Kontaktausschuss

Kontaktausschuss: Deutsche Sprache weiter stärken

Kontaktausschuss: Deutsche Sprache weiter stärken

Kontaktausschuss: Deutsche Sprache weiter stärken

Nordschleswig/Kopenhagen
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Joy Mogensen
Der Kontaktausschuss traf sich virtuell über Skype. Hier ein Archivfoto, auf dem die Vorsitzende des Ausschusses, Kulturministerin Joy Mogensen, unter anderem gemeinsam mit BDN-Generalsekretär Uwe Jessen (2. von links) und BDN-Hauptvorsitzendem Hinrich Jürgensen (2. von rechts) zu sehen ist. Foto: BDN

Beim ersten Treffen des Kontaktausschusses nach fast zwei Jahren herrschte Einigkeit darin, die deutsche Sprache weiter zu stärken. Konkrete Beschlüsse dazu wurden jedoch noch nicht gefasst.

Kontaktausschuss

Der Kontaktausschuss für die Deutsche Minderheit in Nordschleswig sichert den Kontakt zwischen der Minderheit und der Regierung sowie dem Folketing. Der Ausschuss hat 17 Mitglieder. Er fungiert als beratendes Organ und ist dem Kulturministerium unterstellt.

Die vordergründige Aufgabe des Kontaktausschusses besteht darin, über politische und kulturelle Anliegen mit Relevanz für die Deutsche Minderheit zu verhandeln.

Die Treffen im Kontaktausschuss finden mindestens einmal jährlich statt.

Zum ersten Mal überhaupt hat der Kontaktausschuss der deutschen Minderheit sein Treffen über Skype durchgeführt. Das virtuelle Treffen fand am Donnerstag, 11. Juni, statt. Die Mitglieder des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) saßen zusammen im Haus Nordschleswig in Apenrade, während Kulturministerin Joy Mogensen (Soz.) sowie die Abgeordneten der Parteien teils von zu Hause oder aus ihren Büros teilnahmen. Der Kommunikationschef des BDN, Harro Hallmann, war aus dem Sekretariat der deutschen Minderheit in Kopenhagen zugeschaltet.

Letztes Treffen im September 2018

Auf der Tagesordnung stand eine ganze Reihe an Punkten, da das letzte Treffen im September 2018 stattgefunden hatte. „Erst kamen die Wahlen zum Folketing im letzten Jahr dazwischen, dann war die Ministerin krankgeschrieben, und schließlich kam die Coronakrise“, erläutert der Vorsitzende des BDN, Hinrich Jürgensen. „Dafür klappte es nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit der Technik ganz gut und wir hatten eine konstruktive Sitzung“, so Hinrichsen.

Situation der deutschen Sprache in Dänemark

Hauptthema auf der Tagesordnung war der Bericht zur Situation der deutschen Sprache in Dänemark, den der BDN ausgearbeitet hatte. Auf sechs Seiten werden die rückläufige Entwicklung für das Interesse an Deutsch und verschiedene Vorschläge, dies zu ändern, aufgezeigt. Kernpunkte sind die Forderung nach einer Stärkung des Deutschunterrichts sowie das Ziel, Deutsch in Nordschleswig einen höheren Status als den einer Fremdsprache zu verleihen.

Während der Sitzung des Kontaktausschusses waren alle Mitglieder der Auffassung, dass Deutsch wichtig sei und weiter unterstützt werden solle, erläutert Jürgensen die Reaktionen auf den Bericht. Einigkeit herrschte vor allem darin, dass mehr Deutschunterricht zu einem früheren Zeitpunkt in die Schulen kommen müsse. Nun soll der Katalog nochmal durchforstet und zu den skizzierten Vorschlägen Stellung genommen werden.

Finanzierung von „Grenzgenial“ für zwei Jahre gesichert

Hinrich Jürgensen dankte zudem Kulturministerin Joy Mogensen dafür, dass das Kulturministerium die Finanzierung des Sprachlernprojekts „Grenzgenial“ für zwei Jahre übernommen hat.

Damit ist das Portal für den deutschen Fremdsprachenunterricht bis zum Frühjahr 2021 gesichert. „Ich hoffe, dass wir das danach verlängert bekommen“, zeigt sich Jürgensen optimistisch.

Eröffnung des Deutschen Museums gemeinsam mit Joy Mogensen

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung galt der geplanten Eröffnung des Deutschen Museums in Sonderburg. Ein endgültiger Termin dafür stehe zwar noch nicht fest, doch habe er die Kulturministerin dazu eingeladen, berichtet Jürgensen. Joy Mogensen habe daraufhin zugesagt, gerne nach Sonderburg zu kommen.

„Desweiteren haben wir eine Einladung an die Ministerin zum Knivsbergfest im nächsten Jahr sowie den Deutschen Tag am 7. November dieses Jahres ausgesprochen“, so der BDN-Vorsitzende.

Zuschuss für die Kindergärten der Minderheit steht zur Diskussion

Ebenfalls auf der Agenda stand die Frage nach dem Zuschuss für die Kindergärten der deutschen Minderheit. Diese sind überwiegend privat organisiert und fallen damit eigentlich aus dem Rahmen für die staatliche Förderung, die auf öffentliche Kindergärten begrenzt ist. Dies möchte man von Seiten der Deutschen Minderheit gerne geändert sehen, ein Wunsch, dem der Kontaktausschuss auf seiner virtuellen Sitzung ebenfalls grundsätzlich positiv gegenüberstand. Nun gilt es, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Das Gleiche gelte für die Frage nach den Folkepensionszahlungen an pensionierte Lehrer mit deutscher Beamtenpension, die ehemals beim Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig angestellt waren.

Jürgensen spricht Dank für Ermöglichung der Grenzöffnung aus

Schließlich hat der BDN-Vorsitzende das Treffen des Kontaktausschusses auch genutzt, um seine Freude über die bevorstehende Grenzöffnung auszudrücken: „Ich habe mich bei allen, die die Öffnung der Grenze möglich gemacht haben, bedankt. Es ist auch toll, dass es eine Parallelität zur unbeschränkten Öffnung der Grenze für Bewohner Schleswig-Holsteins gibt“, freut sich Jürgensen.

„Nur die Frage, wie viele Grenzübergänge genau geöffnet werden, ist noch nicht konkret geklärt.“

Zusammensetzung

Der Kontaktausschuss setzt sich wie folgt zusammen:

  • jeweils ein Vertreter von jeder im Folketing vertretenen Partei
  • der Ministerin für Kultur
  • dem Wirtschafts- und Innenminister
  • drei Vertreter des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN)
  • dem Leiter des Sekretariats der Deutschen Minderheit in Kopenhagen

Er wird mit jeder Legislaturperiode neu gewählt.

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Leserbrief

Helge Poulsen
„Kommunikationschefens manøvrer og dagsordener“