Ehrenamt

Wasserrohrbruch im Roten Wasserturm

Wasserrohrbruch im Roten Wasserturm

Wasserrohrbruch im Roten Wasserturm

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Lasse Petersen im Roten Wasserturm Foto: Karin Riggelsen

Der Keller des Wahrzeichens des Kløftens Festivals stand unter Wasser. Der Hauptschalter konnte erst nach aufwendiger Suche ausfindig gemacht werden. Ein Vorstandsmitglied versichert: „Der Turm und das Musikfestival werden weiterhin zusammenarbeiten.“

Am Sonnabend ist ein Wasserrohr im Roten Wasserturm geplatzt. Der von dem berühmten Architekten Peder Gram gezeichnete Turm versorgte von 1925 bis 1991 die Innenstadt mit Wasser. Nachbarn am Parkvej beobachteten, wie das Wasser aus dem Haupteingang des Turms quoll und über den Abhang und die Treppe auf den Parkvej sprudelte.

Holger Eskildsen, der stellvertretende Vorsitzende, fegte Wasser aus dem Roten Wasserturm. Foto: Lasse Petersen

Viel Arbeit für die Ehrenamtler

Lasse Petersen, Vorstandsmitglied der körperschaftseigenen Einrichtung, vermutet, dass ein geplatzter Schlauch in einer Rohrpackung den Bruch verursachte: „Das ist ein Fall für die Versicherung“, so Petersen.

„Ich bin sofort zum Turm gefahren. Ich konnte aber nichts unternehmen, denn das Wasser musste entweder in dem vollgelaufenen Becken im Keller oder am Hauptschalter abgedreht werden“, erinnert sich Petersen. Zusammen mit Holger Eskildsen, stellvertretender Vorsitzender des Wasserturms, alarmierte er die Versorgungsgesellschaft „Provas“. Trotz elektronischer Karten über das Außengelände konnten die „Provas“-Mitarbeiter, so Petersen, den Haupthahn nicht ausfindig machen. Deswegen wurden ein Bagger und eine Schadensbekämpfungsfirma geordert. Die Baggerleute suchten nach dem Haupthahn, und die Schadensbekämpfungsfirma pumpte Wasser aus dem Kellerbecken.

Kurz nachdem der Keller leer gepumpt worden und das leckgeschlagene Rohr notdürftig repariert worden waren, stießen die Handwerker auch auf den Hauptschalter. Die Aktion konnte nach rund vierstündiger Dauer abgeschlossen werden. Petersen schätzt, dass mehr als 100 Kubikmeter Wasser ausgetreten sind.

Mitarbeiter der Versorgungsgesellschaft „Provas" waren im Einsatz. Foto: Lasse Petersen

Jubiläen sind abgesagt

Der Rote Wasserturm ist das Wahrzeichen des Kløften Festivals. Lasse Petersen, der in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum als Chef der Großen Bühne hätte feiern können, teilte kürzlich mit, dass er den Vorstand des Musikfestivals verlässt.

„Das tue ich in Solidarität mit Erik Kock", sagt Petersen. Kock war vor nunmehr 40 Jahren Mitgründer des Kløften Festivals." Nach einem Zerwürfnis zogen Kock und dessen Frau Conny Krab sich im Vorsommer aus der Vorstandsarbeit zurück. Das Ehepaar verließ sein „ehrenamtliches Lebenswerk“. Lasse Petersen gibt dem Mitbegründer Rückendeckung. „Ich gehe, weil ich finde, dass es unanständig ist, Erik Kock auf diese Art und Weise gehen zu lassen. Der Mann hat der Sache sein ganzes Leben gewidmet", sagt Petersen, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Die coronabedingte Absage bedeutete das Aus für das diesjährige 40-jährige Bestehen des Musikevents.

Lasse Petersen hätte 2020 sein 30-jähriges Jubiläum als Chef der Großen Bühne feiern können. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Projektbeschreibung ist fertig

Lasse Petersen hofft nicht, dass die Unstimmigkeiten in den Reihen der Ehrenamtlichen des Kløften Festivals auf den Roten Wasserturm übergreifen. „Das Festival mietet während des Musikevents das Gelände am Turm. Und ich habe auch viele Ideen, wie man den Turm besser in das Festival einbinden könnte. An der Zusammenarbeit ändert sich hoffentlich nichts“, so Petersen.

„Wir wollen den Turm gerne das ganze Jahr über nutzen für Ausstellungen und Events. Um das machen zu können müssen Teile des Turms beheizbar sein“, erklärt Petersen. Damit Anträge auf finanzielle Förderung bei Organisationen, Unternehmen und Stiftungen gestellt werden können, haben die Ehrenamtler eine Projektbeschreibung zusammenstellen lassen.

„Dafür mussten wir rund 70.000 Kronen aufbringen. Aber so eine Projektbeschreibung ist wichtig, sie hilft uns, über den Sinn und Zweck und die gesetzten Ziele zu informieren“, sagt Petersen. Während in die Außenrenovierung rund 3,7 Millionen Kronen investiert wurden, rechnet er damit, dass auch für die Instandsetzung des Innenbereichs viele Millionen zusammengetragen werden müssen.

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