Formel 1

Magnussen in Monza ausgeschieden

Magnussen in Monza ausgeschieden

Magnussen in Monza ausgeschieden

jki/dpa
Monza
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Kevin Magnussen musste frühzeitig seine Sachen packen. Foto: Massimo Pinca/Ritzau Scanpix

Die Talfahrt der letzten Wochen und Monate hält für Kevin Magnussen weiter an. Der dänische Formel-1-Pilot ist beim Großen Preis von Italien in Monza frühzeitig ausgeschieden.

Auch Monza wurde für Kevin Magnussen eine Enttäuschung. Der dänische Formel-1-Pilot hatte beim Großen Preis von Italien in Monza lange um die Punkte gekämpft, machte aber im Dreikampf mit Lando Norris (McLaren) und Max Verstappen (Red Bull) einige teure Bremsfehler, die ihn zu einem zweiten Boxenstopp und letztenendes zur Aufgabe zwangen.

„Es ist ärgerlich. Es ist wahnsinnig schwierig, wenn man bis zum Äußersten gehen muss, um dranzubleiben. Dann macht man zwangsläufig auch Fehler“, sagt Kevin Magnussen zu TV3+.

Der Däne ist lediglich in 3 der bisherigen 14 Rennen in die Punkte gefahren und ist mittlerweile auf Platz 16 der Gesamtwertung abgerutscht. Sein Teamkollege Romain Grosjean steht auf Position 17.

Trotz der erneuten Enttäuschung nahm der Däne auch Positives mit.

„Es sah nicht ganz hoffnungslos aus und nicht so schlecht wie zuletzt. Es waren kleine Fortschritte erkennbar. Jetzt hoffen wir nur, dass das Auto ein wenig besser wird, damit ich um die guten Positionen mitfahren kann“, so Magnussen.

Charles Leclerc siegte in Monza. Foto: Andrej Isakovic/Ritzau Scanpix

Nach dem Ferrari-Ärger im Qualifying von Monza hat Sebastian Vettel auch das Rennen komplett ruiniert. Es gewann sein Teamkollege Charles Leclerc vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas. Rang drei ging an Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil, der lange um den Sieg mitfuhr, am Ende nach einem Fahrfehler und Reifenproblemen aber nicht mehr mithalten konnte.

Großer Druck von Bottas

Bottas machte bis zum Schluss ordentlich Druck auf Leclerc, war bis auf eine halbe Sekunde dran - doch auch er patzte in der vorletzten Runde, so dass der Monegasse am Ende den ersten Ferrari-Sieg beim Heimrennen seit 2010 einfuhr. Der Jubel bei den Roten und bei den Tifosi auf den Rängen war anschließend kaum zu bremsen: "Mamma mia!", schrie Leclerc auf der Ehrenrunde ins Boxenmikro.

Nach der Zieldurchfahrt sagte der auch schon zuletzt in Spa siegreiche Youngster:"Ich habe mich noch nie in meinem Leben so müde gefühlt. Es ist Wahnsinn, ein unfassbares Gefühl. Aber in Zukunft muss ich ein paar Fehler weniger machen, hier konnte ich froh sein, dass sie mich keinen Platz gekostet haben."

Hamilton gar nicht mal unzufrieden

Bottas ärgerte sich ein wenig: "Mein letzter Reifensatz ging hervorragend, leider hat es am Schluss nicht ganz gereicht, um noch nach ganz vorne zu fahren." Hamilton gab zu: "Ferrari war einfach viel schneller als wir. Von daher ist okay, dass wir immer noch ein paar sehr gute Punkte eingefahren haben."

Für Vettel begann des Desaster schon kurz nach dem Start. Zunächst kam er von seinem vierten Platz nicht nach vorn, dann musste er sogar seinen bei Renault zum Saisonende mangels Leistung aussortierten Landsmann Nico Hülkenberg passieren lassen, der am Ende hervorragender Fünfter wurde.

Dreher - und dann die Nerven verloren

Diese Peinlichkeit korrigierte Vettel zwar zügig wieder, doch die nächste kostete ihn das komplette Rennen. In der siebten Runde drehte sich der Vierfach-Weltmeister ohne Fremdeinwirkung von der Strecke, verlor dann offensichtlich die Nerven und zwang sein Auto zurück auf die Straße, obwohl dort gerade Lance Stroll im Racing Point angerauscht kam- Vettel berührte den Kanadier, der ihn prompt via Funk als "Idiot" beschimpfte.

Weitaus schlimmer: Bei dem Crash beschädigte sich Vettel den Frontflügel, musste an die Box und sich eine neue Nase holen. Doch kurz danach stand er schon wieder: Die Jury verpasste ihm für sein Gegner-gefährdendes Verhalten eine Zehn-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe.

"Unachtsamkeit von mir"

Danach war er abgeschlagener Letzter und konnte erst im letzten Drittel noch ein paar Plätze gutmachen. Für die Punkteränge reichte es aber bei weitem nicht mehr, er wurde überrundet und nur 13.

Vettel war anschließend kleinlaut: "Der Dreher war eine Unachtsamkeit von mir, dann habe ich leider beim Zurückfahren auf die Strecke Lance nicht gesehen - ich habe aber schon mit ihm gesprochen. Der Zug nach vorne war danach natürlich abgefahren."

Spannender Kampf an der Spitze

Das ganze Dilemma war umso bitterer für Vettel, weil Leclerc an der Spitze zeigte, welch starke Pace auch an diesem Wochenende wieder im Ferrari steckte. Der Polesetter lieferte sich über viele Runden ein hochspannendes Duell mit dem WM-Führenden Hamilton, in dem beide durchaus auch den ein oder anderen Patzer einbauten und auch mal neben der Strecke auftauchten.

Einer dieser Fehler kostete Hamilton in der 42. Runde den zweiten Platz: Nach einem Verbremser vor der Schikane musste er einen Umweg einbauen und damit seinen im letzten Drittel des Rennens immer stärker auftrumpfen Teamkollegen Bottas vorbeilassen. Hamilton funkte in der Folge an die Box, dass von seinen "Reifen nichts mehr ürbig" sei - mit dem Sieg hatte er dann in der Schlussphase nichts mehr zu tun.

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Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
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