strahlendem Sonnenschein an den Kaffeetafeln im Bootshaus genossen.

Reinhart Grahn, Vorsitzender des Ruderverbands Schleswig-Holstein und Ehrenmitglied des NRV, führte durch die Versammlung, in der Hoff in seinem Jahresbericht auf ein insgesamt aktives und erfolgreiches Jahr 2024 zurückblickte.

Ein positives Jahr mit Potenzial für mehr

„Viele Veranstaltungen, auch vereinsübergreifende, sind angeboten und nach Möglichkeit genutzt worden“, so Hoff. Besonders die Schulregatta in Gravenstein (Gråsten) sei wieder eine schöne Veranstaltung für die jüngeren Ruderinnen und Ruderer gewesen. Auch im Regattabereich läuft es gut, und Trainingslager seien angeboten worden – allerdings gebe es hier noch Platz für mehr Teilnehmende.

Der erste NRV-Vorsitzende zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Entwicklung des Verbands: „Die Mitgliederzahlen sind insgesamt gut, und mit unseren zur Verfügung stehenden Finanzen sind wir auch gut zurechtgekommen. Dadurch konnten wir die lokalen Vereine wieder unterstützen.“

Jan Georg Hoff stellte die Anwesenheit von 38 stimmberechtigten Mitgliedern fest.

Hoff bedankte sich auch bei Ruderlehrer Thomas Ihnen für dessen Einsatz: „Er bringt etwas neuen Wind in die Vereine und in den NRV.“

Herausforderungen im Nachwuchsbereich

Ein wichtiger Punkt der Versammlung war auch Ihnens erster Jahresbericht als NRV-Ruderlehrer. In seiner Rückschau auf das Jahr 2024 schilderte er seine ersten Monate im Verband seit seinem Amtsantritt am 15. Juli 2024. Die Anfangszeit sei geprägt gewesen vom Kennenlernen der Vereine und ihrer Mitglieder.

Ihnen betonte, dass er sich in kurzer Zeit einen Überblick über die Möglichkeiten, aber auch über die Herausforderungen im Verband verschaffen konnte. Besonders die Nachwuchsgewinnung stelle eine zentrale Aufgabe für die Zukunft dar. „Es zeichnete sich relativ schnell ab, dass wir im Verband das Problem haben, Kinder und Jugendliche an den Rudersport heranzuführen. Hier wird auch eine große Arbeit für das kommende Jahr vor uns liegen“, so Ihnen.

Thomas Ihnen nahm seine Arbeit im NRV im Sommer vergangenen Jahres auf (Archivbild).

Auf die Frage, wie man dieses Problem lösen könne, antwortete der Rudertrainer: „Wir wollen vermehrt Angebote für Schulen machen und darüber versuchen, Kinder und Jugendliche in die Vereine zu bekommen. Darüber hinaus müssen wir die Eltern stärker mit einbinden. In einigen Vereinen sieht man bereits, dass Eltern nicht nur ihre Kinder zum Rudern schicken, sondern selbst aktiv werden. Genau das ist unser Ziel.“

Ich kann das nicht allein auffangen.

Thomas Ihnen

Doch es gibt Hindernisse. Viele Jahre habe es an ausreichender Aktivität gefehlt, und nicht immer sei gemeinsam an einem Strang gezogen worden. „Das Problem ist, dass es in den meisten Vereinen keinen Betreuer speziell für Kinder und Jugendliche gibt. Momentan muss ich das in einer One-Man-Show abdecken. Ich kann das nicht allein auffangen“, so Ihnen.

Die Rudersaison steht in den Startlöchern – in der Norderharde findet das Anrudern am 30. März statt.

Ihm zufolge sei es daher notwendig, Betreuerinnen und Betreuer zu gewinnen, die in den jeweiligen Vereinen ehrenamtlich mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. „Nur so können wir es aufbauen, und das ist ein langer Prozess. Wir müssen gemeinsam schrittweise daran arbeiten. Und das werden wir auch hinbekommen“, gibt sich der NRV-Ruderlehrer zuversichtlich.

Ehrungen für herausragende Leistungen

Neben den Berichten und Diskussionen standen bei der Jahreshauptversammlung auch die traditionellen Ehrungen auf dem Programm. Die Söllnerplakette der Frauen ging an Sina Brandt vom Deutschen Ruderverein Germania Sonderburg, die 2024 beeindruckende 2.308 Kilometer gerudert hatte.

Bei den Herren erhielt der 89-jährige Dieter Hallmann vom Deutschen Ruderverein Hadersleben die Söllnerplakette für seine 2.476 geruderten Kilometer.

Sina Brandt und Jan Georg Hoff

Die Plakette für das Wanderrudern nahm Angelika Feigel für den Deutschen Ruderverein Hadersleben (Haderslev) entgegen. Zudem lud sie die Mitglieder als Wanderruderwartin dazu ein, an der Familien-Wanderruderfahrt vom 23. bis 27. Juli in Neuruppin teilzunehmen.

Dieter Hallmann (l.) neben Jan Georg Hoff

Walter Christensen nahm für den Deutschen Ruderverein Norderharde als Vorsitzender die Breitensport-Plakette entgegen.

Angelika Feigel (l.)
Walter Christensen (l.) und Jan Georg Hoff