Dansk-tysk med Matlok

Bekannter Architekt beklagt Hochhäuser in Nordschleswig

Bekannter Architekt beklagt Hochhäuser in Nordschleswig

Bekannter Architekt beklagt Hochhäuser in Nordschleswig

Kopenhagen
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Hans Munk Hansen Foto: DK4

Der „Schleswiger“ Hans Munk Hansen spricht im DK4-Interview über seine Schmerzen, wenn er durch Dänemark fährt. Sie rühren von gewisser Architektur her.

Der aus Rinkenis stammende, international anerkannte Architekt Hans Munk Hansen hat am Montagabend in einem Fernseh-Interview mit DK4 davor gewarnt, dass in Städten wie Apenrade oder Sonderburg – und wer weiß vielleicht eines Tages auch in Tondern – Hochhäuser gebaut werden, die überhaupt nicht ins Stadtbild passen. Das wäre nach seinen Worten „völlig daneben“.

Er hoffe, dass es Leute gibt, die den Bürgermeistern dies klarmachen. Es gehe ja in diesen Städten nicht etwa um Platzmangel – wie in Manhattan, so Munk Hansen.

Die Gefahr, die von solchen Hochhaus-Plänen ausgeht, komme leider von solchen Bauherren, die nur den Wunsch haben, durch ihre Projekte sichtbar wahrgenommen zu werden. Das gilt besonders für die Entwicklung entlang der Autobahnen in Dänemark, wo man „viele traurige Neubauten“ sieht. „Vielen geht es nur darum aufzufallen. Und das ist das Schlimmste – so nach dem Motto aus der Mode ´Never seen before'. Das Auffallen ist das Wichtigste und nicht die Frage, wie man in diesen Häusern leben kann.“

Im Interview in der Sendereihe „Dansk-tysk med Matlok“ betonte der 89-jährige Professor emeritus von der Architektenschule der Kopenhagener Kunstakademie seinen „Schmerz“, den er empfindet, wenn er durch das Land fährt und beobachtet, „wie die Landschaft verschandelt wird“.

Die größte Herausforderung sieht Professor Munk Hansen in den Veränderungen in der Landwirtschaft, die nach seiner Auffassung „so stark sind wie nie zuvor in den letzten 1.000 Jahren“. Die Bevölkerung verlässt das Land und hinterlässt viele Bauernhöfe, die verfallen. „Das tut besonders weh, und es ist die Aufgabe der neuen Architekten, diese große Herausforderung zu meistern. Natürlich wird man nicht alle stillgelegten Bauernhöfe retten und bewahren können, aber man kann sie auch nicht einfach so verfallen lassen. Man benötigt eine Lösung – auch eine politische“, so Munk Hansen auf DK4.

Der Architekt Munk Hansen ist u.a. mit der EU-Medaille für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Er war ein enger Mitarbeiter und Freund des durch den Bau des Opernhauses in Sidney weltberühmten dänischen Architekten Jørn Utzon und hat selbst vor allem im Nahen Osten und im Mittelmeer große Bauprojekte durchgeführt. Als Sachverständiger für die Bewahrung alter historischer Gebäude hat er u.a. für die Restaurierung des Doms von Roskilde und der St. Petri-Kirche in Kopenhagen verantwortlich gezeichnet.

Im Interview berichtet Hans Munk Hansen über seinen nordschleswigschen Hintergrund, auch über die früheren Spannungen zwischen deutschen und dänischen Familienmitgliedern und unterstreicht, wie viel ihm Nordschleswig und sein historisches Schifferhaus an der Flensburger Förde noch immer bedeuten. Selbst bezeichnet sich Munk Hansen dabei als „Schleswiger“.

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