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Glen Riddersholm vergleicht IFK Norrköping mit Sønderjyske

Glen Riddersholm vergleicht IFK Norrköping mit Sønderjyske

Glen Riddersholm vergleicht IFK Norrköping mit Sønderjyske

Norrköpping
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Glen Riddersholm ist seit August 2022 Trainer des IFK Norrköping. Foto: Stefan Jerrevång/TT/Ritzau Scanpix

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Der 50-jährige Fußball-Trainer hat mit dem schwedischen Meister von 2015 den Abstieg aus der Allsvenskan verhindert und blickt in eine vielversprechende Zukunft, wo er mit dem IFK Norrköping etwas aufbauen will. Riddersholm schaut aber auch mit einem weinenden Auge auf Sønderjyske zurück. „Eine Katastrophe, was passiert ist!“

Für Glen Riddersholm ist es bereits die zweite Trainerstation, seitdem er im Mai 2021 nach zweieinhalb Jahren seinen Trainerstuhl bei Sønderjyske räumen musste. Nach acht Monaten als Co-Trainer von KRC Genk in Belgien ist der 50-Jährige seit August 2022 Cheftrainer des schwedischen Erstligisten IFK Norrköping.

Der schwedische Meister von 2015 steckte in der Krise, als Riddersholm übernahm, doch mit dem Dänen am Ruder konnte der Abstieg vermieden werden. Nicht ohne Mühe, aber in der Endabrechnung landete der IFK Norrköping auf Rang 12, mit drei Punkten Abstand auf den Relegationsplatz.

„Die ersten drei Monate sind in vielerlei Hinsicht hektisch gewesen. Wenn ich zu dem Zeitpunkt reingeholt werde, ist das ein Ausdruck dafür, dass es Probleme gab. Es fehlte die Balance im Kader, und zu viele Leistungsträger sind ausgefallen. Wir haben aber Stabilität reinbringen können und aus den 13 Spielen nur 4 gegen die absoluten Topmannschaften verloren“, sagt Glen Riddersholm im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Glen Riddersholm war von Januar 2019 bis Mai 2021 Sønderjyske-Trainer. Foto: Karin Riggelsen

Der 50-Jährige hat beim schwedischen Traditionsverein einen Vertrag bis Ende 2025 unterschrieben und hofft auf bessere Zeiten.

„Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Fußballleidenschaft ist hier sehr groß, die Stadt steht hinter der Mannschaft. Man merkt hier schon, ob man gewonnen oder verloren hat. Der erste Schritt war der Klassenerhalt, und sportlich zeigen viele Dinge in die richtige Richtung, es ist aber ein Prozess, der sich über zwei bis drei Transferfenster strecken wird. Wir blicken nach vorne auf ein Projekt, das in vielen Bereichen mit dem damals bei Sønderjyske vergleichbar ist“, meint Riddersholm.

Weinendes Herz

Die Sønderjyske-Zeit hat er nicht einfach abgehakt. Von der Seitenlinie aus betrachtet er weiterhin, was bei seinem ehemaligen Arbeitgeber passiert.

„In vielerlei Hinsicht weint mein Herz. Ich blicke positiv auf meine Sønderjyske-Zeit zurück und respektiere, dass verschiedene Vereinsführungen verschiedene Entschlüsse gefasst haben, aber es tut weh, was ich da sehe“, sagt Glen Riddersholm.

 

Mit Sønderjyske wurde Riddersholm 2020 dänischer Pokalsieger. Foto: Karin Riggelsen

Mit Verwunderung hat er die Entlassung von Henrik Hansen und Niels Lodberg aufgenommen.

„Zwei wertschaffende Mitarbeiter tauscht man nicht einfach aus, drei Punkte vom Aufstieg entfernt. Man muss auch mal stark sein und an seiner Strategie festhalten“, so Riddersholm, der unterstreicht, dass dies in seiner ersten Sønderjyske-Zeit der Fall war: „Ich war nie unsicher und konnte mich darauf verlassen, dass ich die Rückendeckung von Klaus Rasmussen, Gynther Kohls und Hans Jørgen Haysen hatte, egal, wie stark uns der Gegenwind ins Gesicht stand. Wenn dies nicht der Fall ist, versucht man als Trainer ständig zu reparieren, anstatt mit dem Fernlicht die Arbeit anzugreifen.“

In jeder Hinsicht zerstörend

Die Arbeitsbedingungen änderten sich bei SønderjyskE, als die Amerikaner den Klub kauften.

„Irgendjemand hat aus irgendeinem Grund die Entscheidung getroffen, den Klub zu verkaufen. Ich möchte das nur so weit kommentieren, dass es eine Katastrophe ist, was passiert ist. In jeder Hinsicht zerstörend. Ich habe auch darüber hinaus eine Haltung dazu, aber die behalte ich für mich“, sagt Glen Riddersholm.

 

Für Glen Riddersholm ist der IFK Norrköping die zweite Trainerstation im Ausland. Foto: Karin Riggelsen

Mit dem IFK Norrköping hat er ein neues, langfristiges Projekt gefunden, dem er sich widmen möchte. Der erfahrene Trainer hat sich aber umstellen müssen.

„Es gibt große kulturelle Unterschiede zwischen dem dänischen und dem schwedischen Fußball. Sportlich ist die Superliga mehr von der Physis und der Taktik geprägt. In der Allsvenskan haben weitaus mehr Mannschaften vor, Fußball zu spielen und das Spiel an sich zu reißen. Die Ambitionen sind sehr groß, und das hat mich schon ein wenig überrascht“, so Riddersholm: „Ich bin damit aufgewachsen, dass in Schweden kompakt und mit einem strikten 4-4-2 gespielt wird, aber das ist nicht mehr der Fall. Der offensive Zugang bedeutet nicht, dass das Niveau besser ist. Manchmal ist es tollkühn, was einige vorhaben, andere würden es naiv nennen, und der offensive Zugang hat mir die Aufgabe erleichtert, mit IFK Norrköping den Klassenerhalt zu schaffen.“

Klartext

Auch im Umgang mit den Spielern hat er umstellen müssen. Der Ton ist in Schweden ein anderer.

„Ich habe meine Kommunikationsform justieren müssen. Die schwedischen Spieler sind es nicht immer gewohnt, dass man auch mal klare Worte findet. Als ich zu Sønderjyske kam, waren viele auch viel zu nett, um ein wettbewerbsfähiges Milieu zu schaffen. Das war auch hier der Fall. Nicht ohne Grund ist es in den vergangenen fünf Jahren für IFK Norrköping bergab gegangen“, sagt der 50-Jährige, der sich aber von der Kulisse in der schwedischen Liga begeistert zeigt: „Wenn man den Eindruck hat, dass die Schweden im normalen Leben kontrolliert und reserviert sind, dann leben sie zumindest im Stadion ihre Leidenschaft aus. Da ist was los.“

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