Antrag von SPD, Grünen und Linken

Flensburg soll dänischen Wildschweinzaun komplett ablehnen

Julian Heldt, shz.de
Flensburg
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Erste Zaunelemente wurden bereits errichtet. (Archivbild) Foto: Anders Brohus / Ritzau Scanpix

Oberbürgermeisterin Simone Lange soll beauftragt werden, ein breites Bündnis gegen den Bau zu formieren.

Die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken in Flensburg fordern ein breites Bündnis gegen den Bau des dänischen Wildschweinzauns. Mit einem Antrag wollen sie Oberbürgermeisterin Simone Lange am Dienstagnachmittag im Hauptausschuss beauftragen, Kontakt mit allen grenzanliegenden deutschen Kommunen und Kreisen sowie den Organisationen der Minderheiten auf dänischer und deutscher Seite aufzunehmen.

Ziel soll eine gemeinsame Erklärung sein, welche die Errichtung des Wildschweinzaunes ablehnt. Hierfür soll auch Kontakt zu den dänischen Nachbarkommunen aufgenommen werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Trost hält es für beschönigend, wenn immer nur von einem Wildschweinzaun gesprochen wird.

Es handelt sich hier um Bauten, um eine Grenzanlage. Es wird von Tieren geredet, aber getrennt werden vor allem auch die Menschen. Die Grenzanlage trennt und zerschneidet – das können wir nicht hinnehmen.
SPD-Fraktionschef Helmut Trost

Trost hat keine Sorgen, dass durch die deutlichen Aussagen des Antrags die deutsch-dänischen Beziehungen negativ beeinflusst werden. „Gerade unter guten Freunden kann und muss man ehrlich sein, offen und direkt. Und muss sagen, was man will – und was nicht.“

Ergänzungsantrag zur CDU-Vorlage

Oberbürgermeisterin Lange soll beauftragt werden, in Richtung Auswärtiges Amt und Folketing zu appellieren, gegen die Schweinepest eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten und so die deutsch-dänische Zusammenarbeit im gemeinsamen Interesse zu nutzen und zu stärken.

Der Gemeinschaftsantrag von SPD, Grünen und Linken ist eine Ergänzung zu einem Antrag der CDU. Dieser sieht vor, dass die Stadt Flensburg dem Bau des Wildschweinzaunes im Kollunder Wald widerspricht. Dem CDU-Antrag haben sich SPD, WiF, FDP und Linke angeschlossen.

„Es reicht aber nicht aus, über eine Änderung der Trassenführung zu verhandeln. Selbst wenn das Erfolg hat – es würde das grundsätzliche Problem nicht lösen. Die Errichtung des sogenannten Wildschweinzaunes liegt nicht im Interesse einer guten deutsch-dänischen Zusammenarbeit, unabhängig von seinem konkreten Verlauf. Das muss in der Beschlusslage unseres Hauptausschusses unbedingt deutlich werden“, so Helmut Trost.

Der Wildschweinzaun

Der 70 Kilometer lange Wildschweinzaun soll von der Ostsee bis Nordsee führen und Dänemark vor der afrikanischen Schweinepest schützen. Kritiker sind skeptisch, ob die Schweinepest auf diesem Wege abgewehrt werden kann und sehen den Zaun als Zeichen der Abschottungspolitik Dänemarks. Der Zaun soll nicht nur durch den Kollunder Wald führen, sondern auch bis zu 50 Meter in die Flensburger Förde hineinragen.
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