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Tondern wird für Studierende nie Kopenhagen sein

Tondern wird für Studierende nie Kopenhagen sein

Tondern wird für Studierende nie Kopenhagen sein

Tondern/Tønder
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Alexander von Oettingen beim Neujahrsempfang in Tondern im Gespräch mit den beiden Politikerinnen Mette Bossen Linnet (Bildmitte) und Louise Thomsen Terp. Foto: Elise Rahbek

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UC-Syd-Direktor Alexander von Oettingen sieht aber andere Möglichkeiten, dass an der Westküste wieder weiterführende Ausbildungen angesiedelt werden können.

Die Einwohnerzahl der Kommune Tondern fällt seit Jahren. Junge Leute, die zum Studieren in größere Städte gehen, kommen nicht zurück. Daher ist die Kommune darum bemüht, diesen Trend zu bremsen.

Hoch oben auf der Tagesordnung der Stadtratsvertreterinnen und -vertreter steht, nach der Schließung des Lehrerseminars vor 32 Jahren weiterführende Ausbildungen in die Kommune zu holen. Einen adäquaten Ersatz für das Seminar hat es nie gegeben.

Dies ist schon im ersten Ansatz geglückt. Künftig können sich kommende Informatiker an der Westküste ausbilden. In „Arbeit“ befindet sich noch eine sozialpädagogische Ausbildung. Grund für die gemeinsame Aktion zwischen der Ausbildungsstätte UC Syd, der Gewerkschaft Socialpædagogerne Syd und der Kommune Tondern sind Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen.

„Denn wir benötigen mehr Hände in der Kommune. Wir können mehr Bürgerinnen und Bürger sehr gut gebrauchen“, versicherte Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) beim Neujahrsempfang der Kommune und des Wirtschaftsrats am Montag im Tonderner Rathaus.

Alexander von Oettingen, Rektor von UC Syd, war Hauptredner des von etwa 200 Personen besuchten Empfangs. Zur Ausbildung von Sozialpädagogen versicherte er, dass die Arbeit voranschreite, wenn auch langsam. Es zähle die Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsstätten, der Kultur, der Kommune und der Wirtschaft, um ans Ziel zu gelangen.

Alexander von Oettingen hat auch das frühere Lehrerseminar in Tondern besucht. Foto: Elise Rahbek

Es sei verständlich, dass Jugendliche das Elternhaus verlassen, einen Tapetenwechsel brauchen und sich in das Studentenleben stürzen wollen. Sie ziehe es in ein abwechslungsreiches und kulturreiches Umfeld. Der Ort sei oft früher bestimmt worden als das Studium. Und dort, wo man studiert habe, würde man oft sesshaft werden und eine Familie gründen.

Tragfähiges Umfeld

Für Tondern sei es wichtig, ein tragfähiges Umfeld für Ausbildung und späteres Arbeiten zu schaffen. Von Oettingen machte darauf aufmerksam, dass in Tondern nie das Umfeld für Studierende wie in Kopenhagen (København) geschaffen werden könne. Das Kopieren solle man daher lassen, denn es gehe um Authentizität. Es gebe andere Werte als in der Großstadt: das Grenzland und dessen Geschichte, das Sønderjyske und Plattdeutsche, die Natur, kulturelle Veranstaltungen, Musik, Praktikumsplätze, Tourismus usw.

Nur drei Minuten beim Tønder Festival

Der Gastredner hat enge Beziehungen zu Tondern. Am Seminar ließ sich seine aus Broacker (Broager) stammende Mutter zur Lehrerin ausbilden. Er selbst ging auch diesen Lebensweg, studierte am Seminar in Hadersleben (Haderslev). Teils fand der Unterricht in einzelnen Fächern auch in Tondern statt, bevor die beiden Ausbildungsstätten in Hadersleben gesammelt wurden. In der Studienzeit seiner Mutter habe er als 16-Jähriger erstmals auch das Tønder Festival besuchen dürfen. Der Besuch dauerte nur drei Minuten. Vor der Wohnung seiner Mutter hatte er einen Punker gesehen. Er habe wohl zu lange geschaut, denn der Punker schlug ihn gänzlich k.o. Das wars mit dem Festival für den Jugendlichen.

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